Angela Merkels Wahlbezirk schwimmt auf Öl

In Angela Merkels Wahlbezirk wurden Ölvorkommen entdeckt

Probebohrungen von Geologen haben ergeben: In Teilen Mecklenburg-Vorpommerns und Brandenburgs schlummern Millionen Barrel Öl unter der Erde. Was Klimaschützern ein Graus ist, könnte für die wirtschaftsschwachen Regionen ein Millionengeschäft werden.
Deutschland hat 2012 Öl im Wert von fast 60 Milliarden Euro importiert. Einen Teil der Ausgaben hätte es sich offenbar sparen können – denn ein Teil der Bundesrepublik sitzt selber auf einem Ölschatz: Probebohrungen eines deutsch-kanadischen Gemeinschaftsunternehmens namens Central European Petroleum GmbH (CEP) machen insbesondere dem finanziell gebeutelten Mecklenburg-Vorpommern Hoffnungen auf Millioneneinnahmen.Nach einem Bericht des Portals „welt.de“, das sich auf die Nachrichtenagentur Bloomberg beruft, hat CEP acht Lizenzen für die Öl-Erkundung in einem Gebiet von mehr als 14 000 Quadratkilometern Fläche in Mecklenburg-Vorpommern erworben, darunter auch im Wahlbezirk der Kanzlerin. Auch in Brandenburg sucht CEP nach Ölvorkommen – und das scheinbar erfolgreich: „Wir haben vier Probebohrungen gemacht und bei allen Öl gefunden“, sagte CEP-Geschäftsführer Thomas Schröter der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass Teile von Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg auf Öl schwimmen.“
Wertschöpfungspotenzial bis zu 13,5 Milliarden EuroNach einer Studie des Unternehmens könnten auf 160 Quadratkilometern entlang der Küste rund 40 Millionen Barrel Öl in der Qualität der Nordseesorte Brent „auf konventionelle Art“ gefördert werden. Im Best-Case-Szenario von CEP sind laut Bloomberg jährlich rund 500 Millionen Euro Einnahmen für Mecklenburg-Vorpommern drin – das entspräche sieben Prozent des Landeshaushalts. Die US-Investmentbank Goldman Sachs unterstütze das Projekt als Investor, hieß es.CEP hofft, dass es bis 2016 eine Erlaubnis zur Ölförderung bekommt. Den gesamtwirtschaftlichen Nutzen für das Küstengebiet taxiert das Unternehmen auf rund zwei Milliarden Euro für die nächsten 25 Jahre. Die Summe könnte für das Bundesland auf 13,5 Milliarden Euro steigen, „wenn alle aktuellen Projekte erfolgreich sein sollten“, so CEP-Geschäftsführer Schröter. Er fügte hinzu: „Das ist mein erstes Projekt in Deutschland, und als ich hierher kam, dachte ich: endlich mal Öl in einer Gegend, die nicht Kriegsgebiet ist.“
Landesregierung noch unentschlossenUmweltschützer sind zutiefst skeptisch, da beispielsweise Teile der vermeintlichen Ölvorkommen in der naturgeschützten Dünenlandschaft um den sogenannten „Bodden“ liegen. Unterdessen frohlocken CDU-Politiker angesichts möglicher Beschäftigungseffekte für die Region – schließlich hat Mecklenburg-Vorpommern die zweithöchste Arbeitslosenquote und das niedrigste Pro-Kopf-Einkommen in Deutschland. „Sehen Sie, wir werden hier keine Mercedes-Fabrik bekommen“, wird Benno Rüster zitiert – er ist CDU-Bürgermeister von Grimmen, das rund 20 Kilometer von der Küste entfernt liegt. „Wir brauchen Öl.“
Die Landesregierung hat nach Aussage eines Regierungssprechers noch keine Position zur Ölförderung eingenommen. Eine Sprecherin der Bundesregierung gab keine Antwort auf die Frage, ob Merkel die Ölförderung in ihrem Wahlbezirk unterstütze.
Quelle: focus.de

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