Raus aus den Schulden : Berlin führt gebührenpflichtige Fußgängerampeln ein

Ampel neu

Berlin (dpo) – Wer in Berlin die Straßenseite wechseln will, wird womöglich schon bald
zur Kasse gebeten. Wie die Stadtverwaltung am Donnerstag bekanntgab, sollen Fußgängerampeln
im gesamten Stadtgebiet noch in diesem Jahr mit Münzautomaten ausgestattet werden.

Die Grünphase für Fußgänger kann dann nur noch durch Geldeinwurf ausgelöst werden.

Gleichzeitig werden die Strafen für unerlaubte Straßenüberquerungen bei Rot verschärft.

Mit diesem Maßnahmenpaket will Berlin eine neue Einnahmequelle zum
Abbau seines Schuldenbergs von rund 63 Milliarden Euro erschließen.

An den gebührenpflichtigen Fußgängerampeln, die in den nächsten Monaten
im gesamten Stadtgebiet eingerichtet werden, kostet eine einfache Grünphase
von vier Sekunden bei zweispuriger Fahrbahn 50 Cent.

Wer den Komfort einer längeren Grünphase nutzen will oder sich keine Sprints mit dem
Rollator zutraut, muss mit einem Euro zwar das Doppelte investieren, hat dafür aber
satte acht Sekunden für die erfolgreiche Überquerung der Fahrbahn Zeit.

Von Seiten der Stadt spricht man dem Projekt neben seinen finanziellen Vorteilen
nicht zuletzt auch einen gesellschaftlichen Nutzen zu. Demnach sei schon bald nach
der Einführung die Etablierung einer regen Crosswalk-Sharing-Szene erwartbar, bei
der sich Menschen spontan zu Fahrbahnüberquerungsgemeinschaften zusammenschließen.

Um dabei dennoch eine ausreichende finanzielle Ausbeute sicherzustellen,
arbeite man außerdem intensiv an einem geschickten System lästiger Baustellen,
um Fußgänger zum häufigen Wechseln der Straßenseite zu animieren.

Gefunden bei : Der Postillon (CC BY-NC-SA Lizenz)

5 Kommentare zu “Raus aus den Schulden : Berlin führt gebührenpflichtige Fußgängerampeln ein

  1. Ich glaube das nicht. Entweder das ist ein Witz oder eine groteske Ente.

    Obwohl das alliierte Grundgesetz weniger Wert ist als eine alte Farbdose, wäre es jedem Winkeladvokaten ein leichtes diese Pobereitschein-Umrtiebe wegen Verstoß gegen das Gleichheitsprinzip wegzuwischen, schließlich ist nicht einzusehen, daß Autofahrer nicht für grünes Licht zahlen brauchen. Wie eine „Mini-Maut“ an jeder Ampel für Autos indes zu realisieren sein soll, ist fraglich. Gemessen an der Anzahl der Ampeln und der hektischen Suche nach Münzen, wäre eine totale Verkehrslähmung die Folge. Müßig darüber nachzudenken, was der Arbeitsweg für Autofahrer oder Fußgänger dann kosten würde. Über die dramatisch zunehmenden Unfälle will ich gar kein Wort mehr verlieren…

    Gut gewählt, weil offenkundiger „Dinglish-Blödsinn“, ist der Begriff „Crosswalk-Sharing-Szene“. Wenn man allerdings mit Baustellen gegensteuern wollte, so würde das zu mehr Kosten führen, als durch diesen Multiinfarktschwachsinn in die Kassen käme.

    Alles in allem ist die Idee begrüßenswert. Vermutlich würde das Ding namens Pobereit endlich absolut jeden gegen sich aufbringen. Die Tucke müßte damit rechnen, an einer Ampel erhängt zu werden und dafür würde ich sogar 10 Teuronen einwerfen – „Hanging-Sharing-Szene“ eben…

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