Das Juristische Wörterbuch von Köbler – die gleiche Sprache sprechen


Wer die Rechtsbegriffe definieren lernt, der kann auch mitreden und wird verstanden
Wer die Rechtsbegriffe definieren lernt, der kann auch mitreden und wird verstanden

Wie war das denn früher? Da musste man wegen jeder Kleinigkeit zum Rechtsanwalt gehen und sich Rat einholen und dafür auch noch teuer bezahlen. Der hat dann ein oder zwei Briefchen geschrieben, in einer Sprache, die der Otto-Normalverbraucher gar nicht verstanden hat. Volle Absicht!

 

Wie ist das heute? Inzwischen bekommt man alle Informationen über`s Netz. Selbst Anwälte nutzen überwiegend das Netz um Texte nachzulesen und rauszukopieren. Denn, was sie im Studium einmal gelernt haben, ist inzwischen schon wieder zum größten Teil veraltet.

 

Die ganze Rechtsstruktur hat sich verändert, fast alle Gesetze haben keine Gültigkeit mehr, doch was geblieben ist, ist die Sprache und die sollten wir sprechen können, dann klappt`s auch mit der Kommunikation auf Systemebene.

Der Duden ist für die Umgangssprache zuständig. Und was der Duden für den Normalo ist, ist das Juristische Wörterbuch von Köbler für den Juristen. Man mag gar nicht glauben, was für Unterschiede sich dabei offenbaren. Nehmen wir nur mal den Begriff „Staatsvolk“:

 

Im Duden heißt es:

Bevölkerung des zu einem Staat gehörenden Gebiets; Gesamtheit der Staatsangehörigen eines Staates

 

Im Köbler (Auflage 12)  heißt es:

Staatsvolk ist die Gesamtheit der Menschen, die sich auf dem Gebiet eines bestimmten →Staats befinden und die allein schon infolge dieser Tatsache dessen →Staatsgewalt unterstehen. Das S. ist das personale Element des Staats. Von ihm geht im demokratischen Staat alle →Gewalt aus.

 

Im Duden heißt es also, die Bevölkerung des zu einem Staat gehörenden Gebiets. Im Köbler hingegen reicht es schon aus, sich auf dem Staatsgebiet zu befinden. So gesehen ist jeder Tourist Teil des Staatsvolks, sobald er einen Fuß auf Staatsgebiet setzt. Doch was ist unser Staatsgebiet? Alleine hier lohnt es sich einmal etwas weiter nachzuforschen. Denn wo kein Staat, da auch kein Staatsgebiet. Das Handlungsgebiet der Treuhandverwaltung Bundesrepublik in Deutschland ist salopp gesagt, so etwas wie Firmengelände – nicht mehr und nicht weniger. Hätten wir einen Staat, dann wäre das Gebiet um ein Vielfaches größer. Im Endeffekt entspricht die Definition im Duden nicht der Wahrheit bzw. ist viel zu oberflächlich. Hier suggeriert man uns, dass lediglich die Bewohner und Angehörigen eines Staates zum Staatsvolk gehören.

 

Darüber darf jeder gerne selbst nachdenken. Und zum Nachdenken gibt es einiges.


Rechtsbankrott – schöner Begriff und noch schönere Definition

Davon ist nichts mehr übrig!!!
Davon ist nichts mehr übrig!!!

Ein Wort, dass derzeit die Runde macht, ist der sogenannte „Rechtsbankrott“!

 

Was ein Bankrott ist, wissen wir:

 

Unter Bankrott (ital. banca rotta, „zerschlagener Tisch“) versteht man umgangssprachlich die Insolvenz und insbesondere die Zahlungsunfähigkeit eines Schuldners (umgangssprachliches Synonym auch: Pleite).

[Wikipedia]

 

Aber, was in Köbler`s Namen ist ein „Rechtsbankrott“. Einfach formuliert, wäre es die Unfähigkeit Recht zu sprechen – oder?

 

Ich löse auf:

 

Rechtsbankrott ist das Unvermögen einer Rechtsordnung, den Rechtsunterworfenen Recht zu verschaffen. Eine Rechtseinrichtung offenbart beispielsweise R., wenn sie Lügner an die Spitze gelangen lässt, Schmierer zu Schriftführern macht, Betrüger zu Kassierern, Fälscher zu Protokollanten, Hochstapler zu Beisitzern und Erpresser zur Rechtsaufsicht. Eine Besserung verspricht unter solchen Umständen allein die vollständige Rückkehr zu allgemein anerkannten Werten (z. B. Wahrheit, Freiheit) und Rechtsgrundsätzen (z. B. pacta sunt servanda, Willkürverbot, Wettbewerb usw.). (Seite 401, Auflage 12)

 

Na, aber hallo… was haben wir denn da für eine nette Auflistung!? Lügner an der Spitze – schon lange! Schmierer zu Schriftführern – haben wir auch. Über Betrüger brauchen wir gar nicht erst debattieren, ich sage nur Schwarzgeldaffären und Vetterleswirtschaft. Protokolle, wenn sie denn mal erstellt werden (meistens gibt`s gar keines mehr), dann werden die so verdreht, dass am Ende was völlig anderes herauskommt. Hochstapler und Erpresser begegnen uns auch täglich, das sind die sogenannten Erfüllungsgehilfen.

 

Die vollständige Rückkehr zu allgemein anerkannten Werten, z. B. Wahrheit und Freiheit ist längst fällig. Auch hier lohnt es sich nachzulesen. Die Wahrheit und die Freiheit sind im Köbler auch klar definiert. Leider hält sich keiner innerhalb der Rechtseinrichtungen dran. Wir befinden uns unumstritten im Rechtsbankrott. Armes Deutschland.


Selbst nachforschen und staunen

Für alle, die selbst ein bisschen nachforschen wollen und das Buchformat vorziehen, hier der Link zur 16. Auflage:

 

www.beck-shop.de/koebler-juristisches-woerterbuch

 

Oder, wer`s gerne am PC hat, der erhält die 12. Auflage als PDF zum Runterladen hier:

 

http://gera-compact.de/pdf/K%C3%B6bler%20Juristisches%20W%C3%B6rterbuch-1.pdf

 

Doch Achtung! Wer einmal anfängt, kann es kaum mehr weglegen. Es ist zum Teil spannender als ein Krimi 🙂

http://www.maras-welt.de/2016/04/05/das-juristische-w%C3%B6rterbuch-von-k%C3%B6bler-die-gleiche-sprache-sprechen/

Ein Kommentar zu “Das Juristische Wörterbuch von Köbler – die gleiche Sprache sprechen

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