Russische Spezialeinheiten beginnen mit Operationen in Libyen

Khalifa Haftar – der vernünftige Mann in Libyen?

Laut Berichten hat Russland Spezialeinheiten auf einer ägyptischen Luftwaffenbasis an der libyschen Grenze stationiert.Es wird angenommen, dass die russischen Einheiten in Libyen eingesetzt werden sollen, um den libyschen Millitärkommandeur Khalifa Haftar zu unterstützen. Von Matthew Allen für www.Russia-Insider.com, 14. März 2017

Libyen ist für den IS und andere Extremistengruppen ein sicheres Rückzugsgebiet – weshalb libysche Militärkommandeure nun Russland um Hilfe bitten. Reuters berichtet:

Russland scheint in den letzten Tagen Spezialeinheiten auf einer Luftwaffenbasis im Westen von Ägypten stationiert zu haben, die in der Nähe der Grenze zu Libyen liegt, wie ägyptische diplomatische Quellen mitteilen, was die Befürchtungen der USA bestätigen würde, dass Moskau eine aktive Rolle in Libyen einnehmen will.

Die USA und diplomatische Vertreter sagten, dass ein russischer Einsatz Teil eines Unterstützungsversuchs für den libyschen Militärkommandeur Khalifa Haftar sein könnte, der bei einem Angriff durch die Benghasi Verteidigungsbrigaden vom 3. März auf von seinen Kräften kontrollierte Ölhäfen einen Rückschlag erlitt.

Die US Vertreter, die unter der Bedingung der Anonymität sprachen, sagten, das die Vereinigten Staaten beobachteten, wie russische Spezialeinheiten und Drohnen nach Sidi Barrani verlegt wurden, das etwa 100 Kilometer von der ägyptisch-libyschen Grenze entfernt liegt.

Ja, es ist also Reuters, das anonym – dem Heiligen Gral der Falschnachrichten – amerikanische und ägyptische Vertreter zitiert, allerdings klingt die Angelegenheit wie ein logisches Vorgehen durch Moskau. Falls es also nicht wahr sein sollte, dann sollte Russland es wahr machen.

Hier sind einige Hintergrundinformationen über Haftar von der Strategic Culture Stiftung:

In den 1970ern wurde Haftar in der Sowjet Union militärisch ausgebildet. Der General spricht Russisch. Nach dem Beginn des Aufstandes gegen Gaddafi im Jahr 2011 kehrte der General nach Libyen zurück, wo er zu einem der wichtigsten Kommandeure der eilig zusammengestellten Rebellenkräfte im Osten wurde.

Der Militärführer ist bekannt als „islamistenfeindlicher General“, weil er hart gegen muslimische Fundamentalisten vorgeht. Dieses Jahr konnten seine Kräfte die islamistischen Militanten größtenteils aus Benghasi vertreiben. Im Jahr 2014 begannt General Halifa mit der Operation Dignity [Würde, d.Ü.] und versprach, alle extremistischen Terrorgruppen aus dem Land zu vertreiben. Im September 2016 übernahm die LNS die wichtigsten Ölterminals des Landes von der Schutztruppe der Petroleum Einrichtungen – einer bewaffneten Gruppe aus dem Lager der von der UN ausgehandelten Regierung der nationalen Einheit (GNA).

Die Stationierung von russischen Spezialeinheiten in Ägypten klingt tatsächlich völlig plausibel. Im Unterschied zu den USA pflegt Russland gute Beziehungen zu Ägypten – das ebenfalls hinter General Haftar steht.

Dass Moskau nun „(Spezial)Stiefel auf den Boden“ Libyens setzt ist nicht allzu weit hergeholt.

Laut Berichten hat Russland bereits „private“ Stiefel auf libyschem Boden. Reuters berichtet dazu:

Eine Truppe bestehend aus einigen dutzend privaten Sicherheitsvertragspartnern aus Russland agierten bis Februar in jenem Teil von Libyen, der sich unter Haftars Kontrolle befindet, der auch an der Spitze jenes Unternehmens steht, das die Söldnertruppe anheuerte.

Der für die US Truppen in Afrika zuständige Militärkommandeur General Thomas Waldhauser sagte dem US Senat vergangene Woche, dass Russland versuchen würde, seinen Einfluss in Libyen zu vergrößern, um den Hebel gegenüber denjenigen zu vergrößern, die am Ende an die Macht im Land gelangen. [..] Auf die Frage, ob es im US Interesse sei, dies zuzulassen meinte Waldhauser „Nein.“

Das Problem dabei ist: Die USA haben nur begrenzte Möglichkeiten, wenn es um die Eindämmung von Moskaus Einfluss in Libyen geht. Strategic Culture erklärt, warum das so ist:

Am wichtigsten ist, dass es Russland ist – nicht die USA, Frankreich oder ein anderes westliches Land, das am Libyenkonflikt beteiligt ist – das von den libyschen Militärführern um Hilfe gebeten wurde. Die Libyer erinnern sich nämlich noch gut an die NATO Intervention von 2011 und vertrauen dem Westen daher nicht, insbesondere da sie keinerlei positive Ergebnisse in dem Land erzielen konnten. Russlands Operation in dem Land hat die politische Landschaft verändert und Moskaus Position unter den Regionalmächten verstärkt.

Die Hilfsanfrage zum Eingriff in Libyen zeigt, dass Russlands Rückhalt im Mittleren Osten wächst, während der Westen offen seinen Unwillen zeigt, eine verantwortungsvolle Rolle in der Region zu spielen. Die Operation in Syrien wurde für Russland begleitet von einer Reihe an relevanten politischen Erfolgen im Mittleren Osten.

[..]

Das wieder erwachende Russland zeigt sich im Mittleren Osten als großer und wichtiger internationaler Spieler und es ist nur natürlich, dass es Moskau und die libyschen Anführer sind, die sich annähern, um das sich in Unruhe befindliche Land zu befrieden.

Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass Moskau Washingtons wachsender Präsenz in Nordafrika, die sich bislang desaströs auf die ganze Region auswirkte, etwas entgegensetzen will.

Russland versteht dabei auch, dass es Libyen nicht erlauben kann, zum Aufmarschgebiet für Terroristen zu werden, die dann im Mittleren Osten oder Zentralasien in den Kampfeinsatz ziehen.

Die einzige Frage ist nun: Wie viel ist Russland bereit zu riskieren, um sicherzustellen, dass die vom Westen verschuldete Katastrophe in Libyen wieder aufgeräumt wird?

Im Original: Report: Russian Special Forces to Begin Operations in Libya

https://1nselpresse.blogspot.de/2017/03/russische-spezialeinheiten-beginnen-mit.html

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