Bundesbank: Keine Inflationsgefahr

Bundesbankpräsident kritisiert „fiktive Debatte“ um angeblichen Kurswechsel seines Hauses. Die Inflation werde in Deutschland „nicht aus dem Ruder laufen“. Ein leeres Versprechen?

 

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat sich vehement gegen den Vorwurf gewehrt, dass die Bundesbank von ihrer bisherigen Stabilitätspolitik abweichen und künftig höhere Inflationsraten dulden könnte. „Das ist eine fiktive Debatte, die jeder Grundlage entbehrt“, sagte er im Interview mit der Zeitung „Welt am Sonntag“. Es sei sehr schmerzlich, wenn mit bloßen Unterstellungen die Position der Bundesbank diskreditiert werde. „Man stellt die Glaubwürdigkeit einer Institution infrage, die unverändert eine klare Linie hat und diese auch gerade in der Krise offensiv vertritt.“

In einer Anhörung vor dem Finanzausschuss des Bundestages hatte die Bundesbank in dieser Woche darauf hingewiesen, dass die Preise in Deutschland künftig stärker steigen könnten als im Durchschnitt des Euroraums. Dies hatte Anlass zu Spekulationen über die künftige Entwicklung der Teuerung in Deutschland und über einen möglichen Kurswechsel der Währungshüter gegeben.

„Die Inflationsentwicklung wird in Deutschland nicht aus dem Ruder laufen. Der EZB-Rat sieht sich seinem Stabilitätsziel verpflichtet, und die Bundesbank ist ein Garant dafür, dass das so bleibt“, sagte Weidmann dazu. Inflationsraten wie in den 70er-Jahren wären mit dem Stabilitätsziel der Europäischen Zentralbank nach seiner Aussage „nie und nimmer zu vereinbaren“. An diesem Stabilitätsziel für den Euroraum werde auch nicht gerüttelt.

Nachdem Deutschland über Jahre unterdurchschnittliche Inflationsraten aufgewiesen habe, stiegen die Löhne hier nun stärker als in anderen Ländern. Das könne zu Teuerungsraten über dem Euroland-Durchschnitt führen. „Es wäre in einer Währungsunion doch eher unnormal, wenn ein Land ständig unter der Durchschnittsinflation liegen würde und andere immer darüber“, so Weidmann weiter. „Diese Positionen können sich auch einmal ändern, wenn sich die konjunkturelle Situation umkehrt.“

Nach Weidmanns Ausführungen geht es ohnehin um eine nur leicht überdurchschnittliche Inflation: „Wir sprechen hier nicht von dramatischen Veränderungen. Aus unseren Prognosen ergibt sich, dass sich Abweichungen vom Durchschnitt im Nachkommabereich bewegen werden“, sagte er der Zeitung.

 

http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/10044-bundesbank-keine-inflationsgefahr

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