+++ Nach Botschaftseröffnung: Israel geht blutig gegen Protestler vor +++

Die USA haben am Montag ihre neue Botschaft in Jerusalem eröffnet. Während die Israelis feierten, gab es bei Protesten gegen die Eröffnung und bei Ausschreitungen im Gazastreifen viele Opfer. Medien sprachen geradezu von einem Blutbad. Über 50 Palästinenser sollen von israelischen Soldaten erschossen und nahezu 3000 weitere Menschen verletzt worden sein.

Die Palästinenser bezeichneten den Tag der Botschaftseröffnung in Jerusalem als „Tag der Katastrophe“. Der Berater des palästinensischen Präsidenten Abbas wies US-Präsident Trump die Schuld für die Gewalt im Gazastreifen zu. Trump habe mit der Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem den Friedensprozess zerstört.

Mehr als 35.000 Menschen sollen sich aus Protest am Grenzzaun zu Israel versammelt haben. Sie warfen Brandbomben und explosive Gegenstände auf israelische Soldaten. Israel dagegen hatte angekündigt, die Grenzsicherung zum Gazastreifen um jeden Preis zu verteidigen. Am Nachmittag griff sogar das israelische Militär die Demonstranten an.

Im Dezember hatte Donald Trump Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt. Die Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem fand am 70. Jahrestag der Staatsgründung Israels statt. Die Palästinenser bezeichneten die Wahl des Datums als einen Mangel an Sensibilität und Respektlosigkeit für die Grundwerte des Friedensprozesses. Denn an diesem Tag gedenken sie der Vertreibung und Flucht von Hunderttausenden Palästinensern während des Nahostkrieges 1948.

Der israelische Präsident Netanjahu forderte alle Länder dieser Welt auf, ihre Botschaften nach Jerusalem zu verlegen. Jerusalem sei die rechtmäßige Hauptstadt Israels. Die EU lehnt Trumps Anerkennung von Jerusalem als Hauptstadt Israels ab, solange keine Friedenslösung vorliegt. Die sonst so „treuen Freunde“ Israels Deutschland, Kanada und Australien blieben der Feierlichkeit fern. Auch andere Handelspartner Israels wie China, Argentinien, Indien und Russland zogen es vor, der Veranstaltung fernzubleiben.

1948 wurde für die Staatsgründung Israels das frühere britische Mandatsgebiet Palästina durch die UN geteilt. Seitdem leben über fünf Millionen direkte Nachkommen der palästinensischen Vertriebenen im erzwungenen Exil. Vergangenes Jahr gedachten die Palästinenser 50 Jahren andauernder israelischer Besatzung der palästinensischen Gebiete. Ein faktisch und moralisch unerträglicher Zustand.

https://www.watergate.tv/2018/05/16/nach-botschaftseroeffnung-israel-geht-blutig-gegen-protestler-vor/

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