Katholische Kirche kritisiert Grundeinkommen für Arme in Italien

Unbenanntes Design(473)
Die italienische Regierung hat ihre Wahlversprechen umgesetzt. Ab April können bedürftige italienische Bürger das sogenannte „Bürgergeld“ oder auch Grundeinkommen genannt beziehen. Italien will sozial Schwache unterstütze und die Arbeitslosigkeit senken. Die Mindestsicherung werde das Leben von fünf Millionen Italienern, die in Armut leben, verbessern, sagte Fünf-Sterne-Chef Luigi di Maio.

Seit Mittwoch können Italiener auf Postämtern und bei den Steuerberatungen der Gewerkschaften ihre Anträge auf ein staatliches Grundeinkommen stellen. Wer Anspruch auf finanzielle Hilfe nachweisen kann, erhält ab April ein monatliches Guthaben. Singles erhalten 780 Euro, Familien mit zwei Kindern 1.280 Euro.

Die Einführung des Bürgergeldes trifft jedoch nicht überall auf Zustimmung. Dass aber ausgerechnet von der katholischen Kirche Kritik kam, lässt aufhorchen. Die Bischofskonferenz der katholischen Kirche in Rom wandte sich gegen diese Regierungsmaßnahme. Die Kirche sei darüber beunruhigt, dass das Bürgergeld „den Antrieb zur Arbeitssuche schwäche oder dazu verleite, Jobangebote abzulehnen“. Zudem sehen die Bischöfe ein „enormes Risiko, dass die Bürger eine parasitäre Haltung gegenüber dem Staat einnehmen“.

Auch italienische Unternehmen kritisierten das Bürgergeld. Es könne sich zum Bumerang für Italien entwickeln, wenn das aktive Bemühen um einen Job aufgrund der Zahlung des Bürgergelds ausbliebe. Zudem fördere das Bürgergeld die Schwarzarbeit, die ohnehin ein großes Problem auf dem Arbeitsmarkt sei. Die Regierung verleite Menschen dazu, Geld vom Staat zu kassieren und nebenbei schwarz Geld zu verdienen.

In deutschen Medien wird das Bürgergeld gerne als italienische Variante von Hartz-IV dargestellt. Durch das Hartz-IV-System sind Arbeitslose hierzulande jedoch wesentlich schlechter gestellt, während Bedürftige in Italien durch das Bürgergeld bessergestellt werden. Die Berichterstattung über die „populistische Regierung“ in Italien ist ohnehin nicht objektiv. Wenn allerdings sogar die katholische Kirche, die sich selbst ja gerne als Beschützer der Armen und Schwachen darstellt, gerade diese Armen und Schwache als Parasiten bezeichnet, hat unsere Gesellschaft einen sehr bedenklichen Zustand erreicht. Wenn Kirche und Unternehmer dagegen Sturm laufen, kann das Bürgergeld allerdings nicht so falsch sein.

https://www.watergate.tv/katholische-kirche-kritisiert-grundeinkommen-fuer-arme-in-italien/

5 Kommentare zu “Katholische Kirche kritisiert Grundeinkommen für Arme in Italien

  1. Gerade die Kirche ist das größte parasitäre Konstrukt das existiert, wo kommt den das Geld wohl her, natürlich von der Kirchensteuer und von den sogenannten Unternehmern will ich gar nicht mal sprechen. Wie sollen die Leute den die Produkte kaufen die solche Firmen/Unternehmen produzieren, wenn diese sogenannten Firmen/Unternehmen sowieso nur Mindestlohn zahlen und die Mehrheit der Menschen nur noch für Essen und Unterkunft arbeiten geht.

    Naja immer schön sozial von Unten nach Oben wirtschaften, hat in der Vergangenheit ja auch immer so gut funktioniert

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.