Jetzt kommen die Polizisten-Übergriffe im Wochentakt

„sueddeutsche.de“ dokumentiert

Bereits mehrfach mussten wir uns hier im Blog mit Übergriffen von Polizisten gegen Personen beschäftigen, die diesen Polizisten nicht den “nötigen Respekt” gezeigt, sondern auf ihren Rechten bestanden haben. Dazu kommen zwei Fälle, wo geistig Behinderte bzw. Verwirrte provoziert wurden, bis sie aggressiv wurden und die Polizisten damit glaubten das Recht zu haben, sie zu verletzen bzw. im anderen Fall zu erschiessen.

Der neueste Fall ist ein Augenarzt aus Passau, der mit Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden musste, nachdem einige Polizisten ihr Mütchen an ihm gekühlt hatten. Er war mit dem Fahrrad unterwegs und missachtete nachts anscheinend ein Rotlicht für Fussgänger, das auch für ihn galt. Ein Bagatell-Delikt!

Zwei Polizisten waren in der Nähe, sahen das und forderten ihn auf zu stoppen. Der Augenarzt sagt, er habe nichts gehört. Einer der Polizisten lief hinter dem Radfahrer her und zog ihn vom Rad und auf den Boden. Eine Augenzeugin sagte: „Der hat ihn abrupt gepackt und ohne Vorwarnung vom Rad zu Boden gerissen.“

Das war bereits völlig unverhältnismässig für ein Bagatell-Delikt.

Erst als der zweite Polizist dazukam, erkannte der Augenarzt, dass er es mit Polizisten zu tun hatte. Eine andere Augenzeugin berichtet, nachdem der Polizist den Augenarzt mit brutaler Gewalt vom Rad gezerrt und auf den Boden geknallt hatte, habe er sich über ihn gekniet und ihm Handschellen angelegt. Auch das  „übertrieben“, wie die Zeugin sagt.

Eine weitere Zeugin, die ebenfalls gesehen hat, wie er brutal vom Rad gezerrt wurde, Annete R., „ist immer noch schockiert von diesem Vorfall. “Der Radler hat mehrmals geschrien: ,Ich wehre mich nicht, ich wehre mich nicht!’ Aber keiner der Beamten hat auch nur Anstalten gemacht nachzuschauen, ob er sich bei dem schweren Sturz – er war ja doch relativ schnell unterwegs – verletzt hat.” Stattdessen habe man ihn hochgezerrt “und wie ein Schlachtvieh oder so eine Mülltüte ins Auto” geworfen.“

Das Zitat ist aus dem einschlägigen Artikel von „sueddeutsche.de“, hier .

Das schlimmste kam aber noch, berichtet der Augenarzt. Er wurde von den Polizisten zur Polizeiinspektion gebracht. Er hatte Schmerzen und bat darum, ins Krankenhaus gebracht zu werden. Daraufhin sei er brutal aus dem Auto gezerrt und mit voller Wucht zu Boden geschleudert worden. Er sei erneut mit dem Kopf aufgeprallt und daraufhin bewusstlos geworden.

Der Augenarzt sagt heute: „Ich kann froh sein, dass ich das überlebt habe. Der zweimalige Aufprall mit dem Kopf auf dem Asphalt hätte tödlich sein können.“ Er ist Arzt und kann das wohl beurteilen.

Da dies im Hof der Polizeiinspektion geschah, der videoüberwacht ist, hätte das auf dem Video sein müssen. Aber es wurde nichts gefunden. Na, was für ein Zufall, nicht wahr?

Der Rest ist klar. Die Anzeige des Arztes gegen die beiden Polizisten wurde natürlich niedergeschlagen, wie immer in solchen Fällen. Der Arzt dagegen ist angeklagt wegen „Widerstands gegen die Staatsgewalt“, weil er wie wild um sich geschlagen habe, als er vom Rad geholt wurde. Im Hof der Polizeistation habe er sich so heftig widersetzt, dass einer der Beamten mit ihm umgefallen sei und sich am Knie und an der Hand verletzt habe. Das Video davon ist leider nicht zu finden. Wie praktisch, nicht?

Der Passauer Augenarzt hat sich jetzt den gleichen Anwalt genommen wie die Familie aus Schechen bei Rosenheim, die von Zivilbeamten extrem gewalttätig angegangen wurde. Auch dort wurde das Verfahren gegen die Beamten eingestellt und stattdessen ein Prozess gegen die Familie wegen „Widerstands gegen die Staatsgewalt“ eingeleitet.

Der Arzt sagt: „Eine Absurdität unter vielen. Hundert Prozent der Polizeianzeigen werden vor Gericht verhandelt, Bürgeranzeigen gegen Polizeibeamte hingegen werden zumeist eingestellt.”

Die „sueddeutsche.de“ hat eine grosse Anzahl von Fällen von Polizeibrutalität an den Pranger gestellt. Ehre, wem Ehre gebührt. Im oben bereits verlinkten Artikel hat sie elf Fälle von nicht geahndeter Polzei-Brutalität aus der letzten Zeit, jeweils mit einem Photo, dokumentiert. Ein grosser Teil dieser Fälle wurde auch hier im Blog schon berichtet.

Alle haben eins gemein: Die Brutalo-Polizisten wurden in keinem einzigen Fall zur Rechenschaft gezogen. Es wurden dagegen schon mehrfach Urteile gegen die Opfer gefällt. Lesen Sie die Fälle dort mal nach.

Natürlich sind wir noch nicht soweit wie in den USA, wo zum Spass schon einmal ein alter herzkranker Schwarzer ermordet wird von Polizisten (siehe „We don’t give a fuck, Nigger!“), aber wir sind auf dem Weg dahin.

http://www.karl-weiss-journalismus.de/?p=1520

Ein Kommentar zu “Jetzt kommen die Polizisten-Übergriffe im Wochentakt

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