Saudi Arabien reagiert auf Ohrfeigen von Tillerson mit der Ermordung von Oppositionellen

 

US-Außenminister Rex Tillerson hat Saudi Arabien bei seinem Besuch in Katar gestern gleich mehrere verbale Ohrfeigen verpasst. Das saudische Regime versuchte von diesen erneuten Rückschlägen im selbst unter dem Vorwand katarischer Terrorismus-Unterstützung angezettelten Streit mit Katar durch die Exekution mehrerer Oppositioneller abzulenken.

Schon unmittelbar nach der Landung in Katar sagte Tillerson zu Journalisten: „Ich denke, dass Katar in seinen Positionen ziemlich klar gewesen ist, und ich denke, dass diese sehr vernünftig gewesen sind.“ Bei seiner Visite in Katar hat Tillerson dann mit dem Herrscher des Landes eine Vereinbarung zur gemeinsamen Bekämfung der Finanzierung von Terrorismus unterzeichnet und anschließend hat Tillerson Katar dafür gelobt, dass es damit der erste Staat der Region sei, der dem Aufruf von US-Präsident Trump zur besseren Bekämpfung des Terrorismus gefolgt sei.

Unmittelbar nachdem diese US-Ohrfeigen für Saudi Arabien über Reuters und unzählige andere Nachrichtenagenturen weltweit verbreitet worden waren, meldete der saudische Sender Al Arabiya, dass Saudi Arabien „vier verurteilte Extremisten“ exekutiert habe. Doch zumindest bei zwei der vier Exekutierten ist es völlig unklar, ob es sich bei ihnen wirklich um Gewalttäter handelte. Einem Bericht der Europäisch-saudischen Organisation für Menschenrechte zufolge scheint es eher so zu sein, dass diese Personen vom saudischen Wahhabten-Regime für ihre Teilnahme an regierungskritischen Demonstrationen im schiitisch geprägten Osten des Landes zunächst verhaftet, gefoltert und verurteilt, und nun exekutiert, wurden. Weiterhin hat das saudische Regime soeben die Verhängung der Todesstrafe gegen einen zum Tatzeitpunkt Minderjährigen aus dem schiitisch geprägten Osten wegen Teilnahme an gewalttätigen regierungskritischen Protesten und Verbrechen gegen die Cybersicherheit – sprich sich auf Twitter und Facebook regierungskritisch äußern – bestätigt. Das ebenfalls mit Katar im Streit liegende Wahhabiten-Regime über das schiitisch geprägte Bahrain hat unterdessen einen Aktivisten wegen der „Verbreitung der Falschinformation,“ dass in Bahrain systematisch gefoltert wird, zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Es ist nicht schwer zu durchschauen, dass die wahhabitischen Machthaber in Saudi Arabien und Bahrain gerade jetzt zu diesen menschenverachtenden Maßnahmen gegen schiitische Oppositionelle greifen, weil das Töten und Drangsalieren von Schiiten bei ihren wahhabitischen Bevölkerungsteilen grundsätzlich populär ist, und sie davon ablenkt, dass ihre Machthaber sich bei ihrer Attacke auf das ebenfalls wahhabitisch geprägte Katar gründlich verkalkuliert haben.

Für den heutigen Mittwoch ist ein Treffen von Tillerson mit den vier Außenministern der saudisch-geführten Anti-Katar-Koalition in Saudi Arabien angesetzt. Tillerson kennt die Machtstrukturen der Region aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Chef des Ölkonzerns ExxonMobil so gut wie kaum ein anderer. Tillerson das Blaue vom Himmel zu erzählen, dürfte den Saudis damit schwerfallen. So, wie sich die Katar-Krise bislang entwickelt hat, sieht es so aus, dass das immer mehr in Richtung Regime Change in Saudi Arabien – oder gar der Zerschlagung des Staates – läuft.

Man darf also gespannt sein, was bei dem Treffen rauskommt.

https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2017/07/12/saudi-arabien-reagiert-auf-ohrfeigen-von-tillerson-mit-der-ermordung-von-oppositionellen/

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