Münzen-Klau in Merkels Nachbarschaft – Polizei spricht von „relativ klarem Bild“

Die Polizei hat noch keine Erkenntnisse zum spektakulären Münz-Diebstahl in Berlin. Zu den schlechten Sicherheitsvorkehrungen im betroffenen Bode-Museum schweigt sie. Es wird vermutet, dass die unverkäufliche Riesen-Gold-Münze eingeschmolzen werden soll, so ein Polizeisprecher.

Wer die 100-Kilo-Münze aus dem Berliner Bode-Museum in der Nacht zum Montag gestohlen hat, weiß die Berliner Polizei noch nicht, wie ihr Sprecher Winfrid Wenzel gegenüber Sputnik erklärte. Die Spurensuche und —sicherung seien abgeschlossen, wobei einige Utensilien der Täter gefunden worden seien. Es gebe ein „relativ klares Bild“ vom Weg der Täter zum Bode-Museum und vom Fluchtweg. Das habe sich alles im hinteren Bereich des Museums abgespielt, erklärte der Sprecher.Die Ermittler hätten neben einer Leiter und einer wahrscheinlich für den Münzen-Transport benutzten Schubkarre auch ein Seil am Zaun der S-Bahn-Trasse zwischen den Bahnhöfen Friedrichstraße und Hackescher Markt gefunden. Damit haben sich die Münz-Diebe wahrscheinlich zum Monbijou-Park abgeseilt, nachdem sie über die S-Bahn-Gleise gestiegen waren. Im Park wartete laut Polizeivermutung ein Fahrzeug auf sie und das schwere Diebesgut und flüchtete mit ihnen.

Der Polizeisprecher erklärte auf Nachfrage, dass derzeit die Überwachungsvideos aus der Umgebung des Museums gesichtet würden. Das befindet sich auf der Museums-Insel, in deren Nähe Bundeskanzlerin Angela Merkel wohnt. Das deutet zumindest auf mögliche umfangreiche Überwachungsmaßnahmen hin. Warum die Alarmanlage und andere Sicherheitsvorkehrungen des Museums versagt haben, konnte Wenzel nicht sagen. Er verwies auf die laufenden Ermittlungen dazu: „Da geht es natürlich auch darum, zukünftige Verfahren vergleichbarer Art zu verhindern, damit derartige Einbrüche sich nicht wiederholen können.“

Das sei für die Polizei aber eine „ganz wesentliche Frage“. Es sei „zumindest klar nach der Tat, dass die Sicherheitsvorkehrungen an dieser Stelle nicht ausreichend waren, um den Diebstahl dieser wertvollen Münze zu verhindern.“ Nach diesem „bitteren Schlag für die staatlichen Museen“ müssten die Sicherheitsvorkehrungen verbessert werden, auch bei den anderen Einrichtungen.Die Berliner Polizei geht laut ihrem Sprecher davon aus, dass die Diebe die Münze einschmelzen wollen. Es sei klar, dass solch eine berühmte Münze „nicht im freien Verkauf veräußert werden kann“. Es werde angenommen, dass die Täter versuchen, ihr Diebesgut „in flüssiger Form dann in eine neue Form zu pressen und zu gießen“, um Profit aus dieser Tat zu ziehen. Es fehle aber jede Spur, wo das geschehen könnte.

Die 100 Kilogramm schwere Münze wurde in der Nacht zum Montag aus dem Bode-Museum gestohlen. Der Nennwert beträgt eine Million Dollar. Beim aktuellen Goldpreis soll die Münze rund 3,7 Millionen Euro wert sein. Sie gilt als unverkäuflich auf dem Kunstmarkt.

https://de.sputniknews.com/gesellschaft/20170328315078848-muenzen-klau-merkels-nachbarschaft/

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