Deutsche Identitätskrise hält an

Kein Selbstbewußtsein in Sicht vor lauter Nationalstolzdebatten?

Wir sind ein Volk! Sind wir? Wie sieht es aus mit der Identität der Deutschen? Haben wir eine? Sind wir stolz auf das, was wir sind? Viele Deutsche lehnen Nationalstolz ab, da sie mit Deutschland außer dem Dritten Reich offenbar nichts verbindet und das, was diese Deutschen über das Dritte Reich wissen, haben sie aus der Schule und den Medien.

Da kann man es ihnen kaum verübeln, daß sie nicht wissen, auf was sie tatsächlich stolz sein könnten. Wenn die Menschen heutzutage mit derart geringem Wissen ausgestattet sind, braucht man sich wirklich nicht zu wundern.

Dabei hofft man doch, daß den Kindern in der Schule Sinnvolles beigebracht wird. So etwas wie umfassende Geschichtskenntnisse.zum Beispiel. Im Jahre 2011 lebten scheinbar 81,85 Millionen Menschen in Deutschland. Davon waren rund 21 Millionen im Rentenalter, haben also selber Geschichte geschrieben, indem sie Deutschland nach dem Krieg wieder mit aufgebaut haben. Über deren Identität braucht man nicht zu diskutieren. Sie sind Deutsche und mit Recht stolz auf das, was sie in den Jahren ihrer Berufstätigkeit erreicht haben, und die Frage der Identität dürfte sich für diese Gruppe nicht stellen.

10 bis 11 Millionen Menschen waren in 2011 noch Kinder, da hatte die Frage der nationalen Identität noch keine vorrangige Bedeutung. Bleiben also rund 60 Millionen, die sich möglicherweise schon mal die Frage nach nationaler Identität gestellt haben oder um beim Thema zu bleiben, die Frage wessen Volk wir eigentlich sind. Gut, mindestens 10 Prozent muß man auch wieder abziehen, da diese Mitbürger Ausländer oder Migrationshintergründige sind. Bleiben aber immer noch genug Menschen übrig. Möglicherweise stellt sich die Frage nach nationaler Identität für die Mitbürger Mitteldeutschlands nicht, da diese Mitbürger sich mit dem „Wir sind ein Volk“  ganz klar identifiziert haben.

Verbleiben trotzdem Bürger, die mit „Volk“ nichts anfangen können. Warum nicht? Sie identifizieren sich nicht, weder mit den Mitbürgern noch mit dem Land und schon gar nicht mit der Politik, die in diesem Land gemacht wird. Viele von diesen Menschen identifizieren sich ja nicht mal mit sich selber. Da haben die 68er und die sexuelle Revolution sowie die Esoterik-Welle nicht viel gebracht. Sie leben ihr Leben, gehen arbeiten, sind froh, daß sie ihre Rechnungen bezahlen können, schalten abends ihren Fernseher ein und lassen den lieben Gott einen guten Mann sein. Sie wollen ihre Ruhe haben und sind es genug, wenn sie alle vier Jahre ein Kreuz bei den sogenannten Wahlen machen dürfen.

Diese Menschen gehen im Internet shoppen, twittern, sind per WhatsApp unterwegs, haben immer die neuesten Handys oder schließen sich zu Hause vor der Welt ein, wollen mit Problemen jedweder Art am liebsten nichts zu tun haben. Schon gar nicht mit der aktuellen politischen Situation in diesem Land und in Europa. Da flüchtet man sich gerne in so billige Floskeln, wie „Die da oben machen ja doch, was sie wollen“ oder „Man kann ja doch nichts machen“. Und was sie noch alle gemein haben, ist die Angst! Die Angst vor der Vergangenheit! Die Angst vor 12 Jahren Tausendjährigem Reich. Die Angst vor dem, was aus Deutschland, dem Deutschen Reich wurde, nachdem Hitler die Macht übertragen wurde und vor dem, was danach folgte.

Nur wenn man sich seiner Verantwortung für die Zukunft bewußt ist, braucht man die Vergangenheit nicht zu scheuen. Ein gesunder Umgang mit der Historie wäre für Deutschland schon ein großer Fortschritt. Zumal Deutschland auf eine sehr lange Reihe an Dichtern, Denkern, Philosophen, Entdeckern und Erfindern zurück blicken kann. Es kommt bei einem großen Teil der Bevölkerung nicht gut an, wenn sich ein Bundespräsident permanent bezogen auf die Zukunft orientierungslos und geschichtsbezogen in aller Welt für Deutschland entschuldigt, dessen Bürger, bis auf ein paar alte Überlebende, nichts, aber auch absolut gar nichts mit den dunklen Jahren unserer Geschichte zu tun haben.

Da wundert es auch nicht, daß die Jugend so gar nichts mit Politik und Geschichte zu tun haben will. Die Geschichte Deutschlands kennen die allermeisten wie gesagt nur unzureichend und können daher die Auswirkungen der Vergangenheit auf die Gegenwart nicht wirklich nachvollziehen. Es ist somit sehr schwer, von diesen Menschen zu erwarten, daß sie sich mit ihrem Land und dessen Geschichte identifizieren. Die Politiker und die Mainstream-Medien tun ihr Bestes dafür, daß die Menschen bloß nicht über ihr eigenes Land nachdenken, über Lebensqualität, Arbeitsmarkt und Zukunftschancen. Tagtäglich werden den Menschen die Propagandalügen um die Ohren gehauen. Heute Arbeistlosenzahlen, morgen Demographie, übermorgen Steuerskandale usw.

Die Politik-Kaste will nicht, daß die Menschen im Land nachdenken, und deshalb sind die Nachrichten oftmals unklar, widersprüchlich oder schlichtweg gelogen. Zwischendurch gibt’s noch irgendein sportliches Ereignes wie Fußballweltmeisterschaft oder die Olympischen Spiele. Hauptsache das Volk denkt und hinterfragt nicht. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, daß die meisten Leute z.B. mit  Begriffen wie „ESM“ oder TTIP nichts anfangen können.

“Wer die Zukunft erforschen will, muß die Vergangenheit kennen.” (Chinesische Weisheit)

Ihr

Rainer Hill

http://www.buergerstimme.com/Design2/2014-03/deutsche-identitaetskrise-haelt-an/

2 Kommentare zu “Deutsche Identitätskrise hält an

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