Schavan: Doktortitel ist weg

Zu viel abgekupfert: Universität Düsseldorf entzieht Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) den Doktortitel. Die Bildungsministerin habe „systematisch und vorsätzlich gedankliche Leistungen vorgetäuscht, die sie nicht selbst erbracht hat“.

 

Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf will Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) den Doktortitel entziehen. Das sagte der Dekan der Philosophischen Fakultät, Prof. Dr. Bruno Bleckmann, am Dienstag nach einer Sitzung des Fakultätsrats.

12 Mitglieder sollen für eine Aberkennung gestimmt haben, zwei dagegen, zudem gab es eine Enthaltung. Stimmberechtigt waren acht Professoren, zwei wissenschaftliche und zwei nichtwissenschaftliche Mitarbeiter sowie drei Studenten. Sie hatten rund sechs Stunden lang beraten, ob Schavan ihrer Ansicht nach der Doktorarbeit aus den 80er Jahren getäuscht hat.

Schavan kann gegen die Aberkennung vor Gericht ziehen. Sie hatte eine absichtliche Täuschungsabsicht nach Bekanntwerden der Plagiatsvorwürfe stets bestritten und zuletzt lediglich Flüchtigkeitsfehler eingeräumt.

Im Mai 2012 hatten Plagiatsjäger ihre Vorwürfe gegen Schavan erstmals im Internet veröffentlicht: Auf dutzenden Seiten ihrer vor mehr als 30 Jahren verfassten Dissertation mit dem Titel „Person und Gewissen“ soll Schavan falsch zitiert und Quellen unterschlagen haben.

 

SPD fordert Schavans Rücktritt

Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Ernst Dieter Rossmann, hat den Rücktritt von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) gefordert. „Mit dem Verlust des Doktortitels ist klar, dass Frau Schavan jetzt nicht mehr die Überzeugungskraft hat, um als Vorbild zu dienen“, sagte er der „Berliner Zeitung“ (Mittwoch-Ausgabe). „Sie und die Kanzlerin müssen daraus die Konsequenzen ziehen.“ Rossmann fügte hinzu: „Frau Schavan hat Verdienste.“ Ihr nächstes Verdienst müsse nun darin bestehen, der Glaubwürdigkeit von Bildung und Wissenschaft durch einen Rücktritt zu dienen.

 

 

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Gabriel für totale Transferunion

Gabriel für grundlegenden Strategiewechsel in der Europapolitik.  Er plädiert nun für eine offene gemeinschaftliche Haftung für die Schulden aller Euro-Staaten bei gleichzeitiger strenger gemeinsamer Haushaltskontrolle.

 

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat sich für einen grundlegenden Strategiewechsel in der deutschen Euro-Politik ausgesprochen. Er plädiere für eine offene gemeinschaftliche Haftung für die Schulden aller Euro-Staaten bei gleichzeitiger strenger gemeinsamer Haushaltskontrolle, sagte er der Berliner Zeitung.

Dafür müsse ein Verfassungskonvent eine Grundgesetzänderung erarbeiten, die dann den Bürgern in einer Volksabstimmung vorgelegt werde. Gabriel machte sich damit einen Vorschlag der Professoren Habermas, Bofinger und Nida-Rümelin zu eigen, den diese für die Wahlprogrammdiskussion der SPD formuliert haben.

Er werde den Vorschlag in die SPD-Gremien einbringen und zugleich bei den Vorsitzenden der anderen sozialdemokratischen Parteien in Europa dafür werben, sagte Gabriel der Zeitung. Der Euro-Rettungskurs der Bundesregierung, den die SPD  im Bundestag bisher gestützt hat, sei gescheitert.

 

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