Offshoreleaks: 100.000 Deutsche betroffen?

Zahl der deutschen Nutzer von Steueroasen deutlich höher. Mindestens 100.000 Personen in Deutschland betroffen. Regierung will auf OECD-Treffen Gewinnverlagerungen einschränken.

 

Die Zahl der deutschen Nutzer internationaler Steueroasen ist deutlich höher als bisher bekannt. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins FOCUS sind mindestens 100.000 Personen in Deutschland vom aktuellen Steueroasen-Leck betroffen – darunter deutsche Rentner und Millionäre, aber auch russische und arabische Geschäftsleute, die in Deutschland leben oder Firmen betreiben. FOCUS beruft sich auf neue Daten von einer 2,5-Zoll-Festplatte, die dem Magazin zugespielt wurde. Die Daten umfassen laut FOCUS 260 Millionen Ein- und Auszahlungen auf Steueroasen-Konten sowie Anfragen über Kontenstände oder Kundenberatungen. FOCUS ließ die neuen Daten von einem Kölner Computerexperten, der früher im Bankenwesen tätig war, prüfen und entschlüsseln.

Unterdessen will die Bundesregierung offensiver als bisher gegen die internationalen Steuervermeider vorgehen. Der Staatssekretär im Finanzministerium, Steffen Kampeter (CDU), warnte in FOCUS davor, die Steuertricks der Internet-Giganten wie Google und Amazon zu unterschätzen: „Den Kampf gegen die Steuervermeidungsstrategien der multinationalen Konzerne aufzunehmen schafft mehr Steuergerechtigkeit, als tote Steuerpflichtige aus der Schweiz durch deutsche Gazetten zu jagen“, sagte er.

Das Bundesfinanzministerium will nach Informationen von FOCUS auf der OECD-Tagung Ende Juni darauf dringen, Maßnahmen gegen die „Gewinnkürzungen und Gewinnverlagerungen“ multinationaler Konzerne zu ergreifen. Beamte des Finanzministeriums fürchten jedoch, dass sich einige Maßnahmen innerhalb der EU nicht durchsetzen lassen. EU-Länder wie etwa Irland und die Niederlande hätten das Recht, eigene niedrige Steuersätze festzulegen und würden so selbst erheblich zu den Gewinnverlagerungen der internationalen Unternehmen beitragen.

Deutschland darf laut FOCUS jedoch keine Gegenmaßnahmen einleiten – das verstieße gegen geltende EU-Richtlinien. So kann der deutsche Fiskus derzeit nicht einmal eine Quellensteuer auf jene Zins- und Lizenzeinkünfte erheben, die zuvor von den Konzernen in die EU-Niedrigsteuergebiete Belgien, Irland, Zypern, Luxemburg, Malta und Niederlande verlagert worden sind.

 

http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/12595-offshoreleaks-100000-deutsche

T-Mobile : Schwache US-Mitarbeiter müssen eine „Narrenkappe“ tragen

Was Amazon kann, kann die Deutsche Telekom auch.

Während sich die deutschen Politiker über die Praktiken des US-Konzerns Amazon in Deutschland aufregen, ist in den
USA die Deutsche Telekom – immerhin ein Staatsbetrieb – ins Gerede gekommen. Die Angestellten in Call Centern
für T-Mobile USA, das der Deutschen Telekom gehört, sind über die Arbeitsbedingungen aufgebracht.

Dies berichtet die US-Gewerkschaft Communications Workers of America (CWA). Die Arbeitsbedingungen in
den US-Call Centern seien deutlich schlechter als in Deutschland, sagten Mitarbeiter von T-Mobile USA.

Angestellte von Berliner Call Centern hatten eine Woche lang die Arbeitsbedingungen im US-Bundesstaat South Carolina
untersucht. Sie wurden von der Gewerkschaft Verdi in die USA zu dieser Fact-Finding-Mission entsandt. Während die
Gewerkschaft Verdi in Deutschland großen Einfluss auf die Unternehmenskultur der Telekom hat, verhindere das Unternehmen
in den USA die Mitbestimmung aller Gewerkschaften, so CWA.

Sharan Burrow von der internationalen Gewerkschaft ITUC sagte, Telekom-Chef René Oberman und die deutsche Regierung
müssten auf die Stimme der Angestellten hören und gegen Ausbeutung vorgehen. „Es gibt Unternehmen, die in Europa
respektiert sind und sich in den USA schlecht verhalten“, zitiert ihn CWA. Zu den brutalen Methoden des Managements
in den USA gehöre es, die Angestellten zu zwingen eine erniedrigende Narrenkappe zu tragen, wenn sie nicht so erfolgreich
waren wie verlangt, behauptet die CWA.

Den kompletten Artikel findet Ihr hier : Deutsche Wirtschafts Nachrichten

Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon

Amazon ist der mit Abstand größte Online-Händler der Welt und auch in Deutschland schon lange die Nummer eins.
Fast jedes Produkt lässt sich hier günstig bestellen, geliefert wird oft über Nacht — selbst noch am Heiligen Abend.
Doch wer packt die Pakete für die Bescherung?

Jedes Jahr zur Hochsaison wirbt Amazon Deutschland tausende Wanderarbeiter aus dem Ausland an.

Für viele Spanier ist der Ruf nach Deutschland in Zeiten der Eurokrise wie ein Lottogewinn.

Was die Arbeiter tatsächlich erwartet, ist eine böse Überraschung. Nicht Amazon legt ihnen in Deutschland einen Vertrag vor,
sondern eine Leiharbeitsfirma. Deutlich weniger Lohn als bei der Anwerbung in Spanien versprochen, nach Feierabend
stundenlanges Warten auf den überfüllten Bus, der sie über zig Kilometer Autobahn in ihre Unterkunft bringen soll.
Sie leben zu zweit auf engstem Raum in einem zu dieser Jahreszeit verlassenen Ferienpark.

Hier führt ein Sicherheitsdienst ein Regime, das auf Einschüchterung setzt und immer wieder in die Privatsphäre der Arbeiter
eindringt. Wer sich wehrt, fliegt raus. Fristlos. Die Reportage deckt auf, was sich hinter der Fassade von Amazon.de
verbirgt und wer dafür zahlt, dass die schöne neue Warenwelt des Internethändlers so billig zu haben ist.