Strafzölle: Wer Trump mag, ist eben Nazi

Von Gundel

Von Tom Schiller

Die Schelte ist laut, die Schelte ist heftig. Der zukünftige Präsident der USA hat sich doch erlaubt, deutsche Unternehmen aufzufordern, lieber in den USA zu produzieren, anstatt in Mexiko ihre Produkte herzustellen und dann, zollfrei Dank NAFTA, in die USA zu schaffen. Strafzölle hat er angedroht, dieser Bösewicht, bis zu 35 Prozent!

Der Aufschrei reicht vom einfachen Arbeiter, der seinem Unmut über die schlechte Behandlung der Ikonen des deutschen Automobilbaus bei Facebook freien Lauf lässt, über die Medien bis hin zu Wirtschafts-Experten wie Hans-Olaf Henkel, der im gleichen Atemzug darüber jammert, dass TTIP noch nicht unterzeichnet ist.

Des Deutschen liebstes Kind scheint in Lebensgefahr zu geraten, zumindest auf dem nordamerikanischen Kontinent. Die geäußerten Meinungen haben teilweise durchaus amüsanten Charakter. Da ist zum Beispiel die Rede davon, dass VW Amerika erobert habe und die Amis nur fürchten, „ihre fetten Amipanzer“ nicht mehr loszuwerden. Ein anderer Facebook-Nutzer schrieb, dass man sich eben vor der berühmten Qualität der deutschen Autos fürchte, ein weiterer schrieb den US-Fabrikanten Primitivität zu.

Um Trump’s Vorstoß zu verstehen, reicht es allerdings nicht seine Emotionen zu Rate zu ziehen. Man muss sich schon die Mühe machen, die US-Wirtschaft der letzten 26 Jahre ein wenig näher zu beleuchten.

Bevor ich dazu komme, muss jedoch zuvorderst eines klargestellt werden: Bevor Trump die deutschen Autobauer ansprach, tat er Gleiches mit Ford und GM. Ford hat bereits zugesagt, seine Produktion statt in Mexiko in den USA zu erweitern. 400 neue Arbeitsplätze in einer arg gebeutelten Region sind das Resultat seiner Bemühungen.

Allen, die jetzt wegen der Trump’schen Ankündigung keine Gelegenheit für weiteres Bashing auslassen, sei folgendes zu Kenntnis gegeben: Seit 2001 wurden in den USA mehr als 51.000 Fabriken geschlossen und die Produktion ins Ausland verlagert.

Das kostete das Land ca. 5,5 Millionen Arbeitsplätze. 5.5 Millionen Arbeitsplätze in der Industrie sind eine Menge Holz, vor allem deswegen, weil diese Arbeitsplätze tatsächlich wertschöpfend sind (im Gegensatz zu den Arbeitsplätzen bei der Flüchtlingsversorgung in Deutschland, welche angeblich für einen Wirtschaftsaufschwung sorgen, welcher am Ende wieder aus Steuermitteln, erbracht durch Wertschöpfung, bezahlt wird)!

Aber ich will hier keine Abhandlung über Ökonomie schreiben.

Die Ursachen für diese Abwanderung sind durchaus vielfältig, lassen sich auch nicht alleine mit niedrigeren Löhnen in anderen Ländern begründen. Doch das ist nicht unser Thema hier und heute.

Zu diesen 51.000 Firmen gehören Marken wie Levi’s und Dell. Levi’s schloss die letzte US-Fabrik 2001 hier bei uns in San Antonio. Ca. 2.000 ArbeiterInnen (gender-korrekt, muss sein!) flogen auf die Straße. Dennoch wirbt Levi’s nach wie vor mit dem Slogan „The Original American Jeans“. Ein (ganz) kleines Plus bekommt Levi’s dennoch von mir. 1992 habe ich in New York eine Hose dieser Marke für $ 34.99 gekauft, heute finde ich diese Jeans zwischen $ 29.99 und $ 40.00 im Grunde zum selben Preis. Die Qualität ist freilich nicht mehr dieselbe.

Schlimmer ist es mit Dell. Dieser Konzern entließ 2010/11 mit der Schließung seiner letzten Produktionsstätte in Austin/Texas mehr als 1.000 Mitarbeiter. Besucht man irgendeine öffentliche Stelle, sei es die Steuerbehörde (IRS), die Führerscheinstelle, oder irgendein anderes Büro des öffentlichen Dienstes, findet man überall Dell-Computer. Auch Sie in Deutschland können das sehen.

Schauen Sie einmal bei amerikanischen Krimiserien und Filmen genauer hin, vor allem auf die Computer-Bildschirme. Dort prangt überall das Dell-Logo. Der Konzern erwartet auch weiterhin, dass der US-Steuerzahler für die Ausrüstung seiner Behörden an den Konzern zahlt, nur teilhaben lassen an der Wertschöpfung will er den Steuerzahler nicht.

Apple, eine Firma, die ich wegen ihrer Produkte mag, stellt sich ebenso in die Reihe derjenigen, die zwar gerne Maximalprofite aus dem US-Bürger quetschen, sich aber ansonsten wenig patriotisch zeigen. Gewinne werden im Ausland geparkt, die Produktion findet im Ausland statt, einzig die Produktentwicklung ist partiell in der Heimat angesiedelt.

Früher gab es in den USA zahlreiche Hersteller von Fernsehgeräten. Dank des „Prinzips Walmart„, des Handelsabkommens NAFTA und weiteren – hier jedoch außer Acht gelassenen – Gründen, wanderte die gesamte Heimelektronik-Industrie nach Mexiko ab. Es ist hierzulande schwer, ein Produkt „Made in USA“ zu finden. Selbst „patriotische“ Artikel werden massenweise in China und anderswo produziert.

Das Außenhandelsdefizit der USA beträgt mittlerweile $ 4,3 Mrd. MONATLICH! Das BIP wird zu 70% am Konsum gemessen, ein Konsum, der größtenteils auf Pump stattfindet!

Trump ist Geschäftsmann genug, um dies alles zur Kenntnis zu nehmen, er ist Patriot genug, um zu erkennen, dass gegen derartige Entwicklungen etwas getan werden muss. Obama ist einst auch mit dem Slogan „America First“ auf Stimmenfang gegangen. Das Einzige was er dabei erreicht hat, war eine Verordnung die vorschrieb, dass offiziell verwendete US-Flaggen auch hier in den USA hergestellt sein müssen. Das hat sicherlich jede Menge Arbeitsplätze zurück gebracht, oder? Nur eines der vielen Versprechen, die er nie eingehalten hat!

Wer Trump so heftig kritisiert, sollte sich einmal die Mühe machen und sich die Bedingungen anschauen, die China an ausländische Firmen stellt! An AUSLÄNDISCHE wohlgemerkt, NICHT an chinesische Firmen. Trump verlangt im Gegensatz zu den Chinesen nichts anders von deutschen Firmen, als was er von amerikanischen auch verlangt!

Aber er ist eben Trump.

Schon alleine deswegen muss man auf ihn eindreschen. Gehört halt zum guten Ton der Gutmenschen heutzutage. Wer Trump mag, ist eben Nazi.

Quelle: Klapsmühle

http://www.journalalternativemedien.info/weltgeschehen/strafzoelle-wer-trump-mag-ist-eben-nazi/

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4 Kommentare zu “Strafzölle: Wer Trump mag, ist eben Nazi

  1. Ich mag Trump und habe gehofft, daß er es schafft, obwohl ich darnzweifelte, weil man einen solchen Querkopf einfach nicht in der „Familie“ haben will.
    Jetzt hat er es geschafft – gerade auf Grund seines Querkopfes.
    Der Mann ist ein guter Geschäftsmann. Er wird sich auf keinen Fall von Merkel Vorschriften machen lassen und die ganz schön melken. Weil er das Geld für SEIN EIGENES LAND UND SEINE BÜRGER BRAUCHT.
    Und was soll daran verkehrt sein. Amerika first.!
    Warum hört man von Merkel nicht :“Deutsche Bürger zuerst?“
    Nein, von ihr hört man nur: „Wir schaffen das!“
    Wer ist wir?
    Doch nicht etwa der Deutsche?
    Denn diese Frau ist dabei, den Deutschen, mit allem was dazu gehört, abzuschaffen.

  2. Ich möchte in dem Zusammenhang einen sehr positiven Aspekt aufzeigen, wonach der deutsche Steuerzahler sein Geld spart und nicht verschenkt.
    Begründung:
    Deutsche Autos in den USA werden stets auf Kredit gekauft. Üblicherweise wickelt das Geschäft die Deutsche Bundesbank ab, die wiederrum die Kaufsumme absichern lässt; z.B. über Hermes Bürgschaft. Jeder sollte wissen, dass die USA pleite ist.
    Und wer bürgt für Hermes? Richtig! Der deutsche Steuerzahler!. Wir könnten die Autos auch gleich an die USA verschenken, es kommt auf das Gleiche heraus.

    Bekanntlich sind die USA seit der Teuro-Einführung mit ca. 1X Billionen und seit 1971, mit ca. 3,5 Billionen Euro / Dollar beim deutschen Steuerzahler verschuldet, wobei die Zahlen vermutlich zu niedrig angesetzt sind. Zur Erinnerung 1971 die Aufhebung des Goldstandards durch Richard Nixon.

    Wer also nur Anschreiben lässt und nicht bezahlt, auf den kann man gut verzichten.

    In dem Zusammenhang wäre die Frage an die Deutsche Bundesbank zu richten, wann sie gedenkt die Schulden einzutreiben? 🙂

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