Beamtenleben – „Ich kopierte leere Blätter, um Ruhe zu haben“

Verkrustete Strukturen, dreckige Bürotische: Jule Mann wechselte von der Privatwirtschaft in eine Behörde und erlitt einen Kulturschock. Ein Gespräch über Mettbrötchen, Büroschlaf, Umlaufmappenprosa.

 

Quelle: http://www.welt.de/vermischtes/article113553071/Ich-kopierte-leere-Blaetter-um-Ruhe-zu-haben.html

 

Kommentare: Quelle Hartgeld.com

[13:15] Der Schrauber meint:

Warum erinnert mich dieser Artikel nur so stark an die Verhältnisse in Großunternehmen? Die gleichen Diskussionen und Akte für eine sogenannte Bildschirmbrille, die am besten noch vom Gesundheitsministerium bewilligt werden muß und nach dem Verwaltungsakt einige tausend Euros kostet, 10-fach über dem, was eine hochwertige Brille direkt kostete. Diskussionen um Kaisers Bart.Verwaltungsakte, Zertifizierungen, Audits (jeder Parasitenverein darf mal, weil er ja oberwichtig ist und auch ein bißchen vom Kuchen ab haben möchte). Stapelweise Papierkram für die kleinste Handreichung, keiner will mehr Verantwortung tragen für irgendwas. Lieber beim nächsten Meeting politisch korrekten Sondermüll ausblubbern, als sich evtl. auch nur ein wenig um fachliche Dinge zu kümmern, die man hinterher rechtfertigen müßte und die dann ja evtl. einen Minuspunkt bei der Bewertung geben. Dazu am Besten aus Kartons voller Aktenordner mit Richtlinien zitieren, die samt und sonders zum Ziel haben, etwas abwimmeln zu können, oder gar nicht erst machen zu müssen. Wenn alle Stricke reißen, dann beauftragt man eben Fremdfirmen, die Stricke sind mittlerweile dünnstes Zwirn, das noch morsch. Grund: Die sind ja dann verantwortlich, man hat alles getan und kann nicht genagelt werden.

[13:45] Leserkommentar-DE:

Ein Nachbar, eigentlich Landschaftsvermesser bei der Stadtverwaltung, macht seit Jahren tgl. nichts anderes, als alte Auflistungen des Katasteramtes miteinander zu vergleichen. Völlig unnütze ABMs lt. seiner eigenen Aussage. Jetzt geht er endlich in die Rente, bzw. Pension, der arme, überarbeitete Mann. Mein Sohn machte ein 3-monatiges Praktikum da und die Arbeit, die sie ihm dafür vorbereitet hatten, hatte er innerhalb 2 Wochen erledigt. Eine Kollegin riet ihm, langsamer zu machen, weil sie sonst alle schlecht dastehen würden. Lt. Aussage meines Sohnes wird da mehr oder weniger den einen halben Tag Kaffe getrunken unden den anderen halben werden unerledigte Aktenstapel umgeschichtet.

[14:00] Leserkommentar-DE:

Hier in der Gegend hat die Bautätigkeit massiv nachgelassen wegen der Insolvenz des größten Arbeitgebers. Jetzt hat das Bauamt Zeit und geht mal die Akten der Dorfgemeinschaftshäuser durch und will schon die ersten stilllegen, und die Gemeinden, die noch bankrotter sind als der größte Arbeitgeber hier, sollen das alles abarbeiten und bezahlten.

[16:30] Leserkommentar-DE zu Leserkommentar Schrauber [13:15]:

Also ich kann die Leserzuschrift vom Schrauber nur dreifach, dick unterstreichen. Genauso ist es! auch in meiner Firma (DAX-Konzern). Die allermeisten Kollegen sind in ihrer eigenen hypnotischen Traumwelt versunken. Dass der ganze Laden (mit all seinen nutzlosen parasitären Auswüchsen) nicht vor die Hunde geht, liegt einzig und allein an der völlig verdrehten Geld- und Wirtschaftspolitik der Regierungen und Notenbanken. Der Kredit fließt ohne wenn und aber, ohne Sinn und Verstand. Solange der Kreditstrom nicht abreißt kann jeder unwirtschaftliche Schwachsinn ohne fundamentales Geschäftsmodell weiterlaufen. Verrückte Welt!

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