Russland-Bashing der deutschen Medien: Wir sind das Volk!

Die alte Tante „FAZ“ als Beispiel, um von „Welt“ und „Bild“ lieber zu schweigen

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Das seit Monaten betriebene Russland-Bashing der Mainstream-Medien kommt immer noch nicht richtig gut an. Die „FAZ“ etwa bezeichnet ihre Leser gerne als „kluge Köpfe“. Und sie scheint recht zu behalten.

Gestern zum Beispiel hat „FAZ“-Autor Hans Ulrich Gumprecht die „Russland-Versteher“ unter den Lesern als „Morast“ beschimpft und mal eben kollektiv zum Psychiater geschickt.

Im Kommentarbereich unter diesem Artikel („Deutschland und die Krim-Krise: Unter dem Strich: Morast“) kann man nach der Anzahl der Empfehlungen durch andere Leser sortieren. Hier jeweils ein paar Ausschnitte aus den derzeit zehn meistgelesenen Kommentaren der klugen Leser einer unklugen Zeitung:

  • Ihre     Aufgabe wäre es neutral zu berichten, fertig. Kommentatoren und Bürger die     aufmerksam und mit Menschenverstand die Dinge beobachten und ihre Schlüsse     ziehen in eine narzisstische Ecke zu stellen grenzt schon an etwas     Imperialen. Tun Sie nicht so als wäre wir ein dummer Mob der sich keine     richtigen Gedanken machen kann. Die zunehmende Ablehnung der     Indoktrination durch Strippenzieher, meist jenseits des Atlantiks – ob es     um Russland, Israel, Syrien, Afghanistan oder sonst ein Brandherd, der von     eben diesen erzeugt wurde, einfach so hin zu nehmen – ist vorbei.
  • Ist     die moralische Überlegenheit der USA gegenüber Russland, die von westliche     Medien so eifrig betrommelt wird, etwa der immer kürzer werden Abstand     andere Länder zu überfallen oder dort Bürgerkriege zu inszenieren? (Irak,     Afghanistan, Syrien, Libyen) Weltweit Folterlager und Geheimgefängnisse zu     installieren, wo allein der Verdacht ausreicht, um Menschen für immer     verschwinden zu lassen? Tausendfache, außergerichtliche Hinrichtungen     mittels Drohnen? Systematische und weltweite Überwachung von Hunderten     Millionen von Bürgern? Schauprozesse gegen Dissidenten, die schwerste     Menschenrechtsverletzungen ans Licht gebracht haben? Dass Dissidenten um     den ganzen Erdball gejagt werden oder in Botschaften ausharren, damit sie     diesem „Westen“ nicht in die Hände fallen?
  • Ich     glaube, die Bevölkerung im Westen (mindestens in Deutschland) versteht die     Motive ihrer eigenen Regierungen nicht mehr. Putin zu verstehen ist     trivial. Er verfolgt russische Interessen. Nur, welches Interesse haben     wir in der Ukraine? Welche Interessen verfolgen wir mit den Zuständen im     Irak oder Libyen, die wir aktiv herbei geführt haben? Es ist doch kaum zu     glauben, dass die Zustände in diesen Ländern so gewollt sind. Wo der     Westen eingreift entsteht Chaos und Gewalt. Unsere Politiker mögen das     anstreben, das Volk will das nicht. Und das hat weniger mit Sympathie für     Putin zu tun, als vielmehr mit dem Gefühl von den eigenen Regierungen     belogen zu werden.
  • Der     Autor rechnet sich selbst wohl zu den Medinintellektuellen, ein Wort     welches er im Artikel verwendet. Kein Wunder, dass der Artikel so verquast     ist. Dennoch, das Thema ist verfehlt worden. Unter dem Strich ist nicht     Morast, sondern Vertrauensverlust. Die Menschen in Deutschland, in Europa     und in der übrigen westlichen Welt haben das Vertrauen verloren, dass sie     die Wahrheit gesagt bekommen. Die Menschen sind nicht so blöd wie gemeint     wird. Sie merken, dass Journalisten nur noch Meldungen übernehmen. Sie     merken, dass „Nachfragen“ heute gleichgesetzt wird mit     „Verschwörungstheorien glauben“. Sie merken, dass gerade im     Westen die Politiker lügen, wenn sie den Mund aufmachen. Sie merken, dass     die Demokratie auf der letzten Ritze daher kommt, hier in Deutschland,     aber besonders in der EU.
  • Die     unzähligen Jauchekübel von Desinformation und bellizistischer     Manipulation, die seit Wochen auf die Deutschen ausgeschütet werden, sind     zu vergleichen mit der Propaganda aus finstersten Zeiten. Es widert einen     an, die bösartigen Kommentare und Berichte über Russland zu lesen. Nicht     zuletzt säen die Politiker fortwährend Misstrauen, tischen     Gräuelgeschichten auf und wollen an der Seite der US-Verbrecher     Wirtschaftskrieg gegen Russland führen, weils ja militärisch nicht geht.     Die Kriegshetze ist ja sattsam schon von 1914 belegt. Wann wachen     Journalisten und Politiker auf – oder ist alles böse Absicht?
  • Der     mündige und informierte Bürger verliert zunehmend nicht nur das Vertrauen     in die Politiker, sondern auch das in die Journalisten.
  • Hier     Freud zu bemühen, eine nanarzisstische Kränkung des Über-Ichs zum     Nährboden des allgemeinen Anti-Amerikanismus, ja eines Morastes zu     stilisieren, der selbstredend trocken gelegt werden muss, ist nicht nur     gewagt, sondern absurd. Nein, des sind die Fakten der letzten Jahrzehnte,     die allgemein bekannt sind.
  • Der     Morast ist das was westliche Politiker und Medien angerichtet haben!     Diesen Morast gilt es trocken zu legen; bei der Europawahl sollte damit     angefangen werden. Was die deutschen Bürgers zu ihrer ablehnenden Haltung     zu Sanktion gegenüber Russland veranlasst, ist ihr gesunder     Menschenverstand. Dazu braucht es keine hochgestochene Analyse mit     Freudverweis. Das Einzige was in der ganzen Ukraine-/Krimkrise     demokratisch war, war das Referendum auf der Krim.
  • Wer     wohl eher von Politikern und Medien gezwungen wird, durch Morast zu waten,     ist der Bürger und Konsument von fast gleichgeschalteten Medien. Diese     längst schon inzestuöse Beziehung zwischen Politik und der 4. Gewalt, wird     immer dreister. Daher ist der mündige Bürger gezwungen, sich anderswo     objektivere Infos zu suchen. Auch dem SPON ist inzwischen aufgefallen,     dass Deutsche ihren Medien nicht länger glauben und vertrauen, wie dort     seit einigen Stunden zu lesen ist. Kommentatoren fast aller großen, überregionalen     Zeitungen schreiben gegen die politische Wahrnehmung ihrer Leser oder     anders gesagt, gegen den gesunden Menschenverstand und werden dafür dann     in den Leser-Kommentaren abgewatscht. Medien werden von Bürgern immer mehr     als Sprachorgane der von der Oligarchie kontrollierten politischen     Marionetten wahrgenommen. Kaum eine Zeitung in Deutschland berichtete, was     für ein faschistisches Gesindel sich am Maidan tatsächlich herumtrieb und     wer die eigentlichen Strippenzieher der „Revolution“ waren.     Dafür bekommen Medien jetzt die Quittung, selbst der Boulevard.
  • Ich     sehe keine heimliche Sympathie für Putin, sondern eine realistische     Einschätzung, dass in der Ukraine ein Stellvertreterkrieg zwischen West     und Ost stattfindet, dessen Spieler weitestgehend identisch mit denen des     Kalten Kriegs sind. Dass Deutschland hier drinhängt, stößt viele Deutsche     ab, sowohl rechts wie links.

Wie gesagt, all das sagen nicht die Leser irgendwelcher „Verschwörungsorgane vom linken oder rechten Rand“, sondern die zehn meistempfohlenen Kommentatoren unter den „FAZ“-Lesern.

Der Fisch stinkt vom Kopf her…

http://ef-magazin.de/2014/03/21/5095-russland-bashing-der-deutschen-medien-wir-sind-das-volk

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