Goldman „FAZ“: „Was habt ihr bloß gegen Gottspielerei ?“

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Diejenigen, die wissen, was läuft, schreiben nicht für Qualitätszeitungen

„Wieso hassen alle Goldman Sachs?“, lautete die aus Sperrholz laubgesägte Überschrift eines
Artikels der „FAZ“ vom 2. Februar. Zunächst mal möchte ich die unverzichtbaren Intellektuellen
aus der Hellerhofstraße um etwas bitten :

Könnten wir uns eventuell darauf einigen, den eilfertigen Gebrauch solcher überemotionalen
Vokabeln ein klein wenig zurückzufahren? Europahasser, Euro-Hasser, Dies- und Das-Hasser –
muss das sein? Wäre ja auch in eurem Interesse, wo ihr doch selber ständig gegen den von
euch stets neu erfundenen Populismus oder auch Internet-Stammtische verzweifelt anschreibt.

Denn völlig berechtigte Kritik an EINEM Bankhaus muss erstens noch kein „Hass“ sein und
erlaubt zweitens eigentlich auch keine reißerischen Verallgemeinerungen wie „Feindbild Bank“.

Gut, ihr habt mit Verallgemeinerungen ja sonst auch keine Probleme, wie man an eurem albernen
Herumgeflatter bezüglich des „Mohammed-Videos“ ablesen konnte, zu dem es in eurem Feuilleton
hieß, „die Muslime“ gingen auf die Straße. Ich hatte dazu einen Artikel geschrieben, in dem
ich die prozentualen Anteile „der“ Muslime an den Gesamtbevölkerungen der betroffenen Länder
etwas genauer berechnete.

Ich meine, wenn zum Beispiel im leidenschaftlich herbeigeschriebenen Feindbild Iran,
einem Land mit knapp 80 Millionen Einwohnern (viele davon sogar Menschen!), 2.000 Leute
vor Wut über ein Video auf die Straße machen, sind das ja noch nicht „die“ Muslime, auch
ist deshalb nicht gleich „die islamische Welt in Aufruhr“.

Nicht wenige Muslime interessierte das Streiflein nämlich ungefähr
so viel wie ein grasendes Gnu eine defekte Ampel in Kassel.

Also bleibt cool, ihr Meister des politisch korrekten Ausdifferenzierens!

Freilich, eine geBILDete Schlagzeile wie „Wieso hassen alle …“ macht sich natürlich besser
als ein nüchternes und langweiliges, unaufgeregtes „Wieso kritisieren alle …“; ersteres
klingt würziger, aufwühlender, kriegerischer, passt also wunderbar zur aktuellen internationalen
Verstimmungslage und noch wunderbarer zu dem auch von eurer „Ersten Seite“ immer wieder gerne
heruntergebellten Bellizismus, wenn es darum geht, in grundehrlichen Kommentaren zu humanitären
Schnelleinsätzen zum Wohle des ewig währenden Weltfriedens verbale Beihilfe zu Angriffskriegen
und Massenmord zu leisten und den Leserchen dabei das eine oder andere unschöne Detail aus der
Vorbereitungsphase oder den geopolitischen Hintergründen der entsprechenden Kriege zu verschweigen.

Warum also mit guten Traditionen brechen? Passt schon.

Den kompletten Artikel findet Ihr hier : EF Magazin

3 Kommentare zu “Goldman „FAZ“: „Was habt ihr bloß gegen Gottspielerei ?“

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