US-Studenten lieben Trumps Steuerreformpläne … solange sie nicht wissen, dass es seine sind

US-Studenten lieben Trumps Steuerreformpläne … solange sie nicht wissen, dass es seine sind

von: N8Waechter

Die US-Seite Campus Reform ist eine, wenn nicht die führende Netzseite für Meldungen aus dem Bereich der US-Hochschulen. Ihre Mission definiert die Redaktion wie folgt:

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In einem Beitrag vom 20. Oktober 2017 veröffentlichte Campus Reform eine Umfrage unter Studenten an der George Washington Universität bezüglich der von US-Präsident Donald Trump angestoßenen Steuerreformen, welche von seinen politischen Gegnern praktisch unmittelbar als “herzlos und undurchführbar“ zurückgewiesen wurden.

In dem dazu gehörigen Filmbeitrag kommen eine Reihe junger Studenten zu Wort und äußern sich grundsätzlich ablehnend zu den Plänen Trumps. »Besser für die Oberschicht, als für irgendjemanden sonst«, sagt einer und eine junge Frau findet, dass die Pläne »vermutlich weder besonders effizient, noch von Vorteil für die Allgemeinheit« sind.

Nachdem der Reporter von Campus Reform die negativen Standpunkte angehört hat, stellt er den Studenten jeweils drei einzelne Punkte vor und behauptet dabei, diese seien alternative Vorschläge des bekannten US-Senators aus Vermont, Bernie Sanders:

  • Punkt 1: Erhöhung der Steuervergünstigungen für Familien mit Kindern
  • Punkt 2: Abschaffung der Nachlasssteuer [umgangssprachlich: “Death Tax“]
  • Punkt 3: Senkung der Steuern für Kleinbetriebe auf maximal 25 %

Die Punkte werden der Reihe nach als positiv und für gut befunden, teils mit Nachdruck und voller Überzeugung. Im Glauben, die Änderungsvorschläge stammen von Bernie Sanders, sind sich die Befragten einig, dass Sanders »gute Arbeit« geleistet habe. Als der Reporter jedoch letztlich die Katze aus dem Sack lässt und offenbart, dass die drei genannten Punkte allesamt aus Trumps Reformvorschlägen stammen, ist die Verwunderung erwartungsgemäß groß – die Gesichter sprechen Bände.

Eine junge Studentin sagt zunächst noch, dass die drei Punkte »definitiv besser [sind], als alles was Trump vorschlägt«, doch als der Reporter ihr mitteilt, dass diese Punkte in Wirklichkeit von Trump stammen, bleibt ihr nur das Eingeständnis: »Du hast mich erwischt.«

Eine andere Studentin gesteht, dass sie »tatsächlich schockiert [ist], mit Trump in gewissen Dingen einer Meinung« zu sein und eine andere junge Dame sagt: »Ich hätte mir vorgestellt, dass er ein wenig dümmer ist«. Eine gibt dann noch zu, dass der Widerstand gewiss größer gewesen wäre, wenn der Reporter von vorn herein gesagt hätte, dass die Punkte von Trump stammen – »einfach nur, weil sie von Trump stammen«.

Selbstverständlich findet sich in den Reihen auch eine Studentin, welche hinter den vorher für gut befundenen Punkten eine ausgemachte Falle wittert: »Es könnte eine Politik sein, welche mir Eiscreme gibt, doch wenn es von Trump stammt, dann frage ich mich: “Was steckt in diesem Eis?“« … Hier der Filmbeitrag von Campus Reform:

 

 

Die Art und Weise, wie (in diesem Fall) junge, sich für “gebildet“ haltende Menschen sich ihre »Meinung bilden«, tritt hier mehr als offen zutage und zeigt, wie schnell Informationen als “wahr“ angenommen und unterstützt werden, ohne sich weitergehend mit ihnen zu beschäftigen und sie zu hinterfragen – ein bedauerlicherweise viel zu weit verbreitetes Phänomen, auch hierzulande.

Alles läuft nach Plan …

Der Nachtwächter

http://n8waechter.info/2017/10/us-studenten-lieben-trumps-steuerreformplaene-solange-sie-nicht-wissen-dass-es-seine-sind/

2 Kommentare zu “US-Studenten lieben Trumps Steuerreformpläne … solange sie nicht wissen, dass es seine sind

  1. Der traurige Witz an der Geschichte:

    Würde man eine solche Aktion hier in Deutschland durchführen und dabei „Trump und seine Ideen“ durch „AfD und deren Ideen“ ersetzen:

    Das Ergebnis wäre mit großer Wahrscheinlichkeit das Gleiche.

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