CDU-Generalsekretär Tauber: Die personifizierte Arroganz der Macht

Die personifizierte Arroganz der Macht

 

CDU-Generalsekretär Peter Tauber hat sich mit einem Tweet ins eigene Knie geschossen.

Von Max Erdinger

Wer noch Zweifel daran hatte, wie sehr sich der Medienmainstream zum Büttel der Parteipolitik hat machen lassen, der vergleiche obigen Screenshot mit einer Meldung bei WELT/N24. Dort wird Tauber so zitiert: „Wenn Sie was Ordentliches gelernt haben, brauchen Sie keine drei Minijobs.“ Das kleine „Tauber-o“ wurde also liebedienerisch gegen ein korrektes, großes O ausgetauscht. Von wegen: „Wenn Sie was ordentliches zu schreiben gelernt hätten, Herr Tauber …“

Ins eigene Knie geschossen hat sich der 42-jährige CDU-Generalsektär dadurch, daß er mit seiner arroganten Äußerung einen gewaltigen Shitstorm erntete. Binnen zweieinhalb  Stunden gab es über 600 Kommentare, fast alle negativ – und nicht wenige davon unter der Gürtellinie. Taubers arroganter Tweet war eine Replik auf die Anfrage eines Users gewesen, ob er wohl künftig drei Minijobs brauche, um über die Runden zu kommen. Tauber hatte vorher einen WELT-Kommentar zum am Montag vorgestellten Regierungsprogramm mit der Überschrift „Vollbeschäftigung ist viel besser als Gerechtigkeit“ retweetet.

Als der personifizierten Arroganz der Macht daraufhin klar wurde, wie groß das Fettnäpfchen ist, in das sie hineingetreten war, ruderte sie zurück. „Wer drei Minijobs braucht, um über die Runden zu kommen, der hat es nicht leicht. Und ich wollte niemandem zu nahetreten, der in so einer Situation ist“, twitterte Tauber am Dienstag. „Es tut mir leid, dass ich mein eigentliches Argument – wie wichtig eine gute Ausbildung und die richtigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind, damit man eben nicht auf drei Minijobs angewiesen ist – so blöd formuliert und damit manche verletzt habe.“

Das Ganze ist natürlich eine Steilvorlage für die parteipolitische Konkurrenz. Die Linkspartei wäre nicht die Linkspartei, hätte sie nicht versucht, Taubers Tweet für sich selbst zu nutzen. Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht kritisierte nach Taubers Tweet die Union: „Taubers Bemerkung ist ein Beweis dafür, dass die Union die Millionen Menschen, die in Deutschland in ungesicherten, schlecht bezahlten Jobs arbeiten müssen, abgeschrieben hat und für sie keinerlei Mitempfinden hat. Dazu passt, dass das Wahlprogramm der Union keinen einzigen Vorschlag enthält, der die Lebenssituationen dieser Menschen verbessern würde.“

Von Taubers Tweet gleich auf die Geisteshaltung der gesamten Union zu schließen, ist allerdings typisch links und äußerst durchsichtig. So viel ist nämlich sicher: Selbst wenn es der Linkspartei gelänge, alle Minijobber mit einer Vollzeitbeschäftigung zu versehen, – die Vollzeitkräfte würden schon aufgrund ihrer schieren Masse als Vollzeitsklaven für die linke Umverteilungsideologie arbeiten und letztlich auch nicht mehr Geld zur Verfügung haben, als heute durch drei Minijobs. Deshalb: Sahra Wagenknecht – geschenkt. Wahlkampfgeklimper …

Sachlich falsch ist auch die Unterstellung, daß es jemandem mit drei Minijobs finanziell nennenswert besser ginge, als jemandem, der nur einer einzigen „geringfügigen Beschäftigung“ nachgeht. Die steuerfreie Verdienstobergrenze beträgt 450 Euro monatlich. Nebenbei bemerkt: Daß dafür „arbeitgeberseitig“ bereits Beiträge zur Krankenkasse fällig werden, ohne daß der Geringverdiener deswegen krankenversichert wäre, ist ein Skandal für sich. Wer durch einen zweiten oder einen dritten Minijob also 900 oder 1.350 Euro monatlich verdient, für die er ackern muß wie ein Gaul, der ist voll steuer- und sozialversicherungspflichtig.

Zurück zu Peter Tauber, der personifizierten Arroganz der Macht. Ein alleinstehender Hochqualifizerter, der ein nur leicht überdurchschnittliches Bruttoeinkommen hat in diesem Land und seine Lebensplanung nicht danach ausrichtet, was er kaufen, stiften oder bauen muß, um in den zweifelhaften Genuß von Abschreibungen, Steuererleichterungen oder Subventionen zu kommen, liefert heute über direkte und indirekte Steuern etwa 70 Prozent seines Einkommens beim Staat ab. Er ist de facto Arbeitssklave des Staates. Die privaten Rücklagen der Deutschen sind im EU-Vergleich unter den niedrigsten. Selbst im sozialistisch ruinierten Frankreich sind die Realvermögen durch einen höheren Prozentsatz von Grund- und Immobilienbesitzern größer. Die personifizierte Arroganz der Macht in Gestalt des CDU-Generalsekretärs besticht also hauptsächlich durch ihre Ignoranz. Ein Vollzeitjob in Deutschland ist keineswegs ein Garant für Wohlstand. Wer „etwas ordentliches“ gelernt hat, ist deswegen noch lange nicht alle materiellen Sorgen los.

Für Peter Tauber persönlich sieht das allerdings anders aus. Obwohl der Mann produktiv nichts leistet, bekommt er allein dafür, daß er vom Volk irrtümlich als sein Vertreter identifiziert wird, locker einen fünfstelligen Betrag allmonatlich, den er sich größtenteils auch noch selbst genehmigt. Die Einigkeit der ansonsten „demokratisch“ gegeneinander streitenden Parteien in dieser Parteiendemokratur ist immer dann beeindruckend, wenn es zur Abstimmung über Diätenerhöhungen kommt. Bestes Beispiel ist die FDP: Kaum aus der Bedeutungslosigkeit zurückgekehrt und in einen Landtag eingezogen, war eine ihrer ersten Amtshandlungen, sich erst einmal die Diäten saftig zu erhöhen. Von Sahra Wagenknecht (Linkspartei) ist übrigens schon seit Jahren bekannt, daß sie sich nicht beim Hummeressen fotografieren lassen wollte. Warum wohl nicht?

Zwei Zahlen zum Vergleich: Nicht inflationsbereinigt betrug das Gesamtsteueraufkommen in der Bundesrepublik des Jahres 2003, damals noch unter einer rot-grünen Regierung, sagenhafte 442 Mrd. Euro. Das waren 1,2 Milliarden (1.200 Millionen) alle 24 Stunden, 365 Tage im Jahr. Für das Jahr 2017 werden unter einer angeblich konservativen, freiheitlich orientierten Regierung erstmals unglaubliche 700 Mrd. erwartet! (1,8 Milliarden täglich!) Und der Medienmainstream kommentiert das überwiegend begeistert! Rekorde bei den Steuereinnahmen gelten in Deutschland als phantastisch. Das erzählt viel über einen „Souverän“, der sich über Tweets von Peter Tauber aufregt.

Es kann sich also jeder selbst ausmalen, was unter finanziellen Gesichtspunkten sowohl für Unternehmen als auch für Privatpersonen gewonnen wäre, wenn endlich einmal ein Hauptaugenmerk auf die steuerliche Ausgabenseite gelegt werden würde, anstatt immer nur auf die Einnahmenseite zu schielen. Es sind sozialistische Kündigungsschutzgesetze, die enorme Belastung des Faktors Arbeit mit allerlei sachfremden Abgaben und dergleichen mehr, die es einem Arbeitgeber heute schwerer machen als je zuvor, jemanden einzustellen. Wenn er ihn nämlich aufgrund eines temporären Umsatzeinbruchs nicht mehr brauchen kann, wird er ihn nicht mehr los. Im Gegenzug dürfen alle, die dort arbeiten, malochen bis zum Umfallen, wenn das Geschäft boomt. Ihre Überstunden werden inzwischen ebenfalls hoch besteuert.

Peter Tauber, die personifizierte Arroganz der Macht, ist Angehöriger einer politischen Klasse (offiziell) und als solcher Profiteur einer kleptokratischen Klasse (tatsächlich), die sich jeder Kontrolle erfolgreich entzogen hat. Dieselben Politmarodeure, die keinerlei persönliche Konsequenzen bspw. für das BER-Desaster zu fürchten haben (bislang mind. 4 Mrd. Euro Politschaden), finden sich in den Talkshows der Öffentlich-Rechtlichen wieder, um über die „Steuermoral“ eines Uli Hoeneß herzuziehen, der de facto nichts anderes getan hat, als bereits versteuertes Geld nicht erneut mit einer Vermögenssteuer belegen zu lassen. Bei ihm ging um 28 Mio. Euro. Dafür kassierte er drei Jahre Haft.

Die angeblichen „Vertreter des Volkes“ hingegen, Leute also, die das Wort „Volk“ unter Umständen gar nicht mehr in den Mund nehmen wollen, bereichern sich schamlos auf Kosten derjenigen, die ihnen mit ihrer wertschaffenden Arbeit eine parasitäre Existenz sichern. Das Argument dieser Parasiten am Fleiß der Anderen, in der freien Wirtschaft könnten sie ungleich mehr verdienen und ihr „Job“ sei mit „Aufopferung für die Interessen des Souveräns“ zutreffend beschrieben, ist keines. Tatsache ist viel mehr, daß eine ganze Menge dieser Marodeure in der freien Wirtschaft überhaupt keinen Job bekommen würde. Was, bitteschön, sollte eine Claudia Roth in der freien Wirtschaft arbeiten? Außer einem Minijob in der Theaterkantine fällt mir da auch nichts ein. Wenn Politiker dennoch einen „Job in der Produktion“ bekommen, dann als Lobbyist – und zwar nach ihrer politischen Karriere. Roland Koch (CDU) ist ein gelungenes Beispiel dafür. Nachdem sich der ehemalige hessische Ministerpräsident aus der Politik verabschiedet hatte und als Vorstand zu Bilfinger+Berger wechselte, dauerte es nicht mehr lange und der Konzern war so pleite wie die Bundesrepublik Deutschland dank ihrer Hochqualifizierten in der Politik.

Das sind die Rahmenbedingungen, innerhalb welcher man den Tweet von Peter Tauber lesen muß. Dann geht es auch nicht mehr nur um die Arroganz der Macht, sondern darum, wie sehr dieses politische System insgesamt inzwischen zu einem Krebsgeschwür der Demokratie entartet ist. Peter Tauber ist eines der Gesichter dieser Entartung.

http://www.journalistenwatch.com/2017/07/04/cdu-generalsekretaer-tauber-die-personifizierte-arroganz-der-macht/?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+Jouwatch+%28Jouwatch%29

Ein Kommentar zu “CDU-Generalsekretär Tauber: Die personifizierte Arroganz der Macht

  1. absoluter vollpfosten aus der marionettenpartei cdu!
    beleidigt menschen hier, die sich mit mehreren jobs herumschlagen müssen dank der politik der groko!!!!!
    wählt dieses pack ab!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    AFD!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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