Die Hatz auf Steuersünder ist nicht nur juristisch geboten, sondern auch sozial gerecht – denn niemand kann besser mit Geld umgehen als der Staat. Dieser braucht künftig jeden Euro, um die Rettungskassen zu füllen. – Das gläserne Konto und der totale Überwachungsstaat dienen ebenfalls der Gerechtigkeit – denn wer nichts zu verbergen hat, braucht nichts zu fürchten.
Einkommen ist die Provision des Staates zur Erarbeitung der Steuern. (Quelle unbekannt)
von Michael Mross
Viel zu wenig! Ist denn ein besserer Verwalter des Bürgervermögens überhaupt vorstellbar als der Staat?
Daß der Staat das von seinen Bürgen eingetriebene Geld sinnvoll einsetzt, dafür gibt zahlreiche Beispiele.
Denken wir zum Beispiel an die Agrarwirtschaft. Wie soll ein Bauer, der keine Kuh hat, überleben? Andererseits muss der Staat dem Landwirt Anreize schaffen, dass er sich keine Kuh kauft. Deshalb ist es doch mehr als logisch, dass der Bauer eine staatliche Prämie erhält, wenn er auf Milchvieh verzichtet. Ist dies nicht ein perfektes Beispiel von Steuergerechtigkeit?
Oder denken wir an die Tabakbauern in Baden-Württemberg. Was kann denn der Tabakzüchter dafür, dass die Nikotinpflanze in Deutschland so schlecht wächst? Auch hier ist Subvention dringend geboten. Außerdem stammt die Unterstützung aus demselben Topf, mit dem auch Antiraucherkampagnen finanziert werden. Es kann also niemand behaupten, dass Steuergeld sinnlos verschwendet wird.
Genau so wie bei den Imkern, die ein Anrecht auf eine Bestäubungsprämie für ihr Bienenvolk haben. Wie sollen denn die kleinen Honigsammler ihren Weg finden, wenn der Staat hier nicht unterstützend eingreift? Kaum vorstellbar, wie Bienen überhaupt über Jahrmillionen Nektar ohne staatliche Eingriffe saugen konnten.
Sehr sinnvoll angelegt ist deutsches Steuergeld auch in der EU, insbesondere im Agrarbereich. Griechische Pfirsichernten werden Jahr für Jahr ins Meer gekippt, weil sie unverkäuflich sind. Kann man jetzt vom griechischen Pfirsichzüchter verlangen, dass er was anderes anbaut? Das ginge nun wirklich zu weit. Deshalb ersetzt die EU dem griechischen Pfirsichzüchter den Verkaufspreis für die vernichtete Frucht.
Was im Agrarbereich so gut funktioniert, gilt natürlich auch für’s Klima. Hier gilt die Faustformel: Je höher die Abgaben, desto besser das Klima. Man kann nur den Hut ziehen, wie Politiker äußerst intelligent und effektiv in diesem Bereich neue Einnahme-Quellen erzeugen. Wenn’s um höhere Abgaben für besseres Klima geht, ist Politkern kein Bereich zu heiß.
Der Staat braucht jeden Euro, damit es allen besser geht. Und damit er den kompletten Überblick über die Kassenbestände seiner Untertanen hat, muss das Finanzamt per Knopfdruck Zugang zu allen Konten haben – weltweit. Nur so ist Gerechtigkeit machbar.
Außerdem: Wie soll der Staat Steuern und Abgaben erhöhen, ohne konkret zu wissen, was der Bürger auf der hohen Kante hat?
Deshalb ist es wichtig, dass alle Länder an einem Strang ziehen. Wenn ein Land den staatlichen Kontozugriff verweigert, dann sind auch illegale Methoden zulässig, um an Informationen heranzukommen. Wie soll denn der Staat sonst Auslandskontostände erfahren, wenn er diese nicht durch Lockprämien für Verbrecher und Datendiebe in Erfahrung bringt?
Höhere Steuern bedeutet immer auch größere Kontrolle. Der Überwachungsapparat des Staates wird drastisch ausgebaut. Dies hat ebenfalls einen äußerst positiven Effekt: Ein Überwachungsstaat schafft Arbeitsplätze. Hartz IV Empfänger könnten zum Beispiel ihre steuerzahlenden Nachbarn ausspionieren, ob diese möglicherweise schwarz arbeiten. Nicht zuletzt könnte man auch den BND einer sinnvollen Aufgabe zuführen: die Bürgerkontrolle.
Die Beweispflicht wird natürlich umgekehrt. Wo kämen wir da hin, wenn der Staat dem Steuersubjekt nachweist, dass er über seine Verhältnisse lebt? Seine Unschuld hat der Untertan gefälligst selbst zu beweisen, wenn er sich schon verdächtig verhält.
Höhere Steuern = Mehr Gerechtigkeit
Wieso also das Gejammere über zu hohe Steuern und mehr Abgaben? Soll doch der Bürger froh sein, dass er überhaupt noch was ausgezahlt kriegt. Und wenn nicht? Der Staat wird schon dafür sorgen, dass niemand verhungert. Die Politikdarsteller im Reichstag werden die Ausgebeuteten bestimmt nicht hängen lassen: Suppenküche gegen Wählerstimme – so lautet künftig der Urnen-Lockruf.
Das Wenige, was dennoch übrig bleibt, sollen die Menschen gefälligst verbrauchen! Nicht umsonst trägt der moderne Homo Sapiens in unserem Finanzsystem die Bezeichnung „Verbraucher“.
Wie soll die Wirtschaft funktionieren, wenn die Wirtschaftssubjekte nicht verbrauchen, nicht den Planeten ausplündern? Also: geht in die Verbraucherzentralen, werft euren alten Krempel weg und kauft was Neues. Nur so kann das Bruttoinlandsprodukt wieder steigen.
http://www.mmnews.de/index.php/politik/10456-steuerhinterziehung-als-buergerpflicht