Deutsche Welle bestreitet, in Moskau zu Protesten aufgerufen zu haben – Ein Faktencheck mit allen Quellen

von https://www.anti-spiegel.ru

Gestern habe ich über die Vorwürfe Russlands berichtet, die Deutsche Welle heize die Proteste in Moskau an. Die Deutsche Welle hat das heute auf Deutsch bestritten. Was ist wahr? Entscheiden Sie selbst.

Gestern habe ich ausführlich über die russischen Vorwürfe berichtet, dass unter anderem die Deutsche Welle die Proteste in Moskau anheizt und selbst zu den Demonstrationen aufruft. Heute hat die Deutsche Welle reagiert und wir schauen uns zunächst die Reaktion der Deutschen Welle an.

In ihrem Artikel beginnt die Deutsche Welle mit den russischen Vorwürfen:

„Die Sendung „Sonntagabend mit Wladimir Solowjow“ gehört zum festen Programm des staatlichen Fernsehkanals Rossija 1. Ein Propagandaformat, das den Staatsapparat und dessen Handeln uneingeschränkt lobt. Wird ein Funktionär eingeladen, muss er keine kritischen Fragen fürchten.“

Stimmt, das Format ist in der Tat ausgesprochen regierungstreu und entsprechend langweilig. Etwa so, wie das Sommerinterview mit der Kanzlerin im ZDF. Keine kritischen Fragen, dafür viele freundliche Stichworte, damit die Interviewpartner ihre Message loswerden können. Wenn die deutsche Welle so etwas als „Propagandaformat“ bezeichnet, dann muss ich über die Sommerinterviews im deutschen Fernsehen noch mal ganz neu nachdenken (kleiner Scherz, wird ja erlaubt sein).

Dann berichtet die Deutsche Welle über die russischen Vorwürfe:

„Sie spricht von Einmischung des Westens: „Ich denke, das ist ein phänomenaler Ausrutscher westlicher Medien und Journalisten, als die Deutsche Welle in russischer Sprache den folgenden Aufruf veröffentlichte: Moskauer, geht auf die Straße! Stellen Sie sich vor: Moskau, geh‘ auf die Straße!““

Dann bestreitet die Deutsche Welle alle Vorwürfe:

„Es bleibt aber unklar, worauf sich das russische Außenministerium genau bezieht, weil es die Vorwürfe nicht untermauert: „Ich gehe davon aus, dass Frau Sacharowa in ihren Äußerungen sich die Freiheit genommen hat, von uns zitierte Äußerungen der Demonstrationsorganisatoren unseren Redakteuren in den Mund zu legen, als redaktionellen Inhalt. Was das natürlich so nicht ist.““

Und diese Lüge funktioniert nur auf Deutsch, denn jeder Russe kann sehen, dass es eine Lüge ist. Und es ist völlig klar, worauf sich das russische Außenministerium bezieht und die Vorwürfe brauchen nicht untermauert werden, sie sprechen für sich.

Die Deutsche Welle hat viele Tweets veröffentlicht, die die Demonstranten anfeuern. Unter anderem auch einen mit dem Aufruf „Moskau, geh auf die Straße!“

Die Worte „Москва, выходи!“ bedeuten wörtlich übersetzt „Moskau geh raus!“, aber „выходи“ bedeutet auch „komm raus“ oder „geh auf die Straße“. Und dieser Tweet wurde von der Deutschen Welle am Tag der Demonstration vom 27. Juli veröffentlicht. Was ist das, wenn kein Aufruf, zu demonstrieren?

Die Deutsche Welle versteckt sich dahinter, ja nur ein Zitat benutzt zu haben. Nur wer sich den russischen Twitter-Kanal der Deutschen Welle in diesen Tagen anschaut, der sieht auch ohne Russischkenntnisse nur an den Bildern, dass es dort praktisch nur ein Thema gibt: Die kleine Demonstration vom Samstag mit ca. 1.500 Teilnehmern in einem Land mit einer Bevölkerung von 146 Millionen Menschen und einer Stadt mit über 12 Millionen Einwohnern. Und immer werden Zitate gezeigt, natürlich alle von Regierungsgegnern. Es ist aber keine „Berichterstattung“, wenn man nur eine Seite zitiert. Das ist einseitige Propaganda.

Aber selbst wenn wir das als Berichterstattung nehmen und feststellen, dass fast immer die Zitate korrekt mit Anführungsstrichen versehen sind, dann fällt auf, dass das bei „Moskau, geh auf die Straße“ nicht der Fall ist. Keine zitierte Äußerung also, wie die Deutsche Welle behauptet, zumal zu einem Zitat eine Quelle gehört, die bei anderen Zitaten der Deutschen Welle auf Twitter angegeben ist.

War das ein Ausrutscher? Oder macht die Deutsche Welle permanent Stimmung und feuert die Demonstranten an? Das wollen wir uns mal anschauen. Aus den wirklich unzähligen Tweets der letzten Tage habe ich wahllos einige ausgesucht, die wir uns nun anschauen wollen.

Der Text lautet übersetzt:

„SEHR emotionale Rede eines Aktivisten an die Nationalgarde. „Alles, was Du kannst, ist mich zu verhaften. Aber egal, für wie viele Tage Du mich einsperrst, Dein Helm wird trotzdem früher oder später zertrümmert.“ Sehen Sie sich die Reaktion des Gardisten an!“

Neutrale Berichterstattung? Das Zitat ist nicht vollständig, der Mann beschimpft die Polizisten danach noch auf das Heftigste. Und was macht die „brutale“ russische Polizei auf dem Video? Sie steht ruhig da.

Nächstes Beispiel.

Übersetzt heißt das:

„Die nächste Protestaktion zur Unterstützung unabhängiger Kandidaten zum Moskauer Stadtparlament findet am 10. August in ganz Russland statt, erklärte der Oppositionelle Leonid Volkov @leonidvolkov. Verhandlungen und Anmeldungen (der Demonstration) mit der Stadtverwaltung wird es nicht geben: „Die russischen Behörden haben sich außerhalb des Gesetzes gestellt““

Und am 10. August werden die deutschen Medien wieder melden, die Demonstrationen wären nicht genehmigt worden.

Frage: Wie sollen Demonstrationen genehmigt werden, wenn die Organisatoren sich weigern, sie anzumelden? Aber die Schlagzeilen der deutschen Presse am 10. August kann man schon vorwegnehmen: „Russische Polizei löst ungenehmigte Demonstration auf“ und die deutschen Leser werden denken: „Böses Russland, genehmigt nicht mal eine Demo!“

Nächstes Beispiel.

Übersetzt:

„“Wenn die Forderungen zunächst praktisch nur die Zulassung von Kandidaten zu den Wahlen betrafen, so ist der Fokus nun auf das grausame Vorgehen der Polizei gerichtet“ meint der deutsche Politologe Fabian Burkhardt.“

Ich weise darauf in jedem Artikel hin: Wenn die deutschen Medien einen „Experten“ zu Wort kommen lassen, dann hat der garantiert etwas mit der Stiftung Wissenschaft und Politik zu tun. So auch hier: Fabian Burkhardt hat von denen ein Stipendium gehabt.

Für alle, die diese Stiftung nicht kennen, obwohl ich so oft darüber schreibe: Diese Stiftung mit dem unschuldig klingenden Namen wurde 1962 unter Regie der CIA gegründet. Die Gründung erfolgte unter der Regie von Klaus Ritter, einem der Gründer des BND, und zwar nachdem er ein Jahr in den USA gewesen war und sich dort in die Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch Geheimdienst-kontrollierte Think Tanks mit schönen Namen informiert hat. Angespornt wurde er dabei von US-Eliten, wie dem damals aufstrebenden Henry Kissinger.

Und so ein Mann, der durch diese Ausbildung gegangen ist, darf nun über die Deutsche Welle den Russen erklären, wogegen sie demonstrieren sollen. Dabei ist er nicht mal in Russland, er ist an der Uni Bremen.

Und zur Erinnerung: In Moskau gab es keine Polizeigewalt, wie wir sie aus Frankreich oder Deutschland kennen. Es gab keine Wasserwerfer, kein Tränengas und keine Gummigeschosse. Der einzige, der eine Nacht im Krankenhaus war, war ein Polizist, der sich die Schulter ausgerenkt hatte. Aber Fabian Burkhardt erklärt den Russen mit Hilfe der Deutschen Welle aus seinem warmen Büro in Bremen, was in Moskau los ist.

Das nennt die Deutsche Welle dann „Berichterstattung“.

Nächstes Beispiel.

Übersetzt:

„Wenn Fahrradwege und „Schaschlik live“ nicht helfen, helfen andere Argumente.“

Darunter folgt ein Link zu weiteren Karikaturen und auf dem linken Bild steht „früher“ und auf dem rechten Bild steht „und heute“.

Nächstes Beispiel.

Übersetzt:

„Der Mann von Natalia Telminova wollte am 3. August eine Straße im Zentrum von Moskau überqueren – Polizisten hielten ihn fest. Telminova zeigte ihr Parteibuch der Regierungspartei „Einiges Russland“: Es half nicht. Jetzt tritt sie aus der Partei aus und geht vielleicht zur nächsten Protestaktion.“

Das war wirklich eine völlig willkürliche Auswahl aus den hunderten Tweets der Deutschen Welle in den letzten Wochen.

Nun können Sie selbst entscheiden: Ist das neutrale Berichterstattung, wie die Deutsche Welle ihren deutschen Lesern erklärt? Ist es Aufruf und Anstacheln zur Teilnahme an Protesten, wie Russland der Deutschen Welle vorwirft? Oder ist es irgendwas dazwischen?

Entscheiden Sie für sich selbst.

https://www.anti-spiegel.ru/2019/deutsche-welle-bestreitet-in-moskau-zu-protesten-aufgerufen-zu-haben-ein-faktencheck-mit-allen-quellen/

Ein Kommentar zu “Deutsche Welle bestreitet, in Moskau zu Protesten aufgerufen zu haben – Ein Faktencheck mit allen Quellen

  1. Solche Einmischungen in russische Angelegenheiten sind doch an der Tagesordnung. Andersherum werden angebliche russische Einmischungen in angeblich freie Wahlen in Deutschland medienwirksam aufgebauscht. Dort werden Oppositionsparteien wie AfD massiv benachteiligt (s. Sachsen) und Wahlergebnisse manipuliert (s. NRW).

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