Jobcentermaßnahme der Zukunft : „Welcome to Workworld“

Sind auch Sie arbeitslos? Gehören auch Sie zu den Millionen Menschen,
die Tag für Tag daheim sitzen und nichts mit sich anzufangen wissen?
Fühlen auch Sie sich ausgegrenzt und in das soziale Abseits gedrängt?

Das muss nicht sein! Wir bieten Ihnen die Möglichkeit, ihren tristen Alltag
hinter sich zu lassen und wieder ein nützliches Mitglied der Gesellschaft zu
werden! Wir haben Arbeit für jeden, in jedem Bereich, auch ungelernte Kräfte.

Keine Mittelsmänner, keine Zeitarbeitsfirmen. Nur gute ehrliche Arbeit!

WORKWORLD ist das Zauberwort, der magische Ort, an dem all das möglich wird.
Das Arbeitsplatz-Eldorado, wo ausnahmslos jeder den Job bekommen kann, den
er will! Ob Handwerk, akademische Berufe oder Kunst, alles ist möglich.

Sie sind ihres Glückes Schmied! Ihre Durststrecke ist vorbei.

Auch Sie müssen nicht länger Teil einer traurigen Statistik sein!

Für nur 17,00 € erhalten Sie ein Tagesticket für den Workworld-Arbeitspark und
haben damit auf unserem Gelände die freie Auswahl zwischen vier Dutzend Berufen!
Für nur 8,00 € zusätzlich können Sie ein Diplom oder einen Workworld Studienabschluss
erwerben. Workwold Doktortitel und Professuren runden die Qualifikationspalette ab.

Und der Clou: Zu jedem erstandenen Abschluss gibt es eine Urkunde mit
ihrem eigenen Namen, die sogar mit nach hause genommen werden darf!

Bringen Sie Freunde mit und erhalten Sie eine Gruppenermäßigung! Lösen Sie eine
Wochen- oder Monatskarte oder das Jahres-Abo für nur 930 Euro und erhalten Sie
neben einer geregelten Arbeitszeit (8:00 am – 5:00 pm) Vergünstigungen in allen
parkeigenen Hotelanlagen!

(Im Preis inbegriffen ein Menü/Tag in der Kantine ihres temporären Arbeitsgebers.)

Genießen Sie für die Dauer Ihres Aufenthaltes kompletten Kündigungsschutz,
außerordentliche Aufstiegschancen und funktionierende Gewerkschaften!

Gegen eine kleine Gebühr erhalten Sie sogar die
Möglichkeit, an Sonderveranstaltungen teilzunehmen:

– Dienstag ist Tarifverhandungstag,
– Donnerstag Streiken für Fortgeschrittene (für den Anfängerkurs bitte anmelden).
– Mobbing auf Wunsch.

Ihr Gehalt wird Ihnen in Workworlddollar ausgezahlt, die
Sie am Ausgang gegen interessante Prämien tauschen können.

Hier einige begeisterte Stimmen von Besuchern:

Klaus Menzel (42), Schlosser aus Bottrop:
„Ich war 14 Jahre ohne Arbeit. Drei Tage in Workworld haben das geändert. Für
nur 51,00 Euro durfte ich wieder an meinen alten Maschinen stehen. Ich habe in
der Zeit 95 Workworlddollar verdient, die ich am Ausgang gegen eine Taschenlampe
und einen Flaschenöffner tauschen durfte. Ich fühle mich gut, und werde sicher
wiederkommen. Toll, dass so etwas überhaupt möglich ist!“

Rainer Werner Ratdke (29) aus Berlin:
„Ich hatte noch nie Arbeit. Nachdem ich damals die Hauptschule abgebrochen hatte,
hat sich das einfach nicht ergeben. Aber letztes Jahr haben meine Eltern mir eine
Woche in Workworld geschenkt! Das war aufregend, zwei Tage lang habe ich jeden Tag
etwas anderes probiert und den Rest der Woche krankgefeiert. Für mich war es die
schönste Zeit seit langem. Mit dem Krankengeld kam ich am Ende auf 230 Workworlddollar.
Dafür hab ich eine Schirmmütze, ein Schüsselbändchen und einen Laserpointer bekommen.
Danke Workworld!“

Werden auch sie wieder ein nützliches Mitglied der Gesellschaft. Workworld
erwartet Sie. Haben Sie Fragen? Unsere Mitarbeiter beraten Sie gerne ausführlich.

WORKWORLD. The Place, where even YOU can get a job!

Anmerkung :

(Am Wochenende geschlossen. Workworlddollar werden in den parkeigenen Hotelanlagen
nicht als Zahlungsmittel akzeptiert. Der Besucher tritt alle Rechte an der von ihm
während seines Aufenthaltes geleisteten Arbeit ab. Darüber hinaus ist er verpflichtet,
sich selbst im Vorfeld seines Besuches hinreichend zu versichern)

von Herr von Aster

Bußgeldbescheid einer „Agentur für Arbeit“

„Hiermit wird gegen Sie wegen eines fahrlässigen Verstoßes gem. § 404 Abs. 2 Nr. 27 SGBIII i.V.m.
§ 60 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Erstes Buch Sozialgesetzbuch (SGBI) gem. §§ 65, 35 und 17 des Gesetzes über
Ordnungswidrigkeiten (OWiG)eine Geldbuße festgesetzt in Höhe von 35.- Euro Außerdem haben Sie die
Kosten des Verfahrens gem. § 105 OWiG zu tragen und zwar….“

Soweit, so schlecht, wer das verstehen soll, weiß ohnehin niemand.
Nun, der junge Mann, nennen wir ihn Pascal, legte gegen diesen Bescheid form -und fristgerecht
Widerspruch ein, u.a. schrieb er wie folgt:

„Meine Arbeitsaufnahme zum 12.04.2012 habe ich ordnungsgemäß tel. mitgeteilt, allerdings ist eine Kontaktaufnahme
zu Ihrem Hause nur über einen „Telefonservice“ möglich. Ob und inwieweit hier korrekt der jeweilige Sachbearbeiter
informiert wurde, ist für mich nicht festzustellen.

Ein Hinweis: Das Verwaltungsgericht Leipzig hat mit Urteil festgestellt, daß Durchwahlnummern von Sachbearbeitern
in „Arbeitsagenturen“ nicht der Geheimhaltung unterliegen dürfen. Das scheint jedoch keine „Arbeitsagentur“
zu scheren, der „Kunde“ ist hilflos einer Maschinerie ausgeliefert, welche offensichtlich mit Freuden „Bußgeldbescheide“
verschickt, die rechtliche Grundlage hierfür ist schlichtweg nicht vorhanden.

Es ist längst bekannt, daß die „BRD“ nebst ihren Einrichtungen samt und sonders als „private companies“ gelistet
ist ( z.B. nachzulesen bei Dun & Bradstreet ), i.Ü. gibt es keinen Staat BRD, sondern nur eine Staatssimulation,
vgl. hierzu Anschreiben des BMI, als Anlage anbei.

Ich muß also davon ausgehen, daß Sie als Privatperson gegen mich agieren und Amtsanmaßung betreiben.
Für diesen Fall behalte ich mir Schadensersatzforderungen ausdrücklich vor.

Das zuviel erhaltene ALGI-Geld wurde rein vorsorglich und längst zurückerstattet, also lassen Sie mich in Ruhe
und klären zunächst einmal für sich Ihren rechtlichen Status, hilfsweise weisen Sie mir nach, daß ich meine
Arbeitsaufnahme nicht gemeldet habe. Die Möglichkeit eines solchen Nachweises kann ich aufgrund der bewußt
anonymisierten Kommunikationsmöglichkeit nicht führen, das ist Ihr Part!“

Was folgte? Die „Bundesagentur für Arbeit“ nahm den Widerspruch zur Kenntnis und verwies den Vorgang
auf dem Wege über die Staatsanwaltschaft an das zuständige Amtsgericht zur Entscheidung.

Dies hinderte jedoch die „Bundesagentur für Arbeit“ nicht, also trotz anhängigem Verfahren vor dem Amtsgericht,
ihren INKASSO-SERVICE auf den Plan zu rufen, man lasse sich den Ausdruck „Inkasso-Service“ einmal auf der Zunge
zergehen, ohne dabei einen Brechreiz zu erleiden!

Pascal wurde durch diesen „Inkassoservice“ bedroht und genötigt, d.h. zur sofortigen Zahlung des Bußgeldes n
ebst Kosten und „Gebühren“ aufgefordert, zur Vermeidung von Vollstreckungsmaßnahmen, Pascal zahlte….

Nun das Bemerkenswerte:

Mit Beschluß vom 02.05.2013 stellte das zuständige Amtsgericht fest:

In dem Ordnungswidrigkeitenverfahren XYZ wegen Einspruch gegen den Bußgeldbescheid

1. Das Verfahren wird gem. § 47 Abs. 2 OWiG eingestellt, da eine Ahndung der Ordnungswidrigkeit nicht geboten ist.
2. Die Kosten des Verfahrens trägt die Landeskasse. Zur Erstattung der dem Betroffenen erwachsenen Auslagen besteht
nach Sachlage keine Veranlassung ( §§ 46 OWiG, 467 Abs.1, Abs. 4 StPO.

Den kompletten artikel findet Ihr hier : lutzschaefer.com