Israel: Neuer Bericht über Folter und Misshandlung palästinensischer Häftlinge

by Maria Lourdes

Eine immer wieder auf den Plan tretende Bemerkung im Zusammenhang mit kritischen, beziehungsweise kritikwürdigen Aktionen Israels im Nahostkonflikt ist der Hinweis darauf, dass man Israel als Deutscher, beziehungsweise in der deutschen Öffentlichkeit, nicht kritisieren darf.

Falls man es doch tut, wird man umgehend mit Antisemitismus-Vorwürfen konfrontiert. Dabei münden die Argumentationen der Gutmensch-Voll-Idioten, welche in verschiedenen Narrativen Ausdruck finden, am bewussten Festhalten von historischen Lügen die quasi zu einer neuen Religion aufgebaut wurden …

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Gegenwärtig ist von Kollektivschuld kaum noch die Rede. Mit dem Wort ist aber nicht die Idee ausgestorben. Vielmehr ist sie, ausgestattet mit einem neuen Wortschatz, heute lebendiger denn je; sie ist sogar drauf und dran, zu einer Art Staatsreligion der Bundesrepublik zu werden… mehr hier!

…Aber Zorn und Kritik auf das, was die Israelis den Palästinensern angetan haben und immer noch täglich antun, ist für mich legitim und sogar zwingend! Was Politiker wie Intellektuelle oder der typische “Gutmensch-Voll-Idiot” mit Freude tun, ist – diese grausame Politik gegenüber den Palästinensern zu entschuldigen, zu rechtfertigen oder sogar zu verherrlichen. Jede Kritik an dieser nationalistischen und kolonialistischen Politik Israels wird von ihnen als “purer Antisemitismus” abgelehnt.

Shulamit Aloni, frühere israelische Ministerin für Erziehungsfragen und Knesset-Abgeordnete erklärt – hier im Video – den “Antisemtismus” -Trick. Israelis, Juden und Philosemiten wenden diesen Trick an, um jene anzuprangern, die Israel und dessen Politik kritisieren, zum Beispiel im Vorgehen gegen die Palästinenser.

Routinemäßige Misshandlung palästinensischer Häftlinge während der Verhöre durch die ISA

In den letzten Monaten berichteten die israelischen Medien umfänglich über den Missbrauch und die Demütigungen von Seiten der Vernehmungsbeamten der Israelischen Sicherheitsagentur (ISA) gegenüber den jüdischen Häftlingen, die in den Brandanschlag in Duma verwickelt waren. Die Verhörmethoden, die mit Schmerzen und Leid verbunden sind, sind unakzeptabel und rechtswidrig; es gibt keine Rechtfertigung für ihre Anwendung. Eine engagierte kritische, öffentliche Debatte ist zweifelsohne gut, nachdem dies ans Tageslicht gekommen ist.

Aber die tägliche Misshandlung, Demütigung und Folter der ISA gegenüber den palästinensischen Häftlingen wird von den Medien und auch von der Öffentlichkeit mit Geringschätzung und Gleichgültigkeit aufgenommen.

Ein neuer Bericht von B’tselem und HaMoked mit dem Titel „Backed by the System“ fokussiert auf ISA-Verhöre. 116 eidesstattliche Erklärungen palästinensischer Häftlinge, die in der ISA-Einrichtung des Schikmagefängnisses verhört wurden, berichten von einer grausamen, unmenschlichen und erniedrigenden Behandlung, die manchmal in Folter ausartet, als von der Regel bei ISA-Verhören.

Diese Methoden schließen Folgendes ein: ausgedehnten Schlafentzug, Einkerkerung in eine kleine, stinkende Zelle, gewöhnlich in Einzelhaft, schmerzliches Fesseln; Drohungen und Geschrei, unzureichende und schlechte Ernährung und Duschverbot über Wochen. Zusätzlich fand der Bericht, dass die Vernehmungsbehörden indirekte Mittäter bei der Folter sind, indem sie Informationen nutzen, von denen sie wissen, dass sie die Palästinensische Behörde durch Folter erhalten hat.

Im Bericht betonen wir, dass diese Verhörmethoden nicht nur im Schikmagefängnis Anwendung finden. Sie erfolgen auch nicht nur auf Initiative bestimmter Vernehmungsbeamten oder Gefängniswärter. Vielmehr sind sie Teil eines brutalen Verhörsystems, das der Staat bewusst ins Leben gerufen hat, um den Verhörten physisch und psychisch zu brechen. Dieses System wird nicht nur von der ISA eingesetzt, sondern auch von zahlreichen anderen Behörden unterstützt, einschließlich des israelischen Gefängnisdienstes, der IDF, der Staatsanwaltschaft und des Obersten Gerichtes.

Hier zum Report als PDF
Quelle: btselem.org

https://lupocattivoblog.com/2016/03/25/routinemaessige-misshandlung-palaestinensischer-haeftlinge-waehrend-der-verhoere-durch-die-isa/

 

 

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