Tote, Tempelberg, Tarnkappen: Netanjahu bei der Arbeit

 

Über Israels immer noch amtierenden Premierminister Benjamin Netanjahu gibt es eigentlich nur eines zu wissen: Er glaubt, was er sagt. Völlig egal, was das ist. Für die seit der Ermordung von Yitzhak Rabin in 1995 faktisch durchgängig an der Macht befindliche Nomenklatura Israels gilt das Gleiche. Ebenso für deren Unterstützer und LobbyistInnen.

Über die Palästinenser gibt es wiederum nur Eines zu begreifen: dass sie nichts begreifen. Was wiederum zumindest nachvollziehbar ist, weil sie zu sehr mit Sterben, Leid und der seit Generationen über sie verhängten Kolonialherrschaft beschäftigt sind und von fast allen Seiten nur benutzt werden, eingeschlossen ihren sogenannten „Repräsentanten“.

Einige Bilder

Gestern. Videoaufnahmen bei Tempelberg und Al-Aqsa Moschee.

 

 

 

Aufnahme: israelische Polizei stürmt Krankenhaus in Ost-Jerusalem, um Verletzte und mutmaßlich auch die Leichen von ihnen getöteter Palästinenser zu verschleppen und dann namenlos zu verscharren, entgegen jedweder zivilisatorischen Mindeststandards und entgegen der Genfer Konvention – ein seit Jahren durch die Kolonialmacht angewendetes Mittel um die Einheimischen maximal zu quälen.

Aufnahmen wie der tote, blutüberströmte Körper von Mohamed Abu Ghannam, einer der gestern durch die Kolonialmacht getöteten Einheimischen, aus dem Krankenhaus gebracht wird, um seine Leiche vor der Verschleppung zu retten und ihn an einer seiner Familie bekannten und zugänglichen Stelle beerdigen zu können.

Zuvor war Mohamed Abu Ghannam vom israelischen Militär auf offener Straße erschossen worden, wo er verblutete.

Eine Aufnahme aus dem Krankenhaus, als die Familie von seinem Tod erfährt.

Das vermeldete Massaker in der „Siedlung Neve Tsuf“

Als gestern die Meldung von drei durch das israelische Militär getöteten Einheimischen, Mohamed Sharaf, Mohamed Lafi und Mohamed Abu Ghannam, bekannt wird, gibt wiederum die Kolonialmacht bekannt, es habe sich ein Massaker in der „Siedlung Neve Tsuf“ ereignet und veröffentlicht ein blutiges Foto. Drei israelische Kolonisten seien ermordet worden. Ein Palästinenser sei von einem nahe gelegenen Dorf aufgebrochen, habe sich vor zwei Tagen extra ein Messer gekauft um die Opferstatistik des Besatzungsregimes bei dessen Telefonaten mit dem großen Bruder in Washington punktgenau in der Waage zu halten, habe vorher noch schnell ein präventives Mordgeständnis auf Facebook veröffentlicht, sei dann irgendwie in den eng mit dem israelischen Militär assoziierten kolonialen Außenposten Halamish eingedrungen, der ab 1977 um eine alte Festung der britischen Kolonialmacht und deren Todesschwadronen und deren palästinensischen Kollaborateure herumgebaut wurde, habe dann ein Fenster eingeschlagen, die zehnköpfige Familie beim Essen überfallen und einen Großvater, dessen Sohn und dessen Ehefrau erstochen, sowie weitere Familienangehörige verletzt.

Zur Glaubensfreiheit, einem weiteren zivilisatorischen Mindeststandard, der nicht überall eingehalten wird, gehört es so etwas zu glauben.

Zum Gewohnheitsrecht Palästinas wiederum scheint es zu gehören, Massaker und Mord immer noch für einen Akt des Widerstands zu halten, nichts zu begreifen und schon gar nicht Kollaboration der vermeintlich eigenen Organisationen mit der Kolonialmacht zu erkennen.

Die Korruptionsaffäre um ThyssenKrupp und die atomwaffenfähigen U-Boote

Die Regierung von Benjamin Netanjahu steht vor dem Aus. Sogar die bislang mit aus Steuergeldern finanzierten atomwaffenfähigen U-Booten um sich schmeissende Merkel-Gabriel-Regierung hat ihr neuestes Milliardengeschenk an die rechtsradikale Regierung in West-Jerusalem (offiziell in Tel Aviv) vorerst unauffällig vertagt, da „Bibi“ mit „Mutti“ einfach zu dreist umgegangen ist und zudem eine, von der traditionell extrem feigen Presse dieses Landes nur widerwillig unterm Teppich hervor geholte Korruptionsaffäre um den ThyssenKrupp Konzern und diverse Shlemihls der Netanjahu-Regierung ans Licht gekommen ist.

Nachdem sich die israelische Staatsanwaltschaft und Polizei bei allerlei anderen Korruptionsaffären ihres Bibis noch unter umfangreichen Ausflüchten und viel Gewimmer und Gebrumm heraus winden konnte, musste sie jetzt mal ermitteln und hat Netajahus persönlichen Rechtsberater und Verwandten David Schimron festgesetzt. Der ehemalige Kommandant der israelischen Marine, Miki (Mickey) Ganor, ist Vertreter von ThyssenKrupp Marine Systems in Israel und ebenfalls eine zentrale Figur der Korruptionsaffäre.

Die von Netanjahu, wie stets total unauffällig und geschickt genug für die total breite Mehrheit, bei einem Treffen der rechten Regierung von Ungarn, Tschechien, Polen und der Slowakei in die Luft gesetzten Beleidigungen gegenüber der „Europäischen Union“ (also Merkel) sind auch vor diesem Hintergrund zu sehen. Netanjahu erwartet auch von der Ewigen Kanzlerin gefälligst, dass diese die Lieferung von Waffen, Technologie, (Spionage-)Informationen, etc, nicht an Bedingungen hinsichtlich des Umgangs mit der Kolonie Palästina knüpft, genauso wenig wie die Regierung Trump und die Regierung Putin in Russland.

Der Zusammenbruch vom Zusammenbruch Syriens

Ein weiterer Hintergrund für die nun von der israelischen Regierung in ihrer Kolonie angeblich wegen „Metalldetektoren“ an der Al-Aqsa Moschee organisierte Eskalation im besetzten Ost-Jerusalem und darüber hinaus, dürfte der jüngste Affront der Trump-Regierung gegenüber den langfristigen strategischen Plänen Netanjahus und seiner Nomenklatura sein: die nun offizielle Beendigung der Finanzierung, Ausbildung und Führung terroristischer, unter der Flagge des Islamismus operierender Milizen und Invasoren im Syrien-Krieg. Neben Netanjahu, der von Anfang an in Kauf nahm die Region in ein Blutbad zu stürzen um die seit 1973 besetzten Golan-Höhen als Überbleibsel eines zerschlagenen Staates Syrien nun auch offiziell zu annektieren, ist die gesamte Lobby des sechzehnjährigen Terrorkrieges mehr als blamiert, vorneweg die C.I.A.

Entsprechend liegt es im Interesse des international inzestiös verschmolzenen geheimdienstlichen Komplexes irgendwo anders eine Eskalation, ein Blutvergießen oder wenigstens eine Konfrontation zu bekommen, einfach irgendwo anders.

Die nun durch die israelische Regierung gestern „endlich“ erfolgreich organisierte Eskalation im besetzten Ost-Jerusalem erfolgt eine Woche nach dem Mord an zwei israelischen Polizisten vor der Al-Aqsa Moschee am 14. Juli, welcher u.a. von der Hamas zwar bejubelt wurde, aber zu dem sich keine Organisation bekannt hat.

Aussicht: Alle Verantwortlichen machen weiter nichts von dem was irgendetwas besser machen würde

Was für die Palästinenser zu tun ist, wissen alle. Deswegen macht es auch keiner dessen Aufgabe das wäre.

Politik eben. Der größte und zugleich hochbezahlteste Dreck, den die Menschheit je erfunden hat.

Wer jetzt auf irgendeine „parlamentarische Opposition“ oder Regierung hofft, hat mein Mitgefühl. Jede einzelne davon ist wertlos. Überall.

(…)

Artikel zum Thema:

11.10.2015 Abbas, Fatah, P.L.O. and Israeli Joint List: What you can do
President Mahmoud Abbas,
Declare the independence of Palestine and accept the borders of the two states Palestine and Israel along the armistice line of 1949 with effect from a point of time not later than 2017. It is about time.

20.12.2014 Palästina und die Unabhängigkeit: Eine unnötige Verzögerung
Es ist die alte Regel des Imperialismus und seiner sadistischen Handlanger: Wenn Du schon verloren hast, quatsch Deinen Gegner zu und organisiere, dass dieser sich selbst ermordet, ruiniert, zerstört, oder zumindest seine Chancen, Vorteile und Talente. Genau das geschieht seit Jahren mit den europäischen Demokratien. Genau das geschieht heute Nacht im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit Palästina.

https://www.radio-utopie.de/2017/07/22/tote-tempelberg-tarnkappen-netanjahu-bei-der-arbeit/

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