Endlich tut Berlin etwas: Sommer per Gesetz eingeführt!

Berlin (dissociated press) — Noch in dieser Koalitionsperiode wollen die Fraktionen der Asozialisitschen Deutschen Einheitspartei (die aus den Flügeln CDU, FDP, CSU, SPD und Bündnis 90 / Die Welken besteht) durch eine mutige und bislang beispiellose Gesetzesänderung sommerliche Temperaturen herbeiführen.

Der Gesetzentwurf, der dem, das oder der PROLLblog(in) vorliegt, sieht analog zur Sommerzeitumstellung der Uhren ein Vorstellen der Temperaturskala um 20 Grad Celsius mit Eintritt eines definierten Datums vor. Ganz so, wie heute 15:30 Uhr MESZ (Mitteleuropäische Sommerzeit) gestern noch 14:30 MEZ (Mitteleuropäische Zeit) waren, seien dann 18°SC (Grad Sommercelsius) das, was zuvor -2°C (Grad Celsius) gewesen wären. Analog zur vertrauten Zeitumstellung wird in Zeitansagen, Nachrichten und Mediendarbietungen nicht eigens auf die neue sommerliche Temperaturnorm hingewiesen, und genau so, wie der Tag durch die Einführung der Sommerzeit eine Stunde länger wird, wird er dann auch zwanzig Grad wärmer.

Die Wirtschaftsexperten der Asozialistischen Deutschen Einheitspartei versprechen sich von dieser Gesetzgebung Impulse für die deutsche Wirtschaft. Herr Heribert Göbel von der ADEP führt aus: “Bei 18 Grad können die ersten Mutigen die Freibäder besuchen und sich die aktuelle Sommermode kaufen, aber auch für die kälteempfindlicheren Menschen ist bei solchen frühlingshaften Temperaturen die Biergartensaison eröffnet. Unsere Erfahrungen mit der Sommerzeit zeigen, dass das funktioniert und von den Menschen im Lande dankbar angenommen wird. Eine Neuordnung der Temperaturmessung ist angesichts der nachteiligen Wetterlage in einem globalisierten Weltmarkt völlig und vollständig alternativlos.”

https://proll.wordpress.com/2013/03/31/endlich-tut-berlin-etwas-sommer-per-gesetz-eingefuhrt/

von feld89 Veröffentlicht in Satire

Der Postleitzahlen – Code

Ich habe hier eine gute Idee beim “Alten Schwurbler” gefunden. Darüber sollten wir alle einmal nachdenken, ob wir diese Idee nicht vielleicht umsetzen sollten. Die Ereignisse in Europa, aber auch auf der ganzen Welt überwerfen sich, und die Zeit scheint gekommen zu sein, um sich zumindest mit einer direkten Vernetzung zu beschäftigen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, daß es in nächster Zeit zu massiven Schwankungen in der Politik, aber auch im Finanzsystem kommen wird. Es wäre also im Allgemeinen ratsam sich zumindest im Regionalen zu vernetzen. So könnte ich mir gut vorstellen, daß man sich untereinander im Fall eines politischen/finanziellen Chaos Hilfe leisten, oder sich wenigstens gemeinsam beraten könnte. Daher finde ich den Vorschlag vom alten Schwurbler sehr gut. Daß sich natürlich auch Schlapphüte darunter befinden werden, davon gehe ich aus…aber es soll die Gesamtheit der Idee nicht gefährden. Wie ist Eure Meinung?

PLZ – Code?

Viele Menschen haben erkannt das es auf der Welt hinten und vorne nicht stimmt. Sie informieren sich im Internet und versuchen zuweilen andere auf die verschiedenen Mißstände aufmerksam zu machen. Der Erfolg dieser Bemühung geht in den allermeisten Fällen gegen Null. Und so sitzt man vor dem PC recherchiert, liest was andere zu sagen haben und ist doch irgendwie allein. Allerdings nicht sooo allein, denn es gibt inzwischen sehr viele Aufgewachte. Wie aber soll man sie finden? Wie wärs mit folgender Idee? Fast jeder schreibt gelegentlich Kommentare auf verschiedenen Blogs liest oder überfliegt sie. Manche Autoren verwenden ihren realen Namen oder verwenden einen sogenannten Nick. Stellt man hinter seinen Spitznamen die ersten drei Ziffern seiner Postleitzahl, so sieht jeder sofort in welcher Gegend man wohnt. Wer will verwendet die ganze Postleitzahl oder auch nur die ersten vier Zahlen. So signalisiert man den Wunsch nach Kontaktaufnahme.

Wer jemanden aus dem selben Postleitzahlenbereich entdeckt sendet dem Blogbetreiber seine e-post adresse auf daß er sie weiterleite. Ich bin sicher daß die meisten Blogbetreiber mitmachen werden, denn der Aufwand ist gering.

Im Kern geht es darum, Leute aus der selben Region kennenzulernen. Die Möglichkeiten die sich daraus ergeben sind enorm. Z.B. lassen sich regionale Stammtische einrichten, gemeinsame Krisenvorbereitungen treffen, etc.

Es sollte sich von selbst verstehen, daß man bei dieser Aktion ein gesundes Maß an Vorsicht an den Tag legen sollte.

Quelle: Der alte Schwurbler

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Ubasser

http://morbusignorantia.wordpress.com/2013/03/27/der-postleitzahlen-code/

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Gruß an die Stammtische

Der Honigmann

https://derhonigmannsagt.wordpress.com/2013/03/31/der-postleitzahlen-code/

Bank-Run in Italien: Bürger von Siena retten ihre Ersparnisse

Die Banca Monte dei Paschi di Siena muss einräumen, dass ihre Kunden Depots im Wert von mehreren Milliarden Euro aufgelöst haben. Die Italiener wollen damit einer Enteignung bei der ältesten Bank der Welt zuvorkommen.

Italien-draghi-BankaMonte

1472 gegründet, steht die Banca Monte dei Paschi di Siena heute vor dem Ruin. Eine Schlüsselrolle spielte der damalige italienische Notenbank-Chef und Ex-Goldman-Banker, Mario Draghi, heute EZB. Die Bank-Kunden haben reagiert – und Milliarden von ihren Konten abgezogen. (Fotos: Flickr/asbruff und Flickr/European Parliament)

Die italienische Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS) hat auf ihrer Website mitgeteilt, dass es in den vergangenen Monaten offenbar eine dramatische Flucht aus der Bank gegeben haben muss. In einem Statement teilte die Bank mit, dass die Derivaten-Skandale und der damit verbundene Verlust der Reputation zum Abzug von „einigen Milliarden aus den Depots“ der Bank geführt haben.

Bernardo Mingrone, CFO der MPS, hatte am Donnerstag die Lage noch verharmlost: Es habe einige Probleme gegeben, der Februar sei nicht so erfreulich gewesen, im März hätte es eine Erholung gegeben. Verräterisch: Mingrone wollte keine Aussage darüber treffen, wie viel Geld genau aus den Depots im ersten Quartal verschwunden ist. Dies ist vor allem für den März von Bedeutung: Offenbar haben die Italiener massiv auf die Ereignisse in Zypern reagiert und sich ihr Geld von der MPS geholt.

Der Fall der MPS zeigt beispielhaft, wie sich die europäischen Banken-Restrukturierung abspielen dürfte: Zunächst ist die Bank gemeinsam von den lokalen Politikern und den Investment-Banken in den Abgrund geritten worden (hier). Die italienische Finanzaufsicht hat unter der Federführung des heutigen EZB-Chefs Mario Draghi kläglich versagt (hier), bestreitet aber jede Verantwortung (hier). Der Goldman-Premier Mario Monti hat die Bank mit vier Milliarden aus Steuergeldern am Leben erhalten (hier).

Keine der Kapitalspritzen hat geholfen. Die MPS gilt immer noch als in ihrer Existenz gefährdet. Daher werden die Italiener besonders aufmerksam verfolgt haben, wie die normalen Bank-Guthaben in Zypern enteignet wurden (hier). Und sie werden noch aufmerksamer vernommen haben, dass zunächst der Euro-Gruppenführer Jereon Dijsselbloem (hier) und dann der niederländische EZB-Banker Klaas Knot (hier) bestätigt haben: Der Fall Zypern ist eine Blaupause für die europäischen Banken-Rettungen.

Die Kunden der MPS dürften schneller reagiert haben als andere Bankkunden. Möglicherweise waren für sie die erst vor kurzem aufgeflogenen Skandale ein Glücksfall: Sie wussten, dass mit ihrer Bank etwas nicht stimmt – auch wenn es sich um die älteste Bank der Welt handelt.

Die Kunden konnten sich ausrechnen, dass ihre Guthaben bei einer ausgewiesen schwachen Bank nicht besonders sicher sind. Und seit Zypern wissen sie: Im Crash-Fall wird jeder Bank-Kunde zur Kasse gebeten, wenn er mehr als 100.000 Euro auf der Bank liegen hat.

Für die meisten europäischen Bank-Kunden ist noch nicht klar, wie die Lage bei jenem Institut ist, dem sie ihr Geld anvertraut haben. Sie wären jedoch gut beraten, sich damit zu beschäftigen.

Sie sollten sich mit dem Gedanken vertraut machen, dass in Zeiten der schlummernden Derivaten-Bomben im Grunde jede Bank eine Bad-Bank ist.

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Gruß an die “Runner”
Der Honigmann

Scheidemanns Rede gegen das Versailler Diktat 1919

Philipp Heinrich Scheidemann (* 26. Juli 1865 in Kassel; † 29. November 1939 in Kopenhagen) war ein deutscher sozialdemokratischer Politiker und Publizist.

Philipp Scheidemann Scheidemanns Rede gegen das Versailler Diktat 1919

Philipp Scheidemann — Bild: Bundesarchiv

Im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts war er einer der herausragenden Protagonisten und Repräsentanten seiner Partei und der Weimarer Republik. Während der Novemberrevolution am 9. November 1918 verkündete Scheidemann von einem Balkon des Reichstagsgebäudes aus den Zusammenbruch des Deutschen Kaiserreichs und proklamierte die Deutsche Republik. 1919 wurde er von der in Weimar tagenden Nationalversammlung zum Reichsministerpräsidenten (Regierungschef) gewählt. Nach seinem Rücktritt noch im selben Jahr war er bis 1925 Oberbürgermeister seiner Geburtsstadt Kassel. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde er zur Flucht ins Ausland genötigt, wo er bis zu seinem Tod 1939 lebte, zuletzt in Dänemark.

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Philipp Scheidemann ließ nach der Übergabe des Versailler Vertragsentwurfs am 7. Mai 1919 und Bekanntwerden der unerfüllbaren Bedingungen die Weimarer Nationalversammlung ihre Beratungen der Reichsverfassung unterbrechen und berief die Abgeordneten nach Berlin, wo er vor ihnen in der Aula der Berliner Universität am 12. Mai 1919 folgende Protestrede gegen das Diktat hielt.

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deutschlands verstümmelung Scheidemanns Rede gegen das Versailler Diktat 1919“Die deutsche Nationalversammlung ist heute zusammengetreten, um am Wendepunkt im Dasein unseres Volkes gemeinsam mit der Reichsregierung Stellung zu nehmen zu dem, was unsere Gegner Friedensbedingungen nennen. In fremden Räumen, in einem Notquartier hat sich die Vertretung der Nation zusammengefunden, wie eine Schar Getreuer sich zusammenschließt, wenn das Vaterland in höchster Gefahr ist. Alle sind erschienen bis auf die Elsaß-Lothringer, denen man das Recht, hier vertreten zu sein, jetzt schon ebenso genommen hat, wie ihnen das Recht genommen werden soll, in freier Abstimmung ihr Selbstbestimmungsrecht auszuüben, und wenn ich in Ihren Reihen Kopf an Kopf die Vertreter aller deutschen Stamme und Länder sehe, die Erwählten vom Rheinland, vom Saargebiet, von Ost- und Westpreußen, Posen, Schlesien, von Danzig und von Memel, neben den Abgeordneten der unbedrohten Orte die Männer aus den bedrohten Ländern und Provinzen, die – wenn der Wille unserer Gegner durchgesetzt wird – zum letztenmal als Deutsche unter den Deutschen tagen sollen, dann weiß ich mich von Herzen einig mit Ihnen in der Schwere und Weihe dieser Stunde, über der nur ein Gebot stehen darf: Wir gehören zusammen, wir müssen beieinander bleiben, wir sind ein Fleisch und Blut, und wer uns zu trennen versucht, der schneidet mit mörderischem Messer in den lebendigen Leib des deutschen Volkes!

Unser Volk am Leben zu erhalten: das und nichts anderes ist unsere Pflicht. Wir jagen keinen nationalen Traumbildern nach, keine Prestigefragen und kein Machthunger haben Anteil an unseren Beratungen. Das Leben, das nackte arme Leben müssen wir für Land und Volk retten.

Heute, wo jeder die erdrosselnde Hand an der Gurgel fühlt, lassen Sie mich ganz ohne taktisches Erwägen reden: was unseren Beratungen zugrunde liegt, ist dies dicke Buch, in dem hundert Absätze beginnen: Deutschland verzichtet, verzichtet, verzichtet! Dieser schauerliche und mörderische Hexenhammer, mit dem einem großen Volke das Bekenntnis der eigenen Unwürdigkelt, die Zustimmung zur erbarmungslosen Zerstückelung abgepreßt werden soll, dies Buch darf nicht zum Gesetzbuch der Zukunft werden.
Seit ich die Forderungen in ihrer Gesamtheit kenne, käme es mir wie Lästerung vor, das Wilsonprogramm, diese Grundlage des ersten Waffenstillstandsvertrages, mit ihnen auch nur vergleichen zu wollen. Aber eine Bemerkung kann ich nicht unterdrücken: die Welt ist wieder einmal um eine Illusion ärmer geworden. Die Völker haben in dieser an Idealen armen Zeit wieder einmal den Glauben verloren.

Welcher Name ist auf Tausenden von blutigen Schlachtfeldern, in Tausenden von Schützengraben, in verwaisten Familien, bei Verzweifelten und Verlassenen während der blutigen Jahre andächtiger und gläubiger genannt worden als der Name Wilson? Heute erbleicht das Bild des Friedensbringers – wie die Welt ihn sah und hoffte – hinter der finsteren Gestalt der Kerkermeister, an deren einen, an Clemenceau, dieser Tage ein Franzose schrieb: Die wilde Bestie ist bei Wasser und Brot in den Käfig gesteckt und geprügelt worden, man hat ihr aber noch die Zähne gelassen und kaum die Krallen beschnitten. Meine Damen und Herren! Überall in Berlin hängt das Plakat, das für unsere Bruder in der Gefangenschaft werktätige Hilfe wachrufen will. Traurige, hoffnungslose Gesichter hinter Gefängnisgittern! Das ist das richtige Titelbild für diesen sogenannten Friedensvertrag! Das ist das getreue Abbild von der Zukunft Deutschlands!

Sechzig Millionen hinter Stacheldraht und Kerkergittern! Sechzig Millionen bei der Zwangsarbeit, denen die Feinde das eigene Land zum Gefangenenlager machen! Ich kann Ihnen aus dem unglaublich feinen Gitterwerk, mit dem uns Luft und Licht, mit dem uns jeder Ausblick auf Erlösung verhängt und versagt werden soll, ich kann Ihnen aus diesem Gitterwerk nicht jedes Stäbchen vorführen. Bei genauerem Zusehen entdeckt man immer wieder eine Schlinge, in der sich die Hand verfängt, die sich in die Freiheit hinausstrecken soll. Sie haben nichts vergessen, aber alles zugelernt, was Vernichtung und Zerstörung heißt.

Lassen Sie mich außerhalb unserer Grenzen beginnen. Deutschland wird, wenn die Bedingungen angenommen wurden, nichts mehr sein eigen nennen, was außerhalb dieser seiner Grenzen liegt. Die Kolonien verschwinden, alle Rechte aus staatlichen oder privaten Verträgen, alle Konzessionen und Kapitulationen, alle Abkommen über Konsulargerichtsbarkeit oder ähnliches, alles verschwindet! Deutschland hat aufgehört zu existieren! Das genügt noch nicht: Deutschland hat Kabel – sie werden ihm genommen, Deutschland hat Funkstationen – drei Monate nach Inkrafttreten des Friedensvertrags dürfen diese Stationen nur noch Handelstelegramme versenden und nur unter Kontrolle der Verbündeten! Also Herauswurf aus der Außenwelt und Abschneiden von der Außenwelt, denn was für Geschäfte zu machen sind unter Kontrolle der Konkurrenten und des Vertragsgegners, das braucht nicht ausgemalt zu werden. Aber noch lange nicht genug: es könnte doch noch eine deutsche Beziehung zum Ausland bestehen. Also bestimmt der Paragraph 4: ›Verträge mit den Feinden gelten als nichtig…, ausgenommen solche Vertrage, deren Ausführung eine Regierung der verbündeten oder assoziierten Machte zugunsten eines ihrer Staatsangehörigen binnen sechs Monaten verlangt.‹

Wie sagt Wilson so treffend? ›Der erste Grundsatz des Friedens selbst ist Gleichheit und gleiche Teilnahme an gemeinsamen Vorteilen.‹ Ein Grundsatz, den der Verband bis ins kleinste verwirklicht sehen will, denn der Schlußpunkt, unter die ihm genehme Art, Deutschland aus der Welt wegzurasieren, setzt er durch die Bestimnung: ›Alle Maßnahmen Deutschlands in bezug auf die Liquidation feindlichen Eigentums sind sofort einzustellen oder wieder gutzumachen.‹ Hingegen behalten sich die verbündeten und assoziierten Regierungen das Recht vor, alle Eigentumsrechte und Interessen deutscher Staatsangehöriger in ihrem Gebiete zurückzubehalten und zu liquidieren. Das ist das Kerkerbild nach der einen Seite. Dem Auslande zu ohne Schiffe – denn unsere Handelsflotte geht in die Hände des Verbandes über -, ohne Kabel, ohne Auslandsniederlassungen, ohne Rechtsschutz, ja selbst ohne das Recht, mitzuwirken bei der Festsetzung der Preise für die von uns als Tribut zu liefernden Waren, für Kali, pharmazeutische Artikel usw.

Ich frage Sie: Wer kann als ehrlicher Mann – ich will gar nicht sagen als deutscher – nur als ehrlicher, vertragstreuer Mann solche Bedingungen eingehen? Welche Hand müßte nicht verdorren, die sich und uns in solche Fesseln legt? Und dabei sollen wir die Hände regen, sollen arbeiten, die Sklavenschichten für das internationale Kapital schieben, Frondienste für die ganze Welt leisten! Den Handel im Auslande, die einstige Quelle unseres Wohlstandes, zerschlägt man und macht man uns unmöglich.

Und im Inland? Die lothringischen Erze, die oberschlesische Kohle, das elsässische Kali, die Saargruben, die billigen Nahrungsmittel Posens und Westpreußens, alles soll außerhalb unserer Grenzen liegen, aus denen wir keinen höheren Zollschutz ziehen dürfen, als er am 1. August 1914 bestand, wohl aber unsere Gegner nach Belieben und ganz zu unserer Erdrosselung. Im Innern müssen alle deutschen Einkünfte in erster Reihe den Zahlungen für die Verzollung zur Verfügung stehen. Nichts für unser Volk, nichts für die Kriegsbeschädigten und Kriegswirtschaft, alles ein Frondienst, für dessen Produkte die Preise vom Abnehmer festgesetzt werden, wie, das hat Frankreich Ihnen gezeigt, das uns die im Saarbecken geförderte Kohle mit 40 Mark pro Tonne bezahlte und sie im eigenen Land und nach der Schweiz für 100 Franken verkauft hat. Ich will Ihnen nicht alle die großen und kleinen Schlingen nachweisen, in deren Gesamtheit sich ein großes Volk zu Tode verstricken soll, getreu dem Worte des Feindes: ›Wenn Deutschland in den nächsten 50 Jahren wieder Handel zu treiben beginnt, ist dieser Krieg umsonst geführt worden.‹

Was soll ein Volk machen, dem das Gebot auferlegt wird: ›Sein Land ist für alle Verluste, alle Schäden, die die alliierten und assoziierten Regierungen und ihre Nationen infolge des Krieges erlitten haben, verantwortlich.‹ Was soll ein Volk machen, das bei der Festsetzung seiner Verpflichtungen nicht mitreden darf, -sondern dem man ›billig Gelegenheit gibt, sich zu äußern, ohne daß es an den Entscheidungen beteiligt würde‹, auf dessen eigene Bedürfnisse kein Mensch Rücksicht nimmt und dessen Ansprüche man mit einer Handbewegung wegstreicht und das man verpflichtet, keiner der alliierten und assoziierten Regierungen direkt und indirekt irgendwelche Geldforderungen für irgendwelches Ereignis, das vor Inkrafttreten des Vertrages fallt, vorzulegen.

Und weil vielleicht all dieses Maß von Fesselung und Demütigung und von Ausraubung noch nicht ausreicht, um jede günstige Vernichtungsmöglichkeit in Zukunft auszunutzen, schließlich uns endlich den Fuß in den Nacken zu setzen und den Daumen aufs Auge zu drücken, offen die erbärmliche Versklavung für Kinder und Kindeskinder: ›Deutschland verpflichtet sich, alle Akte der Gesetzgebung, alle Bestimmungen und Verordnungen einzuführen, in Kraft zu setzen und zu veröffentlichen, die nötig sein könnten, um die vollständige Ausführung der oben erwähnten Festsetzungen zuzusagen.‹ Genug! Übergenug!

Das, meine Damen und Herren, sind einige Beispiele der Vertragsbestimmungen, bei deren Festsetzung Herr Clemenceau gestern unserer Delegation sagte, daß der Verband sich ständig von den Grundsätzen habe leiten lassen, nach denen der Waffenstillstand und die Friedensverhandlungen vorgeschlagen worden sind.

Meine Damen und Herren! Wir haben Gegenvorschläge gemacht. Wir werden noch weitere machen. Meine Damen und Herren! Wir sehen mit Ihrem Einverständnis unsere heilige Aufgabe darin, zu Verhandlungen zu kommen. Dieser Vertrag ist nach Auffassung der Reichsregierung unannehmbar. Der Vertrag ist so unannehmbar, daß ich heute noch nicht zu glauben vermag, die Erde könne solch ein Buch ertragen, ohne daß aus Millionen und aber Millionen Kehlen aus allen Ländern ohne Unterschied der Partei der Ruf erschallt: ›Weg mit diesem Mordplan!‹

Da und dort meldet sich schon die Einsicht um die gemeinsamen Menschheitsverpflichtungen. In den neutralen Ländern und Italien und England, vor allem auch – und das ist uns ein Trost in dieser letzten furchtbar auflodernden chauvinistischen Gewaltpoltik – vor allem auch im sozialistischen Frankreich werden die Stimmen laut, an denen der Historiker einst den Stand der Menschlichkeit nach vierjährigem Morden messen wird. Ich danke allen, aus denen ein empörtes Herz spricht. Ich danke vor allem und erwidere in unwandelbarer Anhänglichkeit das Gelöbnis der Treue, das gerade jetzt aus Wien zu uns herüberschallt. Brüder in Osterreich, die auch in der dunkelsten Stunde den Weg zum Gesamtvolk nicht vergessen: wir grüßen euch, wir danken euch, und wir halten zu euch! – Ich rechne nicht mit den anderen, denen der Käfig noch nicht dicht genug geflochten, noch nicht eng, noch nicht martervoll genug ist, der Käfig, in den das ›deutsche Tier‹ gesperrt werden soll. Wir kennen unseren Weg. Über diese Bedingungen darf er nicht führen. Es hieße nicht an Deutschlands Zukunft zweifeln, sondern diese Zukunft opfern, wenn wir anders denken und fühlen wollten.

Stehen Sie uns bei, denn die Annahme lasse niemand in der Welt darüber im Zweifel, daß Sie eins mit uns sind, das ganze Volk ein Wächter vor der Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder. Ein einiges Volk erträgt viel, ganz besonders, wenn es, wie wir heute, nicht für uns selbst, sondern für die Gesellschaft der Nationen dagegen protestiert, daß Haß nicht verjährt, daß Fluch für immer verankert werde! Von den Mitgliedern der deutschen Nationalversammlung gilt heute das Wort: ›Der Menschheit Würde ist in eure Hand gegeben! Bewahret sie!‹

Wird dieser Vertrag wirklich unterschrieben, so ist es nicht Deutschlands Leiche allein, die auf dem Schlachtfelde von Versailles liegen bleibt, dabei werden als ebenso edle Leichen liegen das Selbstbestimmungsrecht der Völker, die Unabhängigkeit freier Nationen, der Glaube an all die schönen Ideale, unter deren Banner der Verband zu fechten vorgab, und vor allem der Glaube an die Vertragstreue! Eine Verwilderung der sittlichen und moralischen Begriffe ohnegleichen, das wäre die Folge eines solchen Vertrages von Versailles, das Signal für den Anbruch einer Zeit, in der wieder – wie vier Jahre lang, nur heimtückischer, grausamer, feiger – die Nation das mörderische Opfer der Nationen, der Mensch des Menschen Wolf wäre.
Wir wissen es und wollen es ehrlich sagen, daß dieser kommende Friede für uns eine Marter sein wird. Wir weichen nicht um Fadenbreite von dem zurück, was unsere Pflicht ist, was wir zugesagt haben, was wir ertragen müssen. Aber nur ein Vertrag, der gehalten werden kann, der uns am Leben hält, der uns das Leben als einziges Kapital zur Arbeit und Wiedergutmachung läßt, nur ein solcher Vertrag kann Deutschland wieder aufbauen. Nicht der Krieg, sondern der verhaßte kasteiende Arbeitsfriede wird das Stahlbad für unser aufs tiefste geschwächtes Volk sein! Der Arbeitsfriede ist unser Ziel und unsere Hoffnung! Durch ihn können wir den berechtigten Forderungen unserer Gegner gerecht werden, durch ihn allein aber auch können wir unser Volk wieder zur völligen Gesundung führen.

Wir müssen von unseren Niederlagen und Krankheiten gesunden, ebenso wie unsere Gegner von den Krankheiten des Sieges. Heute sieht es fast so aus, als sei das blutige Schlachtfeld von der Nordsee bis zur schweizerischen Grenze noch einmal in Versailles lebendig geworden. Wir kämpfen nicht mehr, wir wollen den Frieden! Wir wenden uns schaudernd von jenem Mord: wir wissen, wehe denen, die den Krieg heraufbeschworen haben! Aber dreimal wehe denen, welche heute den wahrhaftigen Frieden verzögern um nur einen Tag!«

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_Scheidemann
http://vho.org/D/DGG/Scheide42_3.html

http://www.politaia.org/geschichte-hidden-history/scheidemanns-rede-gegen-das-versaller-diktat-1919/

Saatgutverordnung neu: Das Ende der Vielfalt

Was im Schaugarten der Arche Noah, der „Gesellschaft für die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt und ihre Entwicklung“ bald wachsen wird, hat bereits jetzt Seltenheitswert – und wird vielleicht in weiterer Zukunft völlig verschwunden sein. Ausnahmsweise nicht wegen gestrichener Fördergelder und anderer Sparmaßnahmen, sondern wegen regulatorischer Eingriffe: in Brüssel wird an einer neuen Saatgutverordnung gearbeitet, von der Aktivisten befürchten, dass sie das Ende der Artenvielfalt in Gärten und auf Äckern bedeuten könnte.

Weiter hier

http://help.orf.at/stories/1715203/

Die Bandbreite : Ich will Europa

Relevante Kritik statt gehaltloser Romantisierung ist in diesen Zeiten gefragt.

Die Kampagne „Ich will Europa“ für die u.a. Angela Merkel verantwortlich zeichnet liefert all dies nicht.

Profillose Marionetten schwadronieren auf deren Webseite über die Vorteile eines Europa,
das seinen Bürgern bisher nur Nachteile gebracht hat und nur die Mega-Reichen profitieren lies.

Zeit endlich einmal Tacheles zu reden!

Bank-Run in Italien: Bürger von Siena retten ihre Ersparnisse

Die Banca Monte dei Paschi di Siena muss einräumen, dass ihre Kunden Depots im Wert von
mehreren Milliarden Euro aufgelöst haben. Die Italiener wollen damit einer Enteignung
bei der ältesten Bank der Welt zuvorkommen.

Die italienische Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS) hat auf ihrer Website mitgeteilt,
dass es in den vergangenen Monaten offenbar eine dramatische Flucht aus der Bank gegeben haben muss.
In einem Statement teilte die Bank mit, dass die Derivaten-Skandale und der damit verbundene Verlust
der Reputation zum Abzug von „einigen Milliarden aus den Depots“ der Bank geführt haben.

Bernardo Mingrone, CFO der MPS, hatte am Donnerstag die Lage noch verharmlost:

Es habe einige Probleme gegeben, der Februar sei nicht so erfreulich gewesen, im März hätte es eine
Erholung gegeben. Verräterisch: Mingrone wollte keine Aussage darüber treffen, wie viel Geld genau
aus den Depots im ersten Quartal verschwunden ist. Dies ist vor allem für den März von Bedeutung:

Offenbar haben die Italiener massiv auf die Ereignisse in Zypern reagiert und sich ihr Geld von der MPS geholt.

Der Fall der MPS zeigt beispielhaft, wie sich die europäischen Banken-Restrukturierung abspielen dürfte:

Zunächst ist die Bank gemeinsam von den lokalen Politikern und den Investment-Banken in den Abgrund geritten worden.
Die italienische Finanzaufsicht hat unter der Federführung des heutigen EZB-Chefs Mario Draghi kläglich versagt,
bestreitet aber jede Verantwortung .

Der Goldman-Premier Mario Monti hat die Bank mit vier Milliarden aus Steuergeldern am Leben erhalten.

Den kompletten Artikel findet Ihr hier : Deutsche Wirtschafts Nachrichten