Die Verstrickung der BRD-Camarilla in Syrien

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Deutschland versucht sich aus dem Syrienkonflikt herauszuziehen von Thierry Meyssan Deutschland probiert, aus der Rolle, die ihm im Syrienkonflikt zugewiesen […]

Deutschland versucht sich aus dem Syrienkonflikt herauszuziehen

Deutschland probiert, aus der Rolle, die ihm im Syrienkonflikt zugewiesen wurde, auszusteigen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier will ein Gipfeltreffen der Großmächte organisieren, um den Frieden auszuhandeln. Aber dieses Vorhaben wird sehr schwierig umzusetzen sein, weil Deutschland eine große Verantwortung für den Krieg trägt und weil Frankreich darauf besteht, die Arabische Republik Syrien zu zerstören.

Als die USA 2003 zum Angriff auf Syrien übergingen, wandten sie sich an Deutschland und Israel, ehe sie die Operation an Großbritannien und Frankreich übergaben. Damals beteiligten sich die deutschen Geheimdienste an der Seite des Mossad an der Ermordung von Rafik al-Hariri, indem sie eine Waffe lieferten, die nur sie besaßen [1]. Der Plan ging dahin, eine antisyrische Volksbewegung ins Leben zu rufen und dann die Marine zu entsenden, um die „Besatzer“ zurückzudrängen – in Übereinstimmung mit dem Plan des US-Committee for a Free Lebanon und des Forums Mittlerer Osten von Daniel Pipes, der in „Ending Syria’s Occupation of Lebanon: The U.S.Role“ dargelegt wird [2]. Aber die Operation scheiterte, da Syrien betonte,  seine militärische Präsenz im Libanon sei auf Ersuchen der internationalen Gemeinschaft (Abkommen von Taif [3]) erfolgt. Syrien räumte dann auf den Druck der Straße hin das Land.

Deutschland spielte auch eine entscheidende Rolle zusammen mit Israel, als der US-Botschafter Jeffrey Feltman die internationale Untersuchungskommission organisierte, die von Ban Ki-moon mit der Aufdeckung der wahren Vorgänge beauftragt war. Berlin stellte den ehemaligen Staatsanwalt Detlev Mehlis zur Verfügung, welcher der CIA schon sehr wertvolle Dienste geleistet hatte, als er ein Attentat des Mossad in Berlin Muammar al-Gaddafi in die Schuhe schob, sowie den ehemaligen Polizeikommissar und BND-Agenten Gerhard Lehmann, der in der Folge in die Verbrechen einbezogen war, welche die CIA in den geheimen Gefängnissen beging [4]. Aber auch hier scheiterte die Operation: Nachdem die Präsidenten Emile Lahoud und Baschar al-Assad angeklagt worden waren, die Ermordung von Rafik Hariri finanziert zu haben, löste sich der Mehlis-Ausschuss im Skandal um falsche Zeugen auf [5].

Daher kann man besser verstehen, warum der ehemalige Berliner Staatsanwalt Detlev Mehlis – eine sehr umstrittene Figur innerhalb seines Berufstandes – darauf bestand, die UN-Untersuchungskommission zu leiten. Er ist ja bekanntermaßen mit deutschen und amerikanischen Geheimdiensten verbunden. 1986 mit dem Anschlag auf die Berliner Diskothek La Belle beauftragt, hatte er nicht gezögert, die israelischen und US-Einmischungen zu vertuschen, um fälschlicherweise Libyen zu beschuldigen und die Bombardierung des Palasts von Muammar Gaddafi durch die US Air Force zu rechtfertigen. In den frühen 2000er Jahren wurde Mehlis als Forscher durch das Washington Institute for Near East Policy (den Think-Tank der pro-israelische Lobby AIPAC) sowie von der Rand Corporation (der Denkfabrik des amerikanischen militärisch-industriellen Komplexes) großzügig bezahlt. All das wirft Zweifel an seiner Unparteilichkeit im Fall Hariri auf, für die man ihn als Leiter hätte ablehnen müssen.

Kommissar Gerhard Lehmann assistierte Mehlis. Dieser Offizier war auch ein bekannter Agent des deutschen und US-amerikanischen Geheimdienstes. Er wurde von einem Zeugen ausdrücklich erkannt, an dem in Europa von der Bush-Administration organisierten Entführungs-, Gefangenschafts- und Folter-Programm teilgenommen zu haben. Sein Name wird im ad-hoc-Bericht des Europarates zitiert. Jedoch entging er der Verfolgung dank eines soliden, aber genausowenig glaubwürdigen Alibis, das von seinen Kollegen von der deutschen Polizei geliefert wurde. http://www.politaia.org/israel/der-mord-an-rafiq-hariri-und-eine-deutsche-high-tech-waffe/

Merkel und Alman Mazyek

Überdies verstrickte sich Deutschland in den gegenwärtigen Krieg – diesmal an der Seite von Großbritannien und Frankreich –, indem es den Vorsitz der Versammlung der „Arbeitsgruppe für den Wiederaufbau und die Entwicklung“ der „Freunde Syriens“ an einen hohen Diplomaten, nämlich Clemens von Goetze, übergab. Der teilte im Juni 2012 während einer Versammlung in Abu Dhabi die Reichtümer Syriens zwischen den Staaten auf, die eine Sabotage der Genfer Konferenz akzeptierten. Ohne überhaupt die Arabische Republik Syrien gestürzt zu haben, verteilte man schon die Konzessionen zur Förderung seiner Gasvorkommen. Finanzminister Wolfgang Schäuble schuf eine dauerhafte Geschäftsstelle, ausgestattet mit einem Budget von 600.000 Euro, um die Plünderung der Kohlenwasserstoff-Vorräte zu verwalten. Er vertraute sie Gunnar Wälzholz an, der schon auf identische Weise gegen Afghanistan verwendet worden war [6].

Als Frankreich die Genfer Konferenz sabotierte, half Deutschland wieder bei der Umsetzung der Pläne – 2007 ausgedacht von John Negroponte, der damals Direktor der US-amerikanischen Nachrichtendienste war – für einen Krieg nach Art des nicaraguanischen. Es ging darum, die terroristischen Gruppen zu vermehren, um das Land „zur Ader zu lassen“. Frankreich stellte die internationale Koordination der Muslimbrüder zur Verfügung, die sich seit dem Kalten Krieg stets auf seinem Staatsgebiet in Aix-la-Chapelle befanden. Gegenwärtig wird von dort aus der Rückzug von Ahrar el-Sham, von al-Qaida, ISIS und anderen organisiert.

Heute jedoch stellt die Regierung Merkel die Wirksamkeit der russischen Bombardierungen, die US-amerikanischen Ausflüchte und den Umbruch des internationalen strategischen Gleichgewichts fest. Sie sucht nach Wegen, sich aus diesem verlorenen Kampf zurückzuziehen und mit Syrien Frieden zu schließen. Offensichtlich entspricht dieser Umschwung einer so lange erwarteten – und von Washington so lange befürchteten – Annäherung zwischen Berlin und Moskau.

Diese Entwicklung kann der Öffentlichkeit am Beispiel der Flüchtlingskrise erklärt werden. Auf Verlangen des Chefs der Schwerindustrie Ulrich Grillo schon ein Jahr im Voraus vorbereitet und von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, dem Hohen Flüchtlingskommissar Antonio Guterres und dem Spekulanten George Soros vollzogen, haben Hunderttausende Menschen den Balkan durchquert, um zu Niedriglöhnen in Deutschland arbeiten zu gehen [7]. Gleichwohl wurde diese Operation unterbrochen durch den Beginn des russischen Militäreinsatzes, wodurch die Deutschen Angst bekamen, dass Dschihadisten, die vor den Bombardierungen flüchteten, sich unter die Migranten und Flüchtlinge mischen könnten. Die deutsche Bevölkerung erhebt sich bereits gegen die Flüchtlinge, weil die Arbeitgeberschaft die Gelegenheit genutzt hat, um in mehreren Bundesstaaten den Mindestlohn außer Kraft zu setzen. Infolgedessen bietet die „Flüchtlingskrise“ ein mögliches Alibi für eine Veränderung der Politik gegenüber Syrien.

Wie es auch sei, die Annäherung zwischen Deutschland und Syrien wird schwierig zu verhandeln sein. Der Außenminister und ehemalige Schirmherr der Nachrichtendienste, Frank-Walter Steinmeier, hofft ein Treffen vom Typ 5+1 (das Format der Wiener Iran-Verhandlungen) arrangieren zu können, um den syrischen Konflikt zu lösen. Aber Russland drängt darauf, Präsident Putin, Kanzlerin Merkel, Präsident Hollande und Präsident al-Assad (das Normandie-Format wie im Fall der Ukraine) um den Tisch zu versammeln.

Übersetzung: Sabine

Erschienen bei: Al-Watan (Syrien)

Fußnoten:

[1] „Enthüllungen über den Mord von Rafiq Hariri“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich, Оdnako (Russland), Voltaire Netzwerk, 23. Januar 2014.

[2] « Les plans de l’US Committee for a Free Lebanon », par Thierry Meyssan, Réseau Voltaire, 8 mars 2005.

[3] « Accord de Taëf (23 octobre 1989) », Réseau Voltaire, 23 octobre 1989.

[4] „Attentat auf Rafic Hariri: Ziehen diejenigen, die den Abzug betätigt haben, jetzt die Fäden?“, Interview von Jürgen Cain Külbel mit Silvia Cattori, Voltaire Netzwerk, 22. September 2006.

[5] « La commission Mehlis discréditée », par Talaat Ramih, Réseau Voltaire, 9 décembre 2005.

[6] „Die “Freunde von Syrien” teilen sich die syrische Wirtschaft bevor sie sie erobert haben“, von German Foreign Policy, Voltaire Netzwerk, 14. Juni 2012.

[7] „Die gefälschte „Flüchtlingskrise““, von Thierry Meyssan, Übersetzung Sabine, Voltaire Netzwerk, 7. September 2015.

Quelle: http://www.voltairenet.org/article189113.html

http://www.politaia.org/deutschland/verstrickung-der-brd-camerilla-in-syriendeutschland-will-sich-aus-dem-syrienkonflikt-herauswinden/

Ein Kommentar zu “Die Verstrickung der BRD-Camarilla in Syrien

  1. Das Foto von den Polit-Marionetten ist nett: 300 Jahre Zuchthaus auf einen Streich. (Wenn sie Glück haben, dürfen sie den dann noch erleben….)

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