Kabul (dpo) – Es ist ein Naturschauspiel von atemberaubender Schönheit.
Wie jedes Jahr um diese Zeit hat in Afghanistan und in Teilen Pakistans
die Wanderung der US-Kampfdrohnen begonnen. Weil die unbemannten Luftfahrzeuge
aufgrund des strengen Winters im Norden der beiden Länder nicht mehr genug
Kanonenfutter finden, ziehen sie in den Süden.
Zudem könnten durch die klirrende Kälte Waffen- und Zielsysteme
der possierlichen Tötungsmaschinen beeinträchtigt werden.
Die afghanische Bevölkerung beobachtet das Spektakel mit gemischten Gefühlen.
„Ich schaue mir das eigentlich immer ganz gern an – allerdings aus sicherer Distanz“,
erklärt Hobby-Ornithologe Khalid Bayat aus Kunduz. „Ich habe schon mehrere General
Atomics MQ-1 Predators fotografiert und auch schon die eine oder andere MQ-1C Gray
Eagle sowie eine seltene MQ-9A Reaper-Drohne. Nur diese verdammten Stealth-Drohnen
wie etwa die Lockheed Martin RQ-170 Sentinel bekommt man einfach nicht vor die Linse.
So bekomme ich mein Drohnenbuch nie voll.“
Im südlicher gelegenen Kandahar hingegen
ist man wenig begeistert von den Neuankömmlingen.
Schafhirte Hamid Khan: „Hier nisten ja schon im Sommer viele Kampfdrohnen auf den
regionalen US-Stützpunkten, aber im Winter traut man sich kaum noch vor die Tür,
um sein Vieh auf die Weide zu treiben, geschweige denn eine Hochzeit zu feiern.“
Trotz der milderen Temperaturen bleiben Südafghanen wie Hamid Khan
daher lieber zu Hause und erzählen ihren Kindern aus der Zeit,
bevor die Drohnen des Friedensnobelpreisträgers ins Land kamen.
Gefunden bei : Der Postillon

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