Aus einem Brief an Ursula Haverbeck

von https://endederluege.blog

26. Juni 2019

Liebe Ursula,

ganz herzlichen Dank fĂĽr Deinen Brief vom 16.06.2019. Er traf gestern bei mir ein.

Es freut mich ganz besonders zu lesen, daß Du den Brief von Horst auch direkt erhalten hast. Es ist sehr erstaunlich! Unser Motto ist: lieber doppelt als gar nicht.  […]

Ich bin etwas irritiert, wenn ich lese, daß eine Sozialarbeiterin die Vorarbeit dafür leisten soll, die Justiz von Deiner Unschuld zu überzeugen. Gab es nicht mal Zeiten, in denen sich ausschließlich Juristen mit solchen Fragen beschäftigt haben? Es ist – wie Horst sagen würde – ein Treppenwitz der Geschichte. Nicht-Juristen machen die Vorarbeit für „Juristen“. Nun verstehe ich auch Deine nächste Frage, auf die ich etwas ausführlicher eingehen möchte.

Du schreibst:

„Lieber Henry, bitte prüfe nochmals, ob es richtig ist:
So zu tun vor Gericht, als hätten wir noch ein Rechtsleben. Wir wissen doch, daß dies nicht der Fall ist, durch höchstrichterliche Bestätigung.

Wir können nur öffentlich verlangen, die Frage zu beantworten, warum Einlassung und Widerlegungen von unhaltbaren Behauptungen als strafbar verboten, aber nicht widerlegt werden. Wir müßten alle stur auf Beantwortung meiner Fragen bestehen.
Warum keine Beantwortung der Frage nach dem Tatort und warum erst seit 1994 der §130 Abs. 3 StGb?
Wir brauchen keine Zeugen und Gutachter mehr, wenn wir bei unserer Aussage bleiben, die zur Anklage fĂĽhrte.

Wir wissen, das alles bringt nichts. Es kostet nur jede Verzögerung den Angeklagten viel Geld. Auch Befangenheitsanträge!
Ich habe die Streichung aller dieser so gerne angebrachten Prozeßverlängerungen immer mit Erfolg abgelehnt. Und so lange es ging, habe ich mich allein vertreten, auf der moralischen Schiene. Juristisch ist nichts zu machen. Wir haben ein Gesetz und nach dem Gesetz….

Aber das Gesetz steht nicht auf dem Boden des GG und des Völkerrechts.
Das ist inzwischen auch deutlich gemacht worden.
Ich weiß, unsere Anwälte sehen das anders.
Sollten wir noch doppelgleisig fahren?
Hat sich inzwischen so viel geändert, daß das sinnvoll erscheint?“

Wenn ich nur auf die letzte Frage antworten darf: Ja! (!!!)
Aber warum dieses „Ja“?

Du hast in so vielen Dingen Recht und auch oft genug bewiesen, daß diese „Richter“ nichts wissen. Was aber sind diese „Richter“ in Deinen Augen? Wie oft hast Du uns gelehrt, daß es eben keine „Wissenden“ sind – sondern Opfer der Umerziehung.
Wenn ich an die Richterin aus Berlin denke, die Deinen Prozess so lange aufgeschoben hat und Dich – fast mit Tränen in den Augen – nach ihrer Urteilsverkündung darauf hingewiesen hat, daß dieses Urteil nichts besagt, weil es eben nur ein Amtsgericht ist.
Wie wollen wir diese Verirrten denn erreichen, wenn wir sie meiden?
Wie wollen wir anständige Menschen davon überzeugen, daß wir es ehrlich meinen, wenn wir sie der Feindpropaganda ausgeliefert lassen und uns aus ihrer „Arena“ fernhalten?

NatĂĽrlich sollen wir keine sinnlos teuren Prozesse fĂĽhren und Zeugen, Gutachter usw. beantragen. Aber ganz ohne diese Schlachtfelder wird es eben nicht gehen.

Juristen sind Menschen – manchmal leider auch nur Kreaturen. Es gibt aber keinen Filter, den wir vorher anwenden könnten. Niemand sagt uns vorher, wer die anständigen – die Menschen sind. Wir müssen es herausfinden – es versuchen.
Ich bin mir verdammt sicher, daß es noch viele anständige Menschen gibt, auch unter Richtern. Die Staatsanwälte werden in der Mehrzahl vom Feind gestellt.

Erst der Jahrzehnte andauernde „offene“ Kampf hat bewirkt, daß wir heute überhaupt schon so weit sind. All die Vorarbeit – die juristischen Konfrontationen – unserer Vorkämpfer haben ermöglicht, daß ich heute als Henry Hafenmayer gegen das Unrecht aufbegehre. Ohne Menschen wie Dich, Ernst Zündel, Horst Mahler, Sylvia Stolz und viele, viele andere wäre mein Bewußtsein nie erwacht.

Wenn wir auch noch nicht sehr viel „Juristen“ in „unserem“ Lager haben, stellt sich doch die Frage: Warum es immer mehr junge Menschen gibt, die sich mit dem Thema des § 130 (oder auch § 86a) beschäftigen. Wie sind diese Menschen damit in Berührung gekommen?
Sie haben davon erfahren, weil es Menschen wie Dich gibt.
Und es werden täglich mehr!

In Zeiten des „Zündel-Prozesses“ war das weltweite Internet noch nicht von Gutgesinnten angefüllt. Seit 2006 hat sich sehr viel verändert.
Auch die Umstände des Lebens der „normalen“ Menschen haben sich verändert. Für viele Ehrliche ist das Dasein immer schwieriger geworden. Diese Ehrlichen haben sich vorher nie mit Themen wie dem „Holocaust“, den „Juden“ oder der „Schattenregierung“ beschäftigt. Zunehmend kommen bei diesen Menschen Fragen auf, die der Gesetzgeber nicht zufriedenstellend beantworten kann. All die Seilschaften in Politik und Wirtschaft dringen ans Licht. Die Menschen suchen nach Auswegen.

Die Lügen werden jeden Tag durch die Medien und die sozialen Netzwerke – insbesondere auch gerade in Schulen, Universitäten usw. – verbreitet. Da sollen wir also aufhören, dem entgegen zu treten? Gewiß, es ist ein mühsamer Weg, doch wird sich die Wahrheit nicht von selbst und ohne Opfer offenbaren.

Hättest Du vor 5 Jahren daran gedacht, daß das BverfG solche Beschlüsse verfaßt? Was hat diese Verbrecher dazu getrieben? Logisch sollte Dir erscheinen, daß es nicht Dein (und das vieler anderer) Schweigen war. Nur die Kampfansage konnte diese Kreaturen dazu treiben. Und nun stellst Du in Frage, ob dieser Kampf sinnvoll ist?

Wenn wir in der Geschichte zurückblicken, können wir viele Fragen heute beantworten. Glaubst Du, daß dem General Yorck keine defätistischen „Berater“ zur Seite standen? Er hat eine menschliche Entscheidung getroffen, die sehr viel bewirkt hat. Logisch war sie zu diesem Zeitpunkt – vom Standpunkt einiger Militärs aus – nicht. Sie war aber notwendig!
Und auch in späterer Zeit gab es Entscheidungen von führenden Männern, die zum Zeitpunkt der Entscheidung unpopulär waren. Doch wüßten wir heute nichts davon, wenn sie es nicht wenigstens versucht hätten.

„Da sprach nun Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: So ihr bleiben werdet an meiner Rede, so seid ihr meine rechten Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“
(Joh. 8, 31-32)

Wie sollte die Wahrheit frei machen können, wenn er sie nicht immer wieder verkündet hätte? Wo sollte die Wahrheit her kommen, wenn die, die sie kennen, sich schweigend im Wald verstecken?

Ein ordentlicher Staat kann ohne ein gesittetes Rechtsleben nicht funktionieren. Wenn wir dafür kämpfen wollen, wieder einen ordentlichen Staat mit Leben zu erfüllen, kommen wir um die Juristen nicht herum. Sie sind der Schlüssel zu den Denk- und Sprechverboten, die das Volk davon abhält, die Wahrheit zu erkennen. Und der Feind weiß das ganz genau. Deshalb verfolgt er uns so verbissen.

In dieser Phase des Kampfes wäre es Verrat, würden wir die Bühne der Gerichtssäle aufgeben. Mit jedem geführten Prozess kommen mehr und mehr Menschen mit unseren Argumenten in Kontakt. Den Kreaturen wird es immer schwerer fallen, die Menschen dazu zu nötigen, uns einzusperren. Denn immer mehr Menschen werden ihr Gewissen entdecken.

Geben wir auch den Juristen noch etwas Zeit, denn fĂĽr viele von ihnen wird sich ein ganzes Weltbild verschieben. Was sich derzeit schon auf diesem Gebiet tut, ist doch wahrhaft erstaunlich.

Meine Berufungsverhandlung vor dem Landgericht soll am 16. und 18. Juli stattfinden. Hier werden die Beschlüsse des BverfG wieder Thema sein, und die Gedanken von Horst möchte ich ebenfalls mit in die Verteidigung einfließen lassen. Nur so wird es irgendwann möglich werden, daß sich auch die Juristen ihrer Lage bewußt werden. Geraten wir dann an einen Menschen, könnte es ein Durchbruch werden.

Meine Technik werde ich so schnell nicht wiedersehen. Es ist aber auch nicht schlimm, denn es sind nur materielle Schäden, die ersetzbar sind.

Und Du kannst mir und uns dadurch helfen, daĂź Du uns noch sehr lange erhalten bleibst. Konzentriere Dich bitte auf die Gesunderhaltung, und sieh Deine Aufgabe als noch nicht ausgefĂĽhrt an. Wir werden es schaffen!

Sei herzlich umarmt,

Henry

https://endederluege.blog/2019/07/05/aus-einem-brief-an-ursula-haverbeck/

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ă„ndern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ă„ndern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ă„ndern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ă„ndern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.