Tontaubenschießen für Fortgeschrittene

 

Die DVR Korea hat ja nun bekanntlich angekündigt, in Erwägung zu ziehen, ab Mitte August vier Raketen über das japanische Hiroschima in Richtung der US-Militärbasis Guam abzuschießen, wo sie dann 30 bis 40 Kilometer vor der Küste, also außerhalb der amerikanischen Hoheitsgewässer, ins Wasser fallen sollen.

Die DVR Korea hat ihren eigen Verlautbarungen zufolge, obwohl sie über entsprechende Sprengköpfe verfügt, nicht vor, auf die Raketen konventionelle oder gar nukleare Sprengköpfe zu montieren, sondern möchte den Imperialisten einfach nur eine Demonstration ihrer militärischen Fähigkeiten bieten. Anders ausgedrückt: die DVR Korea bietet den USA einen sportlichen Wettkampf an, wo die DVR Korea ein paar harmlose Tontauben in die Luft schießt und die imperialistischen USA und ihre Lakaien dann ihre Kunstfertigkeiten im Abschuss solcher Tontauben beweisen können.

Die US-Lakaien in Japan haben erklärt, die sportliche Herausforderung anzunehmen und vier amerikanische Patriot PAC-3 Batterien gegen die Tontauben der DVR Korea in Stellung bringen zu wollen. Die klitzekleine Unstimmigkeit, dass die Raketen der DVR in einer Höhe von zwei bis drei Tausend Kilometern über Japan hinwegfliegen sollen, die PAC-3 jedoch nur 40 Kilometer hockommen, hat Japan damit erklärt, dass falls die koreanischen Tontauben über Japan abstürzen, Japan dann wenigstens noch mal draufschießen könnte, um mehr und weiter verbreitete Trümmer zu erzeugen.

Die USA haben unterdessen, man weiß ja nie, was passieren wird, ihre Manuals für die US-Bevölkerung im Fall der Beobachtung von Atombomebenexplosionen aktualisiert. Da es passende Schutzräume in den als gefährdet betrachteten Gegenden des Landes der unbegrenzten Möglichkeiten nicht gibt, lautet die akutuelle Empfehlung der USA an ihre Einwohner nun, beim Erkennen einer Atombombenexplosion die Augen abzuwenden, da sonst Erblindung droht, und sich dann schnell irgendwo mit eingezogenem Kopf hinzulegen, um das Risiko von Kopfverletzungen zu minimieren.

Bezüglich der militärischen Lage erklärt NBC New York, dass es keine einfache Entscheidung sei, ob die USA versuchen sollen, die Tontauben der DVR Korea abzuschießen. Es wäre zwar prima, wenn die USA die Raketen der DVR abschießen würde, aber es gebe auch das Risiko, dass das nicht gelinge, wird da weiter ausgeführt. Und dann wären die lukrativen Exportgeschäfte mit Raketenabwehrsystemen an „Verbündete“ in der Region in Gefahr, heißt es da weiter.

Natürlich haben die USA mit Raketen wie der Standard Missile 3 Raketen, die höer fliegen können, als die nutzlosen Patriot PAC 3, die sie Japan verkauft haben. Aber das Abschießen von Raketen damit befindet sich noch in einem experimentellen Stadium und Experten gehen davon aus, dass die Trefferquoten dabei kaum über 50% liegen. Hinzu kommt, dass allen verfügbaren Informationen zufolge, auch die modernsten Rakatenabwehrsysteme der USA nicht in der Lage sind, Salven aus mehreren Raketen abzufangen. „Wir retten die meisten Städte wie Seoul und New York, verlieren aber ein paar wie Tokyo, das wäre eine Zweidrittelquote, ist doch nicht schlecht,“ ätzt etwa Jeffrey Lewis bei Foreign Policy, während er dazu erklärt, dass es für die USA keine militärische Option im Umgang mit der DVR Korea mehr gibt.

Da Südkorea, Japan und praktisch alle anderen Staaten des Westpazifiks ohnehin engere Wirtschaftsbeziehungen zu China als zu den USA haben, bedeutet eine amerikanische Impotenz beim Tontaubenschießen vor Guam zunächst einmal kaum weniger als dass es keinen Grund mehr für die ostaasiatischen Neokolonien der USA gibt, bei den USA Schutz zu suchen. Und da die DVR Korea nicht Mitglied des Atomwaffensperrvertrages ist, bedeutet eine Impotenz der USA beim Tontaubenschießen vor Guam strategisch auch, dass die DVR Korea Atomwaffen und entsprechendes Know How weiterverbreiten kann, wie es der DVR Korea gefällt.

Die DVR Korea könnte die Technik beispielsweise weitergeben an alte Freunde wie Syrien oder an zahlungskräftige Kunden wie Katar. Sobald die USA zugeben müssen, dass sie keine militärische Option mehr haben, steht Korea die Welt offen. Da den USA das nicht passt, ist also zu erwarten, dass sie dem sportlichen Wettbewerb des Tontaubenschießens für Fortgeschrittene nahe Guam mit allen nur erdenklichen Manövern auszuweichen versuchen werden. Das Problem für die USA dabei ist, dass sie trotz allem Getöse aussehen werden wie ein Hochspringer, der unter der Latte hindurchläuft.

https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2017/08/12/tontaubenschiessen-fuer-fortgeschrittene/

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