Schweigen übers »Niemandsland«

Immer mehr Straßen in Berlin sind bei Dunkelheit gefährlich

Wer von München nach Berlin zieht und mangels Stadtkenntnissen in Berlin-Gesundbrunnen
landet, hat Deutschland verlassen. Jedenfalls das ihm bislang bekannt gewesene Deutschland.

„Niemandsland“ hat jemand die Gegend genannt, nicht Deutschland, nicht Türkei. Was das
allerdings genau bedeutet, merkt man nicht auf Anhieb. Es braucht Zeit. Nirgends stehen
Schilder „No-Go-Area ab Dämmerung“, obwohl es sehr angeraten ist, ab dann viele Straßen
zu meiden. Auch von der Polizei erfährt man nicht, dass sie den U-Bahnhof Gesundbrunnen
als einen der „kriminalitätsbelasteten Orte“ einstuft. Früher sprach die Polizei von einem
„gefährlichen Ort“, doch den Begriff darf sie nicht mehr verwenden.

„Kriminalitätsbelastete Orte“ werden auch nicht mehr der Öffentlichkeit zur Warnung
bekanntgemacht. Das müssen Bürger oder Touristen schon selber herausfinden. Denn, so
bestätigte Polizei-vizepräsidentin Margarete Koppers auf Nachfrage der PAZ, solche Orte
sollen „nicht stigmatisiert“ werden.
Und, so Koppers, es würde sich ja sowieso nichts ändern an der Lage.

Systematisch verschweigt die Polizeipressestelle die Herkunft von Tätern.
Der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Robbin Juhnke, hat sich vor der Wahl
dafür ausgesprochen, dies in Polizeimeldungen zu ändern.
Und erklärte: „Die Verantwortung liegt beim Innensenator, der genau durch eine solche
Verschleierungstaktik von der verfehlten Integrationspolitik ablenken möchte.“

Seit Dezember 2011 ist Frank Henkel (CDU) Innensenator, an der Praxis der Pressestelle
hat sich nichts geändert.Gesundbrunnen ist nur fünf S-Bahn-Stationen vom Brandenburger
Tor entfernt. Der heutige Ortsteil entstand 2001 durch die Teilung des ehemaligen Bezirks Wedding.

Die Gegend ist sehr gut in der 2010 erschienenen Autobiografie „Ein nasser Hund ist
besser als ein trockener Jude“ von Arye Shalicar beschrieben. Der jüdische Autor,
aufgewachsen zwischen Pank- und Osloer Straße, konnte die Gewalt und den virulenten
Antisemitismus unter Türken und Arabern nicht mehr ertragen und verließ Deutschland.

Es mag schlimmere Gegenden in Berlin geben, doch auch hier ist stets mit Raubüberfällen
zu rechnen. Die U8, die von hier bis nach Neukölln geht, gilt als Revier von Drogendealern.
Viele Geschäfte brauchen privates Sicherheitspersonal. Uniformierte Polizei ist fast nie zu
sehen. Sie begibt sich in viele Straßen nur noch in größerer Mannschaftsstärke. Vielerorts
in Berlin, besonders in den ethnischen Kolonien, werden in großer Zahl Geschäfte überfallen,
selbst kleinste Läden, oft von Maskierten mit Pistolen und Messern. Einzelne werden durch
Gruppen von bis zu zehn Tätern ausgeraubt, die meist Messer haben.

Bei den 6100 Raubtaten im Jahr 2011 lag die Aufklärungsquote bei nur 33,8 Prozent,
erneut die niedrigste im Bundesgebiet (Zum Vergleich: Hamburg 40,8 Prozent; Bremen 43,2 Prozent;
Frankfurt am Main 44,1 Prozent; Hannover 58,8 Prozent; München 62,1 Prozent).

Den kompletten Artikel findet Ihr hier : Preussische Allgemeine

Ein Kommentar zu “Schweigen übers »Niemandsland«

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