Eurobonds kommen

Top-Ökonom Markus Brunnermeier warnt vor Einführung von Euro-Bonds, wie sie die Europäische Kommission fordert. „Dieses Modell der Kommission würde die disziplinierende Wirkung der Märkte völlig außer Kraft setzen; einzelne Staaten hätten keinen ausreichenden Anreiz, sparsam zu haushalten“.

Der Princeton-Ökonom Markus Brunnermeier warnt vor der Einführung von Euro-Bonds, wie sie die Europäische Kommission fordert. „Die Euro-Bonds, wie sie die Kommission vorschlägt, sehen vor, dass alle Staaten der Euro-Zone gemeinsam für die Schulden aller haften sollen.
Dieses Modell der Kommission würde die disziplinierende Wirkung der Märkte völlig außer Kraft setzen; einzelne Staaten hätten keinen ausreichenden Anreiz, sparsam zu haushalten“, sagte Brunnermeier der „Welt“. „Die Staaten der Eurozone müssen weiter für ihre Fiskalpolitik haften; andernfalls hätten wir aus der Schuldenkrise nichts gelernt.
Der in Niederbayern geborene Brunnermeier ist Professor an der US-Eliteuniversität Princeton. Er erwartet, dass es gemeinsame Anleihen der Euro-Länder geben wird. „Euro-Bonds werden wohl in irgendeiner Form kommen, auch wenn Politiker das noch nicht offen zugeben“, sagte Brunnermeier im Gespräch mit der „Welt“.
„Entscheidend wird sein, wie diese Euro-Bonds aussehen. Sie müssen so strukturiert werden, dass keine falschen Anreize gesetzt werden. Eine Gesamthaftung muss vermieden werden.“ Gemeinsam mit Kollegen hat Brunnermeier ein entsprechendes Modell vorgeschlagen und wirbt derzeit dafür bei europäischen Entscheidern.
Eurobonds werden auch vom französichen Präsidentschaftskandidaten Hollande gefordert. Mit den gemeinsamen Bonds wären vor allem die Banken ihre Sorgen los, welche derzeit unter dem Wertverfall der Süd-Schienen Anleihen leiden. In Deutschland ist besonders die Commerzbank betroffen.

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