RT-Exklusiv: USA rücken mit schwerem Kriegsgerät und Spezialeinheiten in Süd-Syrien ein

RT-Exklusiv: USA rücken mit schwerem Kriegsgerät und Spezialeinheiten in Süd-Syrien ein
Bildquelle: Army.mil
Nach einem Marschflugkörperangriff am vergangenen Freitag haben die USA am Sonntag Sondereinsatzkräfte nach Syrien entsandt. RT Deutsch sprach mit dem Terroranalysten Paweł Wójcik. Jordanien spielt eine wichtige Rolle beim Einflussausbau der USA nach Syrien und Irak. Operationen sollen nicht nur die Terrormiliz „Islamischer Staat“, sondern auch die syrische Armee und iranische Stellvertreter im Irak zurückdrängen.

Von Ali Özkök

„Es war eine gezielte Operation zum Schutz der syrischen Rebellenmilizen Usud el-Scharqiyah und Ahmed Abdo vor einer Einkesselung durch die Terrormiliz Islamischer Staat“, bestätigte der Experte Wójcik auf Anfrage von RT Deutsch. Medienberichte, die wegen der US-Luftangriffe am Freitag auf eine syrische Luftwaffenbasis untergingen, ergaben, dass sowohl US-amerikanische als auch jordanische Sondereinsatzkräfte in Syrien eindrangen.

Der Syrien-Experte mit Fokus auf Rebellen-Bewegungen Bosno Sinjic sagte RT Deutsch, dass sich größere US-Militärstationierungen im jordanisch-syrischen Grenzgebiet seit August 2016 befinden. Er erläuterte:

Dort sind 1.200 US-Soldaten. Sie pendeln größtenteils vom Rukban Camp nach Safa, Tanf, Eis und Sis.“

Der Redakteur für Sicherheitspolitik und Pentagon-Fragen beim renommierten US-Magazin „Foreign Policy“ Paul McLeary berichtete via die Sozialen Medien am Sonntag, dass das Zentralkommando der US-Streitkräfte, CENTCOM, eine Operation in Syrien ausführte. „Koalitionskräfte und syrische Rebellen schlugen einen Angriff auf die Tanf Militärbasis in Südsyrien zurück“, heißt es. McLeary informierte, dass „britische und US-amerikanische Sondereinsatzkräfte die Basis benutzten, die vergangenes Jahr von russischen Kampfflugzeugen bombardiert wurde“.

Wójcik, der als Terrorexperte für das Portal mpolska24 arbeitet, erläuterte gegenüber RT Deutsch, dass Jordanien als regionaler Partner der Vereinigten Staaten nicht zu unterschätzen ist. Er sagte:

Jordanien ist ein wichtiger Ausgangspunkt für US-Spezialeinheiten, die eine erhebliche Anzahl von Operationen in der Nähe von Deir ez-Zor und der strategischen Grenzstadt Albukemal zum Irak durchführen. Und natürlich gibt es ein verdecktes Programm zur Unterstützung der Südfront, die aus FSA-Rebellen besteht. Sie erhalten finanzielle Zuwendungen und Waffen.“

Die Tanf-Basis ist deshalb so bedeutend, weil sie unweit eines Grenzüberganges liegt, der Syrien mit Jordanien und dem Irak verbindet, informiert Wójcik. Laut dem syrischen Nachrichtenportal „Southfront“ startete die US-Armee ihren Vorstoß über die jordanische Provinz el-Mafrak.

Das regierungsnahe Portal berichtet unter Berufung auf lokale Quellen, dass über 20 gepanzerte Fahrzeuge, darunter auch Panzer, zuvor in el-Mafrak gesichtet wurden. US-Truppen wurden mutmaßlich an der Seite von Einheiten der dritten jordanischen Division ausgemacht.

Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ führte am Wochenende einen Großangriff gegen die Freie Syrische Armee in der südöstlichen Wüstenregion durch, die von Rebellen in den vergangenen Wochen eingenommen wurde. Die Verteidigungslinie der Rebellen drohte zu zerbrechen. Jordanien und die USA betrachten die von den Rebellen kontrollierten Gebiete der FSA-Südfront als wichtige Pufferzone. Unter diesem Eindruck entsandten Washington und Amman Spezialeinheiten. Lokale Anwohner von el-Mafrak berichteten über schwere Explosionen und Kampfjets, die an die syrische Grenze flogen, schreibt „Southfront“.

Seit Jahren operieren westliche Militärs und Geheimdienste über Jordanien auf syrischem Boden. Am fünften April berichteten Soziale Medien über US-amerikanische Militärtransporte an den Hafen von Akaba in Jordanien. Erstmals wurden Details über konkrete Operationen bekannt. Syrische Medien glauben, dass die wachsende Präsenz der USA in Jordanien ein Zeichen für eine großangelegte Militäroperation in Syrien ist.

Auf die Frage, was die Perspektive Washingtons ist, erklärte Wójcik, dass es um die Kontrolle Südsyriens und der Grenzübergänge in den Irak geht. RT Deutsch teilte er mit:

Die USA versuchten schon einmal, Albukemal einzunehmen, eine der wichtigsten Grenzstädte des IS in den Irak, quasi ein operatives Drehkreuz. Damals schlug der IS die Offensive der US-gedeckten Neuen Syrischen Armee zurück. Die Formation kollabierte.“

Für die USA würden sich ganz neue strategische Optionen ergeben, sollte der IS Albukemal verlieren. Wójcik fügte hinzu:

Der Raum Albukemal und el-Qaim im Irak spielt einen großen Faktor für die USA in naher Zukunft. Es wird den IS nicht nur daran hindern, Angriffe auf den Irak auszuführen. Washington will auch die pro-iranische Schiiten-Miliz Haschd Schaabi und iranische Revolutionsgardisten im Irak blockieren. Diese Kräfte sollen von Syrien isoliert werden. Ziel ist es, die Ausweitung Irans auf Libanon, Damaskus und Bagdad zu stoppen.“

Am frühen Freitagmorgen befehligte der US-Präsident einen Marschflugkörper-Angriff auf die syrische Luftwaffenbasis Schayrat in der Provinz Homs. Dabei wurden 59 Tomahawk-Raketen auf Syrien abgefeuert. Die Entscheidung begründete Präsident Trump mit einem mutmaßlichen Saringas-Angriff der syrischen Armee zuvor.

 

 

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