Energie-Kommissar Oettinger (r.) will dem ukrainischen Energie-Minister Juri Prodan EU-Steuergeld geben. (Foto: dpa)
„Wenn wir Kiew nicht in die Lage versetzen, offene Gasrechnungen von
mehr als zwei Milliarden Dollar zu bezahlen, besteht die Gefahr, dass
Russland die Ukraine nicht mehr versorgt“, sagte der deutsche Politiker
der Welt am Sonntag. Weil die frühere Sowjetrepublik das wichtigste
Transitland nach Europa sei, könne es zu einem schwer kontrollierbaren
Prozess kommen, der auch Deutschland betreffen würde.
Zugleich sagte Oettinger, die Europäer hätten in den vergangenen
Jahren viel getan, um sich gegen Lieferausfälle zu wappnen.
Es gebe neue Pipelines, damit sich Mitgliedstaaten im
Krisenfall besser helfen könnten sowie größere Speicher.
Kurzfristig gehe es nun darum, eine Gas-Krise zu vermeiden und
Versorgungssicherheit für den nächsten Winter zu gewährleisten,
sagte der Kommissar. Zudem müsse man über eine Energiestrategie
für die kommenden Jahrzehnte entscheiden. „Vom Gipfeltreffen
der Staats- und Regierungschefs im Juni erwarte ich Antworten.“
Kommissionspräsident Barroso hatte am Donnerstag eine Einladung des
russischen Präsident Putin angenommen. Bei gemeinsamen Gesprächen
mit der Führung in Kiew soll die europäische Gas-Versorgung gesichert werden
Der russische Konzern Gazprom deckt etwa 30 Prozent des europäischen
Gasbedarfs. Etwa die Hälfte der Lieferungen wird durch die Ukraine
geleitet. Der russische Präsident Wladimir Putin hat erklärt, dass
sich sein Land an die Lieferverträge mit Europa halten werde.
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Quelle : Deutsche Wirtschafts Nachrichten
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