Voßkuhle lehnt Rede für Cohn-Bendit ab

Der Präsident des Bundesverfassungsgerichtes, Andreas Voßkuhle, wird nicht die Festrede für den Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit halten. Dieser habe sich „in nicht unproblematischer Weise zur Sexualität zwischen Erwachsenen und Kindern“ geäußert, hieß es zur Begründung. Voßkuhle sollte ursprünglich die Laudatio zur Verleihung des Theodor-Heuss-Preises am 20. April halten. Zum Zeitpunkt seiner Zusage wußte er noch nicht, wer Preisträger sein wird.

Cohn-Bendit hatte 1975 einen Aufsatz im Buch „Der große Basar“ veröffentlicht, in dem er seine Erfahrungen als Kindererzieher in einem alternativen Kinderladen schilderte. Dort hieß es unter anderem: „Mein ständiger Flirt mit allen Kindern nahm bald erotische Züge an. Ich konnte richtig fühlen, wie die kleinen Mädchen von fünf Jahren schon gelernt hatten, mich anzumachen.“

„Da hat man mich der ‘Perversion’ beschuldigt“

Und an anderer Stelle: „Es ist mir mehrmals passiert, daß einige Kinder meinen Hosenlatz geöffnet und angefangen haben, mich zu streicheln. Ich habe je nach Umständen unterschiedlich reagiert, aber ihr Wunsch stellte mich vor Probleme. (…) Aber wenn sie darauf bestanden, habe ich sie dennoch gestreichelt. Da hat man mich der ‘Perversion’ beschuldigt.“

Später entschuldigte sich Cohn-Bendit für den Text. In einem Gespräch mit dem Spiegel bezeichnete er diesen als „großen Fehler“. Die Leiterin des Kuratoriums, Gesine Schwan, lehnte eine Aberkennung des Preises ab. „Die aktuell erneut vorgebrachten Vorwürfe des Mißbrauchs von Kindern hält die Stiftung für unbegründet und ehrenrührig“, berichtet die Deutscher Presseagentur. (FA)

 

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