Das bekannteste Wahrheitsmedium früherer Zeiten war eine Zeitung namens „Prawda“,
was übersetzt ja schon „Wahrheit“ bedeutet. Leider war das Schriftbild sehr schwer
lesbar und das Deutsch schlichtweg unverständlich, weshalb diese Zeitung vor allem
zum Wickeln der Papirossi geeignet war, so man genügend Machorka bekommen hat.
Die heutigen Druckerzeugnisse des Ministeriums für Wahrheit sind viel besser lesbar:
SPIEGEL, FOCUS, Bild, Süddeutsche, FAZ, Main-Post… Die Kioske sind voll davon!
Im Fernsehen zählen die „Aktuelle Kamera“ und „Der schwarze Kanal“ als Pioniere,
die heute durch „Tagesschau“, „Tagesthemen“, „Heute“ und diverse Privatsender
würdige Nachfolger gefunden haben.
Der Begriff „Lügenpresse“ führt leider in die Irre, da er von der
unsinnigen Annahme ausgeht, diese Medien würden über das informieren,
was in der Welt geschehen ist.
Die Wahrheitsmedien dienen im Gegenteil dazu, uns zu unterrichten, was das Ministerium
für Wahrheit als Beschreibung dessen festgelegt hat, was in der Welt geschehen ist.
Die Deutung des Ministeriums für Wahrheit wird damit offenkundig,
und weil sie offenkundig ist, muß sie zweifellos wahr sein.
Quelle : Michael Winkler
Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.