Ein Grund, dem Kino fern zu bleiben: „Kleine Germanen“

von https://www.journalistenwatch.com

 

Foto: Screenshot/Youtube

Das Jahr 2018 war das schlechteste Kinojahr in Deutschland seit 1992. Das dürfte zum einen an der Überdosis „Superhelden“ liegen, am tollen Sommerwetter, aber auch einfach an der Qualität der Filme. Dabei sticht der deutsche Film besonders heraus. Da wird durch Bund, Länder, ARD und ZDF steuergeld- bzw. zwangsgebührenfinanziert „gefördert“ bis die Heide wackelt aber der Doof-Michel will diesen ganzen politisierten Unsinn kaum schauen; geschweige denn, ein zweites Mal dafür bezahlen. Das dürfte sich auch im Jahr 2019 nicht ändern. Denn auf filmstarts.de erblickte ich den Dokumentationsfilm „Kleine Germanen“. Auf dem abgebildeten Plakat war lediglich das Haupthaar eines Kindes und der ausgestreckte rechte Arm zu sehen. Bereits jetzt ist schon klar, wo die Reise hingeht.

Politisch-korrekt leitet der Autor ein, dass das Dokudrama „ein politisch hochbrisantes Thema“ aufgreift. Es geht um Kinder, die in einem rechtsextremen Umfeld aufwachsen und (…) die beiden Regisseure legen hier den Finger in eine klaffende Wunde und machen so auf ein Problem aufmerksam, das bisher kaum oder nur am Rande in der Öffentlichkeit diskutiert wurde. (…)

Allein der Titel und das Thema passen schon gar nicht zusammen. Was haben Germanen und Rechtsextremismus miteinander zu tun? Soll hier die deutsche Geschichte wieder einmal auf die zwölf dunklen Jahre unter der Herrschaft der Nationalsozialisten reduziert werden?

Anscheinend ist dem Autor u.a. auch die Diskussion um die „Handreichung“ (inkl. Vorwort von der SPD-Familienministerin Franziska Giffey) der Amadeu-Antonio-Stiftung entgangen. Dort sollten Kindergartenerzieherinnen Kinder von „Rechten“ erkennen und die Eltern zum Gespräch bitten. All das hat es bereits in den Bundestag geschafft. Selbst der nach links gerückten CDU (!!!) war das etwas zu auffällig und deshalb verlangte sie das Einstampfen jenes Ergusses.

Des Weiteren sei die Frage gestattet, weshalb sich der Film lediglich mit dem Rechtsextremismus auseinandersetzt? Wie sieht es mit den Kindern aus, die in linksextremen oder fundamental-religiösen Familien aufwachsen? Dieses Problem wird überhaupt nicht in „der Öffentlichkeit“ diskutiert.

Nun geht der Autor auf den Inhalt dieses Machwerks ein. Zum einen die animierte Geschichte um Elsa und ihrem Opa (einem alten Nazi), der dem Mädchen rechtsradikales Gedankengut förmlich einimpft. (…) Zum anderen aus Interviews mit Personen mit nationalistischem Hintergrund sowie Off-Kommentaren von Experten der rechten Szene, die zwischen der animierten Handlung zu Wort kommen.

Zur Geschichte sei nur so viel gesagt. Man erfährt, wie sie (Elsa) auf Befehl des Großvaters, Hitlers „Mein Kampf“ auswendig lernen muss, später den militanten, ausländerfeindlichen Schläger Thorsten kennenlernt, ihn heiratet, Kinder bekommt und diese wiederum entsprechend der Gesinnung der Eltern erzieht. Natürlich will Elsa diesem Milieu entkommen. Das alles soll übrigens auf einer wahren Begebenheit beruhen.

Das zweite Element sind die Befragungen. Dort hielten sich die Produzenten an Marcel Ophüls` Dokumentarfilm „Hotel Terminus – Leben und Zeit des Klaus Barbie“ von 1988. Dieser befragte (…) so lange Nazis, bis diese die laufende Kamera irgendwann vergaßen und Selbstentlarvendes von sich gaben. Das gelingt in „Kleine Germanen“ allerdings nur bedingt. So kommt mit dem rechtsnationalen Verleger Götz Kubitschek und der rechtspopulistischen Journalistin Ellen Kositza etwa ein Paar zu Wort, das man in seiner bieder-bürgerlichen, freundlich-braven Art zunächst auch für klassische CSU-Wähler halten könnte. (…) Geiger und Farokhmanesh lassen die beiden reden, aber die Selbstentlarvung bleibt diesmal aus. Deshalb müssen die Filmemacher unter anderem Dokumentaraufnahmen von hasserfüllten Pegida-Auftritten einspielen, um ihrem Publikum überhaupt klar zu machen, mit wem man es hier tatsächlich zu tun hat.

Die Enttäuschung über die ausbleibende Selbstentlarvung ist aus dem Text förmlich herauszulesen. Vielleicht, weil es nichts zu entlarven gab?! Was bedeutet denn eigentlich „hasserfüllt“? Gewisse Leute verstehen darunter bereits das Aussprechen der Wahrheit. Hass ist in Deutschland kein Straftatbestand. Deshalb sollte sich der Autor mit seinem subjektivem Empfinden eigentlich zurückhalten und dem Zuschauer diese Entscheidung überlassen. Aber dann wären wir ja nicht im besten Deutschland, das es jemals gab.

Im Trailer ist auch noch Martin Sellner zu sehen (der bei einer „Compact“-Konferenz auftritt) und ganz nebenbei werden noch ein AfD-Plakat gefolgt von einem NPD-Plakat eingeblendet (bestimmt ganz zufällig). Die Experten der rechten Szene werden aber nicht gezeigt bzw. zumindest nicht namentlich benannt. Vielleicht sind darunter eben jene kamerascheuen Experten, die auch besagte „Handreichung“ veröffentlichten.

Nun zieht der Autor ein Fazit zum Film und kann sich vor Lobpreisung kaum noch einkriegen. Er spricht von einem wichtigen Film zur richtigen Zeit, dem berührenden Schicksal von Elsa und zollt den Regisseuren Respekt, dieses heiße Eisen überhaupt angepackt und sich dafür auch in das nationalistische Umfeld gewagt (!!!) zu haben. Aber (…) es geht eben auch ganz zentral darum, unseren Blick zu schärfen für Kinder, die womöglich ganz in unserer Nähe gerade zu großen Germanen herangezogen werden. (…)

Zu so viel Unsinn fällt mir wirklich gar nichts mehr ein. Nur, dass dieses Machwerk neben der wohlwollenden „Kritik“ von filmstarts.de (drei von fünf Sternen) auch von der Deutschen Film- und Medienbewertung das Prädikat „besonders wertvoll“ (Begründung unbedingt lesen) erhielt und des Weiteren noch eine ordentliche Förderung, sprich Steuer- bzw. Zwangsgebührengeld, von der MFG Baden-Württemberg, Filmförderanstalt, FilmFonds Wien, Film und Medienstiftung NRW und der Filmförderung Hamburg.

Bei so vielen Förderern bedarf es überhaupt keiner Zuschauer mehr. Im Grunde genommen erinnert dieses Filmfördersystem frappierend an den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk.

https://www.journalistenwatch.com/2019/03/18/ein-grund-kino/

 

Ein Kommentar zu “Ein Grund, dem Kino fern zu bleiben: „Kleine Germanen“

  1. Lieber EIN GERMANEN als ein römisch katholischer Missbrauchter Knabe – zum Titelbild hätte man auch ein Römisch katholischen Pädophilen(Papst) mit erigiertem Glied nehmen können

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