Griechenland will von Deutschland Reparation…

(Welt)Der Zeitpunkt dürfte kaum ein Zufall sein: Während die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds die neuesten Sparbemühungen der griechischen Regierung überprüft und bewertet, gibt das Finanzministerium in Athen bekannt, altbekannte Forderungen erneut zu erheben.

Akropolis

Es geht um Reparationsansprüche an Deutschland als Ausgleich für Zerstörungen und “Plünderungen” durch die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Eine vierköpfige Arbeitsgruppe sei eingerichtet worden, die in griechischen Archiven entsprechende Dokumente suchen solle, teilte das Ministerium jetzt mit. Die Gruppe soll ihren Bericht und damit die geschätzte Höhe der Forderungen demnach bis spätestens Ende des Jahres vorlegen.

Die grundsätzlichen Zahlen, denen nun wieder die übrigens für eine solche Aufgabe bemerkenswert kleine Arbeitsgruppe nachforschen soll, sind bereits 1945 besprochen worden. Griechenland hatte seinerzeit einen Anteil von 50 Prozent an den Deutschland insgesamt aufzubürdenden Wiedergutmachungsleistungen verlangt, nämlich zehn von insgesamt 20 Milliarden US-Dollar. Diese Forderung war noch während des Zweiten Weltkrieges von den Mächten der Anti-Hitler-Koalition als maßlos zurückgewiesen worden.

Schließlich sprachen die Teilnehmer der Pariser Reparationskonferenz 1946 den Griechen einen Anteil von 4,5 Prozent an den materiellen deutschen Reparationsleistungen zu und von 2,7 Prozent an anderen Formen der Reparationen. Tatsächlich erbracht wurden Sachleistungen, vor allem Maschinen aus westdeutscher Produktion im damaligen Gesamtwert von rund 25 Millionen Dollar, was damals 105 Millionen Mark entsprach und heute je nach Berechnungsmethode bis zu zwei Milliarden Euro.

Die Londoner Schuldenkonferenz 1953 hatte beschlossen, die Regelung der Reparationsforderungen bis zum Abschluss eines Friedensvertrages mit Gesamtdeutschland zu verschieben.

Als dann 1990 die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten verhandelt wurde, waren alle vier ehemaligen Siegermächte des Zweiten Weltkrieges einverstanden, das völkerrechtlich bindende Zwei-plus-Vier-Abkommen zu schließen. Es trat ausdrücklich “anstelle eines Friedensvertrages” in Kraft. Auf diesem Wege konnten Forderungen nach immensen Reparationsleistungen erledigt werden. Auch Griechenland akzeptierte dieses Abkommen völkerrechtlich bindend.

http://paukenschlag-blog.org/?p=6686

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