Das Ende des Sparens

Der Widerstand gegen das primär von Deutschland diktierte Sparen in der Eurozone wächst massiv, weil die Regierungen reihenweise stürzen. Den soeben beschlossenen „Fiskalpakt“ kann man abschreiben. – Daher wird jetzt eine neue Phase eingeleitet: unlimitierte Staatsfinanzierung über die Notenpresse. Das Resultat: Hyperinflation.

Von Walter K. Eichelburg

Mein letzter Marktkommentar vor zwei Wochen trug den Titel „Eurokrise, I am back“ und beschrieb, wie die vorgegaukelte „Heile Welt“ der letzten Monate gerade zusammenbricht. Die Euro-Krise ist wirklich wieder voll da. Aber noch etwas anderes entwickelt sich gerade: der Widerstand gegen das primär von Deutschland diktierte Sparen in der Eurozone wächst massiv, weil die Regierungen reihenweise stürzen. Den soeben beschlossenen „Fiskalpakt“ kann man abschreiben.

Wie machen es Andere?

In den USA oder Grossbritannien wird zwar in der Politik auch vom Sparen gesprochen, aber es wird weniger gemacht und bei Bedarf druckt die Zentralbank einfach das nötige Geld. So etwa monetisiert die Fed derzeit laufend 61% des Bundes-Budgetdefizits, in UK dürfte es ähnlich sein. In Japan wird ohne Hemmungen Geld gedruckt. Allerdings merken dort die Sparer offensichtlich überhaupt nichts davon, wie Inflation das Vermögen auffrisst.

Nur in der Eurozone gibt es das grosse Geschrei:

Warum, weil hier heterogene Staaten mit unterschiedlichen Finanzkulturen im Euro zusammengeschweisst sind. Die Deutschen achten mehr auf die Inflation und sind gegen das Gelddrucken, dafür sind alle lateinischsprachigen Staaten für das Gelddrucken zu Staatsfinanzierung. Das haben sie immer schon so gemacht und früher ihre Währungen regelmässig abgewertet. Heute, mit dem Euro geht das nicht mehr.

So titelt etwa die Welt: „Sparunwillen der Bürger bringt Europa ins Wanken“:

Die Regierungen Europas haben Mühe, ihre Bürger von der Notwendigkeit drastischer Budget-Einschnitte zu überzeugen. Das gefährdet das Krisenmanagement der Euro-Zone.

Derzeit fallen aus diesem Grund die Regierungen in Europa reihenweise. So etwa geschehen in den Niederlanden, wo Geert Wilders mit seiner Rechtspartei PVV die aktuelle Minderheitsregierung nicht mehr stützt: er sagt, warum sollen wir in den Niederlanden sparen, wenn das Geld für die Eurorettung keine Rolle spielt. In Frankreich wird demnächst Nicolas Sarkozy abdanken müssen und als Präsident von Francois Hollande ersetzt werden, der im Wahlkampf schon ankündigt, dass er die Druckerpresse voll anwerfen wird. In Griechenland dürften am 6. Mai Extremisten an die Macht kommen

Auch in anderen Staaten wie Spanien, Irland, Portugal sind im letzten Jahr die amtierenden Regierungen abgewählt worden, weil sie sparen mussten. Der Wähler mag es einfach nicht, wenn bei ihm gespart wird. Daher wird jetzt eine neue Phase eingeleitet: unlimitierte Staatsfinanzierung über die Notenpresse. Das Resultat davon ist immer eine Hyperinflation, denn irgendwann steigen alle aus dieser Währung, in diesem Fall dem Euro aus. Die einzige Rettung davor sind Gold und Silber, die derzeitige Drückung der Preise von Gold und Silber sollte daher immer schwieriger werden und die Preise dieser Rettungsboote bald rasch ansteigen.

Und wenn der Euro crasht, wird es ihn bald politisch zerreissen. Die neuen, nationalen Währungen sind grossteils schon gedruckt und warten auf die Ausgabe.

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Ein Kommentar zu “Das Ende des Sparens

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