Seit einigen Tagen ist es in Griechenland gegen Androhung von Strafe verboten, im Fernsehen Bilder von
verwahrlosten Bürgern zu zeigen. Der Medienaufsicht gemäß sollen es die Sender unterlassen, die Krisenfolgen
anhand personifizierter Beispiele zu präsentieren. Dass dadurch für Medienkonsumenten ein real nicht existierendes
Paralleluniversum, in dem lediglich die Parolen der Regierung vom angeblich nahenden Wirtschaftswachstum geschaffen
wird, scheint dem Rundfunkrat nicht nur egal zu sein, sondern das dürfte eher beabsichtigt sein.
Als der englische Guardian in der vergangenen Woche ein Bild zahlreicher, um eine Tüte Orangen bettelnder, verarmter
Griechen als „picture of the day“ präsentierte, waren sich viele der im Land als „Papageien der Regierung“ verachteten
Kommentatoren samt ihrer geladenen Regierungspolitiker einig. Der Guardian, hieß es, würde zusammen mit den anderen
ausländischen Medien, „das Bild des Landes im Ausland verzerren und somit dem Land Schaden zufügen“.
Zwischen dem englischen Blatt und dem griechischen Bürgerschutzminister Nikos Dendias herrscht seit Monaten
ein Kleinkrieg. Dendias möchte die Journalisten und ihre Zeitung verklagen, weil diese systematisch über
Folter in griechischen Polizeistationen berichten.
Dass die Polizei selbst mit überaus amateurhaft per Photoshop verunstalteten Aufnahmen ihr „Bild im Ausland
nachhaltig schädigt“, scheint Dendias egal. Seine ihm getreue Journalistenschar entschuldigt „die paar Ohrfeigen“,
mit denen vier mutmaßliche Terroristen offenbar nach der Festnahme versehen wurden.
Die von der Polizei nach dem internationalen Aufschrei über den Folterverdacht veröffentlichten Fotos belegen
noch umfangreichere Verletzungen. Diese lassen sich nicht mit den Aussagen auf der anfänglichen Pressekonferenz
der Polizei, direkt nach der erfolgten Festnahme der mutmaßlichen Terroristen, in Einklang bringen.
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