Vom „Yinon Plan“ zur „Yaalon Strategie“

Posted by Maria Lourdes – 27/11/2014

Zion White House1982 veröffentlichte die Zionistische Weltorganisation (World Zionist Organisation, WZO) einen Aufsatz des Israeli Oded Yinon, der den Plan zum Inhalt hat, Israel zu einer regional-imperialen Macht zu machen. Verwirklicht sollte der Yinon-Plan werden, indem die umliegende staatliche arabische Welt zerstückelt würde.

Wörtlich heißt es im Yinon-Plan: “Aus der arabischen Welt muss ein Mosaik ethnischer und religiöser Gruppen gemacht werden. Durch die Zerstückelung sind sie schwach und können so leichter manipuliert werden.” 

Während einerseits die Vereinigten Staaten, andererseits Frankreich und die Türkei versuchen, auf ihre Weise die Levante umzuformen, beobachtet Alfredo Jalife-Rahme (Professor für politische und soziale Wissenschaften an der nationalen autonomen Universität von Mexico), den Fortbestand zwischen dem Oded Yinon Plan von 1982 und dem von Moshe Yaalon im Jahr 2014 ausgearbeiteten Plan.

Israel unterstützt gleichzeitig die Vorstellungen des einen und des anderen und verfolgt weiterhin sein eigenes Projekt der Balkanisierung der Region.

Vom „Yinon Plan“ zur „Yaalon Strategie“ – Quelle: Von Professor Alfredo Jalife-Rahme, bei Voltairenet

“…Die ethnischen Strukturen von Syrien drohen zu einem Abbau zu führen, der zur Entstehung eines schiitischen Staates entlang der Küste, zu einem sunnitischen Staat in der Region von Aleppo, zu einem anderen in Damaskus führen könnte und zu einer Drusen-Entität, die einen eigenen Staat entwickeln will – vielleicht auf unseren Golanhöhen – auf jeden Fall mit dem Hauran Plateau und dem Norden von Jordanien.” (…) Ein solcher Staat würde auf lange Sicht ein Garant für Frieden und Sicherheit für die Region bedeuten. Es ist ein Ziel, das bereits in Reichweite ist…”
Oded Yinon, „Eine Strategie für Israel in den achtziger Jahren”, Kivunim Februar 1982.

Während der fünf-Tage-Reise, die er in den Vereinigten Staaten gemacht hatte, sagte der israelische Verteidigungsminister Moshe Yaalon dem Moderator der Morgenausgabe von NPR, Steve Inskeep, dass „die Grenzen im Nahen Osten sich dauerhaft ändern müssen.“ [1].

Herr Yaalon verfolgt genauestens den Balkanisierungs-Prozess des “Yinon Plans”, nach dem Namen eines ehemaligen Beamten des israelischen Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten [2]: “die Grenzen haben sich bereits geändert, da der syrische Präsident Baschar al-Assad nicht mehr in der Lage ist, sein Land zu vereinigen und da er “nur mehr 25 Prozent von Syrien kontrolliert”, was ein Problem schafft, das Israel “lösen wird müssen“. Wie traurig das doch ist!

Laut der vorsintflutlichen Meinung von Herrn Yaalon gibt es Länder mit einer wirklichen Geschichte und andere, deren Grenzen 1916 von Frankreich und Großbritannien, die sich die Ruinen des Osmanischen Reiches teilen wollten, im Rahmen des Sykes-Picot-Abkommens künstlich gezogen wurden.

Moshe Yaalon predigt Binsen-Wahrheiten der Art wie „Ägypten wird immer Ägypten bleiben“ oder noch „Libyen eine neue Schöpfung, eine westliche Kreation aus dem ersten Weltkrieg. Es ist das gleiche für Syrien und den Irak, zwei künstliche Nationalstaaten (sic!) und was wir derzeit erleben, ist der Zusammenbruch des westlichen Gedankens.“

Und das “Neue Israel”, ist es nicht eine Schöpfung des Sklaven-Bankiers Rothschild und der Anwaltskanzlei von Lloyd George, dem späteren Premierminister von Großbritannien?

Nach der Ansiedlung in Russland und seiner anschließenden Verfolgung in 1883, und dann im Jahre 1903, hegte der wandernde Zionismus die Idee, “künstlich” exogene Kolonien in der angelsächsischen Einflusssphäre wie in Kanada, Australien, Ostafrika, im Südwesten von Texas (sic!), in Angola und Uganda zu schaffen [3].

War es denn dem Zionismus der Finanz, einem viel tödlicheren Zionismus als seiner irredentistischen Version, nicht schon durch die weltweite Deregulierung der Banken im 21. Jahrhundert gelungen, die oben genannten Länder der angelsächsischen Einflusssphäre vollständig einzugliedern?

In einem anderen Interview mit Charlie Rose, nahm Herr Yaalon den türkischen Präsidenten Erdogan aufs Korn, dem er vorwarf, ein “wohl bekannter Anhänger” der Muslimbruderschaft zu sein [4].

Die israelische Zeitung Haaretz bemerkte, dass Herr Yaalon “nicht gesagt hat, ob die Grenzen Israels, die auch von den westlichen Mächten am Ende des ersten Weltkrieges festgelegt wurden (sic), sich ändern werden” [5].

Herr Yaalon formulierte andere rassistische Beleidigungen gegen die Palästinenser, indem er sogar wagte, die beleidigende Möglichkeit einer “ethnischen Vertreibung” zu erwähnen. Die Reise von Herrn Yaalon in die Vereinigten Staaten sollte das Obama Team nach den zweifelhaften Aussagen von Naftali Bennett beruhigen, dem Leiter des The Jewish Home, der Fundamentalistischen religiösen rechtsextremen Partei, gegen den US-Staatssekretär John Kerry, der den Aufstieg des islamischen Emirats mit dem ungelöst verbleibenden israelisch-palästinensischen Konflikt verbunden hatte. Zuvor hatte Herr Kerry Israel fast beschuldigt, ein “ausgestoßener Staat” zu sein. Fast?

Die Zeitung Haaretz berichtete, dass Herr Yaalon durch die Vereinigten Staaten “öffentlich gedemütigt (SIC!) worden sei”, weil sie ihm ein Treffen mit gewissen hochgradigen Beamten des Obama-Teams verweigert haben: mit dem Vize-Präsidenten Joe Biden, John Kerry und der nationalen Sicherheitsberaterin Susan Rice.

Wie immer in die gleiche Richtung neigend, behauptete die Wochenzeitschrift The Economist – Eigentum der Financial Times, im Besitz der Pearson-Gruppe, einer Gruppe, die die BlackRock-Bank, die größte Investment-Bank der Welt kontrolliert, die unter der Leitung des US-Israelis Larry Fink steht [6] -, dass die meisten der 3 Millionen syrischen Flüchtlinge „den Verlust ihres Landes“ in Kauf nehmen. [7].

Die Regierung von Baschar al-Assad kontrolliert 25 % von Syrien und der Rest ist in Händen der Dschihadisten des Kalifats des islamischen Staates (dessen Hauptstadt Rakka heute von einer internationalen Truppe von ferngesteuerten Söldnern besetzt ist). Auf der anderen Seite befindet sich ein relativ kleines Gebiet, im Nordosten des Landes an der Grenze mit der Türkei, noch in den Händen der syrischen Kurden, dessen Symbol die Märtyrerstadt Kobané ist, wo der islamische Staat chemische Waffen eingesetzt haben sollte. [8] Eine Möglichkeit, die von der Propaganda-Maschine der Vereinigten Staaten und Israel (die schlecht benannte Hasbara) “seltsamerweise” verdeckt [9] wurde.

Es gibt noch andere Enklaven, in Aleppo, am Rande von Damaskus und auf den Golan-Höhen (wo Israel die Al-Nusra Karte spielt), die in Händen seltsamer Koalitionen sind, die von dem “Westen” getauft werden: Freie Syrische Armee (SIC!), Al-Nusra, Al-Kaida oder noch der islamische Staat. Der von den Israelis Yinon und Yaalon entwickelte Balkanisierungs-Plan geht mit großer Geschwindigkeit vorwärts durch das surreale Ding, das das Kalifat des islamischen Staates ist, dessen Tentakeln bis zum Maghreb (der westliche Teil der arabischen Welt und Nordafrika) reichen, im Hinblick auf die Balkanisierung [10] und die Libyen zum Model hat.

Bilden die Dschihadisten des islamischen Staates nicht das Instrument, um die arabische Welt sauber aufzuschneiden, gemäß den Plänen der israelischen Beamten Yinon und Yaalon, Pläne, deren Gültigkeitsbereiche sich bis zum Jemen erstrecken? [11]

Wie die vereinfachenden Aussagen, nicht gerade das typische Merkmal der angelsächsischen Vorwände, glauben lassen könnten, scheint es, dass sich die US-Flugzeuge “geirrt hätten“ bei der Waffen Lieferung für die syrischen Kurden im belagerten Kobané, da die Waffen in die Hände der Dschihadisten des islamischen Staates geraten sind [12]. Ja sowas !

Niemand, nicht einmal das Duo Yinon/Yaalon, die Dschihadisten des islamischen Staates oder die US-Strategen (“die Formel : Brzezinski/Rice/Peters/Clark/Wright”) [13], versteht die Hinterhältigkeit der Balkanisierungs-Pläne besser als der hartnäckige türkische Präsident Erdogan, der seine eigene Politik in Bezug auf die Kurden hat, eine Gruppe die von Israel und der NATO unterstützt wird, und die 15 bis 25 % der Bevölkerung der Türkei ausmacht, in einem Land das heute am Rande der Implosion steht. Herr Erdoğan hat sie die ’neue Lawrence von Arabien’ genannt, mit Bezug auf den ehemaligen britischen Spion, und wirft ihnen vor, Meister aller Kategorien der Balkanisierung zu sein [14].

Israel, das auch am Rande der Implosion steht, bereitet seinen x-ten Krieg gegen die Hisbollah im Libanon vor, während auf höherer, strategischer Ebene die Balkanisierungs-strategie der Tel–Aviver Propaganda-Maschine von dem MEMRI umgesetzt wird. Dank dem blitzartigen Vormarsch der Dschihadisten des islamischen Staates kann dieses Zentrum, dessen Hauptsitz in Washington ist und das von Yigal Carmon, einem israelischen Militär-Spion und von Meyrav Wurmser, einer Amazone aus dem Hudson-Institut und mit Verbindung zum Likud, der fundamentalistischen zionistische Partei, gegründet wurde, Fortschritte machen in der Frage über die “neue Ordnung (SIC!) im Nahen Osten”, gemäß vier Achsen, die zum ausschließlichen Vorteil des “Groß-Israels” sind. Diese vier Bereiche sind wie folgt:

– 1) der Nuklearstreit mit Iran (der nicht das Recht hat Atomwaffen zu besitzen, im Gegensatz zu den “Auserwählten” Israels);
– 2) der arabisch-israelische Konflikt (eingefrorene);
– 3) der türkisch-kurdische Prozess (Implosion der Türkei?) und Erweiterung des “Großen Kurdistan” (SIC!) und
– 4) der Konflikt zwischen Schiiten und Sunniten (Remake in theologischer Hinsicht eines “30jährigen Krieges”?).

Aus ästhetischen Gründen lasse ich die sehr schwere Beschuldigung von Putin beiseite, nach der “Die Vereinigten Staaten den Terrorismus fördern, indem sie die Dschihadisten des islamischen Staates finanzieren “ [15].

Die Balkanisierung des “Nahen und mittleren Osten” und die “Neue Ordnung” die daraus entsteht, wären sie nicht die Folge der durch die “Brzezinski/Reis/Peters/Clark/Wright” Formel konsolidierten Yinon/Yaalon Pläne und des unwiderstehlichen Vormarsches ihrer Dschihadisten-Marionetten?

http://lupocattivoblog.com/2014/11/27/vom-yinon-plan-zur-yaalon-strategie/

3 Kommentare zu “Vom „Yinon Plan“ zur „Yaalon Strategie“

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