Die Gefahren von Cannabis als Genussmittel – Ein Leserbericht

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Hi, ich beziehe mich auf diesen Artikel vom 6. Januar 2017: http://derwaechter.net/warum-ist-marihuana-verboten-die-wahren-gruende-sind-schlimmer-als-man-denkt.

Ich möchte Teile meiner Geschichte preisgeben, damit Cannabis mit Vorsicht behandelt wird. Cannabis ist einerseits ein Rohstoff und Heilmittel, aber andererseits eine Droge, die eine starke Abhängigkeit verursachen kann. Das, was ich hier schreibe ist im Grunde privat und soll keine Richtlinie sein, es soll zum selbst Denken anregen und den Umgang mit Cannabis kritisieren, vor allem, wenn es um sehr frühen Substanzmissbrauch geht.

Alles, was dort steht ist korrekt und unterstreiche ich bedingt. Lustig ist, dass ich den ersten Teil des Artikels aus dem Film “Ananas Express” kenne. Was ich dazu sagen kann ist: Ich habe mit 12 Jahren das erste Mal gekifft und mit 15 Jahren dann regelmäßig, später täglich…bis vor 14 Tagen. Ich bin jetzt 28 Jahre alt und für mich ist Cannabis alles andere als harmlos. Ich rede nicht von Psychosen oder Ähnlichem, die müssen latent vorhanden sein, um forciert zu werden, ich rede vom täglichen Gebrauch/Missbrauch von Cannabis. Es macht stark abhängig, so stark, dass ich bis heute (14 Tage Abstinenz) sogar körperliche, wahrscheinlich psychosomatisch bedingte Entzugserscheinungen habe. Es ist eine Droge, die das Gehirn nachhaltig verändert. Sucht ist eine Krankheit, die das Gehirn nachhaltig verändert. Das wird mein ganzes Leben so bleiben. Sucht kann nicht geheilt werden.

Die Krankheit kann durch Abstinenz gestoppt werden und man kann genesen. Heilung ist rein faktisch einfach nicht möglich, Strukturen, Neuronen, Synapsen, Verbindungen haben sich verändert. Mein Vater ist vom Fach (Psychiater, Neurologe und Suchttherapeut, er substituiert unteranderem Heroinabhängige mit Methadon und anderen Ersatzstoffen, wie Subutex.). Ich bin keinesfalls der einzige mit meiner starken Cannabis-Sucht, viele wissen gar nicht, dass und wie abhängig sie sind. Mein erster Versuch aufzuhören war mit 17, fast 18. Ich war 3 Monate in einer Jungendpsychiatrie. Ich bin an meinem 18. Geburtstag in einem weißen, kahlen Zimmer aufgewacht. Danke Cannabis, vielen Dank. 10(!!!) Jahre später, also jetzt, höre ich das erste Mal aus freien Stücken und eigener Überzeugung auf. Im März 2016 wurde bei meiner Mutter Lungenkrebs mit Metastasen im Gehirn festgestellt, Endstadium. Natürlich dachte ich sofort daran, was ich über Rick Simpson und sein Cannabis-Öl gehört hatte.

Ich habe mich viel darüber informiert, Freunde aus den Niederlanden dazu befragt und sogar überlegt, dieses Öl herzustellen. Rechtlich ist das alles natürlich sehr heikel und da ich mein Leben in Freiheit genieße, habe ich es gelassen. Meine Mutter hat eine alternative Krebstherapie gemacht, einerseits nach einem Verfahren von Herrn Dr. Klehr und andererseits nach traditioneller chinesischer Medizin. Chemotherapie oder Strahlentherapie kamen nicht in Frage, denn die meisten überleben das nicht. Meine Mutter fühlt sich gut, sie ist weiter unter ärztlicher Aufsicht und geht sehr achtsam mit sich um. Das große Geschäft mit der Krankheit, nicht wahr? Aber das ginge jetzt zu weit, wenn ich mich auch noch darüber auslasse. Was ich eigentlich sagen möchte, ist, dass Cannabis einen großen medizinischen und gesellschaftlichen Nutzen hat. Die Fasern, das Cannabidiol (CBD), etc., aber eben nicht das Tetrahydrocannabinol (THC), das ist psychoaktiv. THC hat zwar auch einige positive Wirkungen, wobei aber der Nucleus accumbens (das Belohnungssystem im Gehirn) beeinflusst wird. Unter anderem wird diese Hirnregion mit dem Botenstoff Dopamin stimuliert und Impulse an andere Hirnregionen werden gesendet. Gefühle von Euphorie, Entspannung und Wohlbefinden stellen sich ein. Um diese „Belohnung“ immer wieder zu erhalten, wird dann gekifft, bis man nur noch darüber eine „Belohnung“ empfindet und sich über wenig anderes freuen kann. Das ist meine Erfahrung.

Seit einigen Jahren haben sich diese positiven Empfindungen aber nur noch sehr selten gezeigt. Ich kenne starke Angstzustände, Paranoia, Zweifel, Grübeln, Aggression, Panikattacken, um nur ein paar negative Begleiterscheinungen zu nennen. Die Kids lesen den Artikel und denken, dass es gut ist zu kiffen. Kiffen ist nicht gut. Die Dosis macht das Gift. Die Dosis wird steigen, wenn man regelmäßig kifft. Sucht ist nichts Leichtes, Lustiges oder Schönes. Ich würde mich freuen, wenn beide Seiten der Medaille beleuchtet werden. Man kann nicht bedingungslos pro Cannabis sein. CBD ja, THC nein. Jedes Problem lässt sich leichter ohne Drogen jeglicher Art meistern. Nur ein klarer Geist kann klare Entscheidungen treffen. Danke fürs Lesen.

http://derwaechter.net/die-gefahren-von-cannabis-als-genussmittel-ein-leserbericht

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3 Kommentare zu “Die Gefahren von Cannabis als Genussmittel – Ein Leserbericht

  1. Ich hab das Zeug 30 Jahre lang so gut wie täglich geraucht und vor ca. 7 Jahren von einen auf den anderen Tag damit aufgehört. Entzugserscheinungen hatte ich keine.
    Es scheint allerdings wirklich ein Problem zu sein wenn man sehr Jung damit anfängt.

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