Justizopfer Gustl Mollath bekommt 600.000 Euro vom Freistaat Bayern

von https://marialourdesblog.com

Gustl Mollath während einer Pressekonferenz im Presseclub München. Dabei zeigt er die bayrische Verfassung und das deutsche Grundgesetz.

Der Fall Mollath gilt als einer der größten Justizskandale der jüngeren bayrischen Geschichte:

Der zu Unrecht gegen seinen Willen mehr als sieben Jahre in der Psychiatrie untergebrachte Gustl Mollath bekommt vom Freistaat Bayern 600.000 Euro.

Erschreckend, was ein Beamtenstaat mit den Menschen aufführen kann.
Gustl Mollath: „Ich habe siebeneinhalb Jahre nicht richtig geschlafen“

Gustl Mollath war in einem im Zusammenhang mit einem Rechtsstreit mit seiner früheren Frau geführten Prozeß 2006 wegen “Wahnvorstellungen” zwangseingewiesen worden. In dem Prozess hatte Mollath über Schwarzgeldgeschäfte seiner Frau für eine Großbank berichtet – später stellte sich heraus, dass die Vorwürfe zutrafen.

August 2013: Gustl Mollath spricht nach der Entlassung aus der Psychiatrie, in der er sieben Jahre lang gegen seinen Willen festgehalten wurde, zu Journalisten. Rechtsanwalt Gerhard Strate war im Wiederaufnahmeverfahren Verteidiger Gustl Mollaths. Seine kritische Zusammenfassung eines unglaublichen Rechtsfalles, können Sie hier nachlesen.

Justizopfer Gustl Mollath bekommt 600.000 Euro vom Freistaat Bayern

Der 2013 nach 90-monatiger Zwangsunterbringung freigekommene, mittlerweile 62-jährige Mollath hatte in dem Verfahren vom Freistaat Bayern 1,8 Millionen Euro zuzüglich einer Entschädigung für mögliche gesundheitliche Spätfolgen seiner Unterbringung gefordert. Bayern hatte ihm 70.000 Euro bezahlt und sah keine weiteren Ansprüche.

Jetzt sei eine entsprechende gütliche Einigung zwischen Mollath und Bayern erzielt worden, teilte das Landgericht München I am Dienstag mit. Das Land zahle das Geld, in Summe 600.000 Euro, ohne Anerkennung einer Rechtspflicht. Damit kann ein im März begonnenes Verfahren abgeschlossen werden.

Der Fall Mollaths sorgte jahrelang für Aufsehen, er galt als Deutschlands bekanntester Psychiatriepatient. Mollath war im Jahr 2006 nach einem Prozess gegen seine ehemalige Frau wegen angeblicher Wahnvorstellungen zwangseingewiesen worden. Er kam erst frei, nachdem bekannt geworden war, dass die zur Begründung der Wahnvorstellungen genommenen Vorwürfe von illegalen Schwarzgeldgeschäften seiner Frau für eine Großbank im Kern zutreffend waren.

Der Vorsitzende Richter des Zivilprozesses sagte, das Urteil 2006 sei durch eine „Vielzahl von Verfahrensfehlern“ zustandegekommen. Hätte Mollath schon damals Revision eingelegt, wäre das Urteil aufgehoben worden. Mollath hatte allerdings über seinen Pflichtverteidiger nur eine Rüge vorgebracht, was nicht ausreichte. Der heute 62-Jährige begründete dies zuletzt auch damit, in der Psychiatrie keine Möglichkeiten gehabt zu haben, seine Rechte einzufordern.

Wie Mollath sagte, verfolgen ihn die Jahre der Unterbringung bis heute. In der Psychiatrie sei er jahrelang jede Nacht im Stundentakt geweckt worden. „Ich habe siebeneinhalb Jahre nicht richtig geschlafen“, sagte der 62-Jährige. Er „wache jede Nacht schweißgebadet auf“.

Er habe zudem bis heute weder einen festen Beruf noch einen festen Wohnsitz. Er wohne bei Freunden, die ihn aufnehmen. Meistens halte er sich dabei außerhalb Bayerns auf.


Der Fall Mollath

Für viele hat seine Geschichte das Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit deutscher Strafprozesse ernsthaft beschädigt. Eine gut verständliche, ja spannende Darstellung des gesamten Falls und eine mit Zitaten aus der Hauptverhandlung gespickte, anregend erzählte Prozessgeschichte, können Sie hier nachlesen.

https://marialourdesblog.com/justizopfer-gustl-mollath-bekommt-600-000-euro-vom-freistaat-bayern/

2 Kommentare zu “Justizopfer Gustl Mollath bekommt 600.000 Euro vom Freistaat Bayern

  1. Na, da bin ich ja einmal gespannt, was Herr Horst Kirsten von der GFE-Group bekommt. Nach meinen Kenntnissen hat man ihn auch 6 Jahre „aus dem Verkehr gezogen“. Hier ist nicht nur ein Mensch „fertiggemacht“ sondern eine ganze Firma (sicherlich mit einigen Angestellten) vernichtet worden. Angeblich sind da auch Millionen an Geldern verschwunden (?). Soweit ich weiß sind die BHKW irgendwo nachgebaut worden um zu demonstrieren, daß sie funktionieren ! Und sie funktionieren! Kann mir gut vorstellen, daß da auch noch ein richtiges „Erdbeben“ in der bayerischen Justiz kommen kann. Aber in den „Medien“ wird hierüber wohl nichts zu finden sein, oder? (http://gfe-skandal.de/page1.html)

  2. Es freut mich sehr für Gustl Mollath, dem man so überl mitgespielt hat! Er ist nicht der einzige Skandal, der in Bayern (und auch anderswo!) abgelaufen ist und noch ablaufen wird.
    Nur wird das den Schaden, den man ihm angetan hat, nicht mildern, denn der ist mit keinem Geld aufzuwiegen.
    Wer sagte einmal, die BRiD wäre ein Rechtsstaat?
    Punkt 1 ist die BRiD noch zu keinem einzigen Zeitpunkt ein Staat gewesen, sondern ein von den Alliierten auferlegtes Überwachungskonstrukt, daß hier KEINERLEI RECHTE HAT – aber das interessiert die Geschäftsleitung überhaupt nicht, weshalb sie sich über alle vorliegenden Gesetze, Abkommen, Vorlagen usw. rücksichtslos hinweg setzt.
    Punkt 2: die BRiD war noch zu keinem einzigen Zeitpunkt ein Land, in dem wirklich Recht gesprochen wurde, denn die Richter werden von der Gekschäftsleitung eingesetzt und sind damit System gebunden.
    Punkt 3: Wir waren von Beginn an eine Diktatur, die Anfangs noch gewisse Freiheiten zuließ, aber seit der Merkel Diktatur, sich sehr deutlich als eine Diktatur abzeichnet.
    Punkt 4: und das ist der entscheidende Punkt: Die BRiD ist eine Firma, die im UPIK aufgelistet ist. Zudem sind wir als Kolonie der VSA in Washington eingetragen. UCC ist der entscheidend eEintrag!
    Wie wär’s mal mit aufwachen?!
    Falls es nicht schon zu spät ist…….

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