Gerichtsvollzieher treibt Forderung in Schufa-Zentrale ein

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Am 28. Januar entschied der Bundesgerichtshof, dass die Kreditauskunft Schufa das
genaue Zustandekommen der „Scores“, mit denen Banken und andere Unternehmen die
Kreditwürdigkeit von Verbrauchern beurteilen, nach § des 34 Bundesdatenschutzgesetzes
auch dann nicht offenlegen muss, wenn es zu einer offensichtlichen Fehleinschätzung kam.

Dieses Urteil heißt jedoch nicht, dass sich eine Klage gegen die Schufa nicht
lohnen würde, wie der Fall des Friedrichsfehner Kaufmanns Rolf Bartels zeigt.

Der 69-Jährige hatte vor zwei Jahren beim Kauf einer Wohnung zufällig festgestellt,
dass die Schufa Banken und Telekommunikationsdienstleistern die falsche Auskunft
erteilte, er sei mit einem Bonitätswert von 36 Prozent nicht sehr kreditwürdig.

Auf Anfrage erfuhr Bartels, dass dies an Insolvenzen lag, mit denen er gar nichts zu tun
hatte. Er ging deshalb von einer Namensverwechslung aus, was sich als zutreffend herausstellte.

Damit die Kreditauskunft das zur Kenntnis nahm, beauftragte er den Oldenburger Rechtsanwalt
Heinrich Enneking, der erreichte, dass die Auskunftei ihren Eintrag abänderte und alle Personen
und Unternehmen, die Bartels Kreditwürdigkeit abgefragt hatten, über die Richtigstellung informierte.

Allerdings wollte die Schufa Bartels das Rechtsanwaltshonorar nicht erstatten.

Deshalb musste der Kaufmann vor die Amtsgerichte Westerstede und Wiesbaden ziehen und
die 718,40 Euro über einen Gerichtsvollzieher in der Unternehmenszentrale eintreiben lassen.

Bei der Schufa heißt es dazu, man habe die Anwaltskosten „zunächst“ nicht bezahlt, weil
man das Ergebnis einer möglichen Berufung abwarten wollte. Die darauf hin erfolgte
„unmittelbare Einbeziehung eines Gerichtsvollziehers“ sei absolut unüblich.

Zur Frage, wie dieser Gerichtsvollziehertermin den Schufa-Score der
Schufa beeinflusste, blieb eine Antworten des Dienstleister bislang aus.

Die Schufa-Pressestelle entschuldigt dies damit, dass diese Frage nur die „Fachkollegen“
beantworten könnten, die „im Moment sehr viele Presseanfragen bekommen“.

Den kompletten Artikel findet Ihr hier : Telepolis

2 Kommentare zu “Gerichtsvollzieher treibt Forderung in Schufa-Zentrale ein

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