Todesfall auf der Gorch Fock: Gericht versagt Entschädigung

Die Eltern einer auf dem Bundeswehrschiff Gorch Fock unter ungeklärten Umständen verstorbenen Kadettin erhalten keine Entschädigung. Das Verwaltungsgericht Aachen hält die gesetzlichen Voraussetzungen nicht für gegeben.

Zur Begründung hat das Gericht ausgeführt, der nächtliche Wachdienst von Offiziersanwärtern auf der Gorch Fock auf dem Posten Ausguck ohne Sicherung bei entsprechender Wetterlage sei zwar lebensgefährlich. Der Wachdienst sei aber nicht mit einer “besonderen Lebensgefahr” verbunden, wie sie § 63a des Soldatenversorgungsgesetzes für eine Entschädigung voraussetze.

Eine besondere Lebensgefahr sei gegeben, wenn bei Vornahme der Diensthandlung die Wahrscheinlichkeit, sich zu verletzen oder zu versterben, höher sei als die Möglichkeit, unversehrt zu bleiben. Auf der Gorch Fock habe es in über 50 Jahren als Segelschulschiff mit mehr als 14.000 Kadetten nur eine geringe Anzahl an tödlichen Unfällen gegeben. Der nächtliche Wachdienst sei auch nicht mit den Fällen zu vergleichen, in denen eine besondere Gefährdung anerkannt sei, etwa bei einem Polizisten, der einen bewaffneten Verbrecher verfolgt, oder bei einem Feuerwehrmann, der vom Feuer eingeschlossene Personen retten will.

Den Eltern der Kadettin ging es nach eigenen Angaben weniger um das Geld, sondern viel mehr um Aufklärung, was sich in der fraglichen Nacht im September 2008 ereignet hat. Sie werfen inbesondere den Strafverfolgungsbehörden vor, die Sache voreilig zu den Akten gelegt zu haben (Aktenzeichen 1 K 2995/13).

https://www.lawblog.de/index.php/archives/2014/10/22/30655/

2 Kommentare zu “Todesfall auf der Gorch Fock: Gericht versagt Entschädigung

  1. Ich kenne niemanden, der in der letzten Zeit, Schadensersatz oder Entschädigung erfolgreich eingeklagt hat, auch dann nicht, wenn er Opfer eines Verbrechens wurde und die Täter für 2,5 Jahre ins Gefängnis kamen (der Fall ist mir bekannt), derjenige sogar wärend seiner Dienstzeit überfallen wurde und dadurch nicht mehr arbeiten kann. Die Berufsgenossenschaft, die, weil es während der Arbeitszeit war, das als „Arbeitsunfall“ anerkannt hat, will aber keine Erwerbsminderungsrente zahlen, obwohl sie das müsste,weil derjenige ja einen Schaden erlitten hat.
    Die Krankenkasse zahlt auch nur 79 Wochen. Derjenige soll sich jetzt arbeitslos melden, aber das Jobcenter sagt, er wäre ja nicht vermittelbar, weil er immer noch krank und darüber hinaus ja auch ungekündigt ist und somit nicht vermittelbar ist.
    Der Arbeitgeber entlässt aber den Betroffenen nicht, der seit Jahrzehnten dort angestellt ist, denn dann müsste eine hohe Abfindung gezahlt werden. Die sog. Behörden schieben sich gegenseitig die Bälle zu, aber keiner will für den Schaden aufkommen. Von den Tätern (es waren zwei) ist nichts zu erwarten, denn die bekommen H4.
    So werden Opfer in die Armut getrieben, das ist geltendes Recht in
    der BRD, nicht gültiges Recht!
    Aber trotz 3 Anwälten, einer von der Gewerkschaft, einer von der Rechtschutzversicherung, und einer von der Firma selbst, ist bislang keine Klärung erfolgt. Wir wissen woran das liegt, oder?

  2. Ja das ist doch in Deutschland üblich und nennt sich dann Rechtsstaat. Mir ging es nicht viel anders… Deutschland ist und bleibt ein Schurkenstaat, will andere Länder belehren und sieht nicht einmal den eigenen Dreck in seiner Türe… Menschen sind in Deutschland nichts wert, egal was man für diesen Staat tut er belohnt es immer mit seiner Raffgier.

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