Nach Milosevic-Freispruch: Kriegsverbrechen-Anschuldigung war gefälscht

Slobodan Milosevic Grabstelle

von Sputnik

Der Freispruch von Slobodan Milosevic, Ex-Präsident Serbiens und Jugoslawiens, beweist, dass die Anschuldigungen zu den Militärverbrechen während des Bosnienkrieges 1992 bis 1995 gefälscht und die folgenden Bombardements von Belgrad sowie zahlreiche Opfer sinnlos waren, wie der bekannte italienische Journalist und Publizist, Giulietto Chiesa, sagt.

„Ich erinnere mich sehr gut an all das, was geschah. Alle Anschuldigungen gegen Serbien und Milosevic wurden konstruiert. Es gab Bombardements, viele Menschen sind umsonst ums Leben gekommen“, sagte er Ex-Abgeordnete des Europaparlaments gegenüber dem russischen Radiosender „Vesti FM“.

Das Uno-Kriegsverbrechertribunal zum früheren Jugoslawien hat den Endbescheid über den Freispruch von Milosevic am 24. März dieses Jahres getroffen. „Jetzt ist August. Und alle schweigen, die Medien schreiben nichts darüber“, so Chiesa. Es habe noch keine formelle Erklärung zu dem Freispruch von Milosevic gegeben. Die Entscheidung wird der Beschluss des Tribunals zum Fall bosnischer Serben von Radovan Karadzic beinhalten, der vom Haager Tribunal zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt wurde.

Im Zusammenhang mit dem Kosovokrieg wurde Milosevic 1999 als erstes Staatsoberhaupt noch während seiner Amtsausübung von einem Kriegsverbrechertribunal wegen Völkermordes angeklagt, die Anklage wurde später auch auf die Jugoslawienkriege 1991 bis 1995 ausgedehnt. Nachdem er am 5. Oktober 2000 aufgrund von Massendemonstrationen als jugoslawischer Staatspräsident zurückgetreten war, wurde er auf Betreiben des serbischen Ministerpräsidenten Zoran Dindic im Jahr 2001 verhaftet und an das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag ausgeliefert. Der Prozess begann im Jahr 2002, jedoch starb Milosevic am 11. März 2006 in seiner Zelle noch vor Abschluss des Verfahrens an einem Herzinfarkt, so dass es zu keinem Urteil kam.

Milosevic hat die Legitimität des Gerichtshofes in Den Haag nicht anerkannt, er hatte auf einen Anwalt verzichtet und sich selbst verteidigt. Im Februar 2002 hielt Milosevic in Den Haag eine lange Verteidigungsrede, in der er Dutzende Punkte der Anklage entkräftete. Er legte umfangreiches Foto- und Videomaterial vor, das Kriegsverbrechen der Nato beweisen sollte, darunter  den Einsatz verbotener Waffenarten, bewusste Zerstörung nichtmilitärischer Objekte und zahlreiche Angriffe gegen die Zivilbevölkerung.

Milosevic war Präsident der Republik Serbien in den Jahren 1991 bis 1997 und Präsident der Bundesrepublik Jugoslawien von 1997 bis 2000.

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