Zitat zum Turbokapitalismus ..

Dazu hatte der vor 200 Jahren geborene
bekannteste deutsche Wirtschaftsphilosoph
bereits die passenden Worte gefunden:

„Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn.

Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden.

20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig.

Für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze
unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein
Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf die
Gefahr des Galgens.

Wenn Tumult und Streit Profit bringen, wird es sie beide encouragieren.“

Konsumkater in Deutschland – und das ganz ohne den von der Presse erfundenen Konsumrausch vorher

Verstehen Sie das noch? Das Statistische Bundesamt meldete gestern, dass nach einer ersten Schätzung das reale Umsatzplus im deutschen Einzelhandel im gesamten Jahr 2013 nur bei 0,5 Prozent gelegen hat.

Dazu bringt das Bundesamt folgendes Schaubild:

DESTATIS Schaubild Einzelhandel real ab 2006

Aus diesem Bild kann jeder ablesen, dass beim real gerechneten Einzelhandelsumsatz in Deutschland seit mindestens 2006 kein Wachstum zu verzeichnen ist – was für eine Volkswirtschaft, von der die Wirtschaftspolitik und die Medien behaupten, sie wachse auch wegen der Binnendynamik, also auch wegen deren wichtigster Komponente, dem privaten Konsum, ein Offenbarungseid ist.

Daraus macht aber die Nachrichtenagentur Reuters folgende Meldung: „Trotz eines Schlussspurts im Weihnachtsgeschäft haben die deutschen Einzelhändler 2013 das schwächste Umsatzplus seit vier Jahren erzielt. Die Erlöse kletterten wohl zwischen 1,6 und 1,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in einer ersten Schätzung mitteilte. Nach Abzug von Preissteigerungen ging es (real) nur um bis zu 0,5 Prozent nach oben. In den Jahren 2010 bis 2012 gab es jeweils ein Umsatzwachstum von mehr als zwei Prozent.“

Diese Meldung kann man entweder so verstehen, dass es in den Jahren 2010 bis 2012 ein reales Wachstum gegeben habe, das mehr als zwei Prozent betrug, was einen deutlichen Gegensatz zu 2013 darstellen würde. Das ist – wie an der gezeigten Grafik mit den realen Werten abzulesen – falsch. Die zwei Prozent beziehen sich nämlich auf die nominale Entwicklung – eine Information, die dem Leser vorenthalten wird. Oder man kann den Satz so zu verstehen versuchen, dass auch 2010 bis 2012 im deutschen Einzelhandel in realer Rechnung absolut nichts los war, was vollkommen richtig ist. Aber daraus lässt sich dann kein Gegensatz zu 2013 konstruieren, so wie es das Zitat suggeriert. Früher wäre es für jeden Wirtschaftsjournalisten selbstverständlich gewesen, hier mit einem Satz für Klarheit zu sorgen, etwa so: “Damit setzte sich die Flaute, die im deutschen Einzelhandel schon seit vielen Jahren herrscht, auch 2013 fort.”

Noch viel schlimmer ging die FAZ schon vor Weihnachten mit solchen Fakten um, wie bereits am Titel ihrer Story “Ein Land im Kaufrausch” abzulesen war. Hier ist der Wille, die Fakten bzw. den Leser massiv zu manipulieren, nur noch schwach verdeckt. Johannes Pennekamp schreibt dort einen ganzen langen Artikel nur mit dem Ziel vor Augen, die deutsche Position gegenüber dem Ausland zu verteidigen. Was sind schon ein paar läppische Fakten gegen ein so großes ideologisches Ziel? Er entblödet sich sogar nicht, den heutigen Umsatz an Waren und Dienstleistungen im Wert von 1,53 Billionen Euro mit den 1,2 Billionen Euro zu vergleichen, die es noch zur Jahrtausendwende waren. Da sind zwei Prozent nominaler jährlicher Zuwachs, was real fast eine Null ergeben hätte, wenn die Preise entsprechend der Zielvorgabe der Europäischen Zentralbank gestiegen wären, nämlich um jährlich 1,9 Prozent. Nur weil die Preissteigerungen in Deutschland darunter blieben, ist real überhaupt ein Plus herausgekommen. Wenn Herr Pennekamp aber lapidar zu seinem nominalen Vergleich hinzusetzt „Auch wenn man die Inflation herausrechnet, bleiben nennenswerte Zuwächse“, ist das eine glatte Lüge. Übrig geblieben sind nämlich in realer Rechnung magere 0,7 Prozent jährlich, also weniger als etwa die durchschnittliche Produktivitätssteigerung, die Deutschland Jahr für Jahr auf die Beine gestellt hat.

Dass auch die Frankfurter Rundschau vor Weihnachten von einer „boomenden Wirtschaft“ und “bester Konsumlaune in Deutschland” sprach und dabei auf alle möglichen Umfragen und Prognosen verwies, zeigt uns in aller Klarheit, wie wichtig doch die Eigentümer einer Zeitung für die Wahrheitsfindung sind.

Wir legen Ihnen hier noch einmal die relevanten Zahlen seit der Jahrtausendwende in realer Rechnung vor (vgl. Abbildung 1). Der reale private Konsum, wie er für die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung ermittelt wird, stieg von 2000 bis 2013 um 0,7 Prozent jährlich. Das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes betrug in dieser Zeit etwas mehr als ein Prozent jährlich. Der stärkste Anstieg des privaten Verbrauchs in jüngerer Zeit wurde 2011 mit 2,3 Prozent verzeichnet. Davor gab es die letzte stärkere Zunahme 1999/2000 mit 2,4 und 2,0 Prozent (übrigens im Zuge der letzten vernünftigen Einkommenssteigerungen für die Masse der Arbeitnehmer aufgrund guter Lohnabschlüsse). Noch früher gab es einen Höhepunkt mit einer Zunahme von 3,2 Prozent und zwar im Jahr 1992, also zur Zeit des Wiedervereinigungsbooms.

Abbildung 1

Abb 1 Wachstum und KomponentenDer Einzelhandelsumsatz, der in die Berechnung des Konsums mit etwa 30 Prozent eingeht, war real sogar rückläufig, wenn man die heutigen Werte mit denen um die Jahrtausendwende vergleicht. Das widerlegt vollkommen eindeutig jedes Gerede von Konsumrausch und sich verbesserndem Konsumklima. Entscheidend für die leichte Zunahme des privaten Verbrauchs waren andere Bereiche, die in den vergangenen Jahren erheblich an Gewicht gewonnen haben, während der Einzelhandel an Gewicht verloren hat. Vor allem die Ausgaben für Mieten und private sowie öffentliche Dienstleistungen haben erheblich zugenommen.

Dabei muss man bedenken, dass auch diejenigen Haushalte zum privaten Verbrauch beitragen, die in den letzten Jahren auf der Sonnenseite der Verteilung standen. Die Einkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen sind im Gegensatz zu den Arbeitnehmereinkommen und Renten (den Masseneinkommen) massiv gestiegen und dürften, obwohl hier die Sparquote hoch ist, erheblich zu dem leichten Anstieg des privaten Verbrauchs beigetragen haben. Auch deswegen kann man es nur perfide nennen, wenn in den Medien den Menschen vorgegaukelt wird, die große Masse der Bürger befinde sich in einem Konsumrausch, während alles dafür spricht, dass der durchschnittliche Arbeitnehmerhaushalt seine Konsumausgaben über die ersten zehn Jahre des Jahrhunderts sogar zurückgefahren hat, weil seine Einkommenssituation einfach nichts anderes zuließ.

Abbildung 2

Abb 3 Eink IndexInsbesondere zur Mitte des ersten Jahrzehnts in diesem Jahrhundert haben die Unternehmereinkommen unglaublich zugelegt, während die Masseneinkommen (in nominaler Betrachtung!) kaum noch stiegen oder sogar stagnierten. Kumuliert man die Zuwachsraten über diese Jahre auf (vgl. Abbildung 2), wird klar, in welchem einmaligen Ausmaß es eine Umverteilung von Arbeit zu Kapital gegeben hat.

Diese enormen Einkommenszuwächse auf der Kapitalseite waren aber nur möglich, weil es einen funktionierenden Kanal für den Absatz deutscher Produkte gab, den Export (und die Verdrängung von Importen durch heimische Produkte). Während der private Verbrauch bei stagnierenden Löhnen und Masseneinkommen nicht mehr als wachsender Absatzweg zur Verfügung stand, wurden durch das deutsche Lohndumping (also die reale Abwertung gegenüber Europa und dem Rest der Welt) Marktanteile anderswo gewonnen (vgl. Abbildung 3). Das ging direkt zu Lasten der Konkurrenzunternehmen bei den Handelspartnern, vor allem zu Lasten derjenigen in der Europäischen Währungsunion, denen diese Marktanteile weggenommen wurden.

Abbildung 3

Abb 3 Verwendung IndexOhne diesen Effekt wäre die Lohnmoderation auch im Sinne einer Umverteilung von Arbeit zu Kapital gar nicht bzw. bei weitem nicht in diesem Ausmaß „gelungen“. Auch deswegen ist es von vornherein Unsinn, dem Kapitalexport, der notwendigerweise das Korrelat der Leistungsbilanzüberschüsse ist, eine führende Rolle bei der Entstehung der Ungleichgewichte anzudichten. Ohne die reale Abwertung und den deutschen Exportüberschuss wäre „das Kapital“ auf der Kapitalseite gar nicht in diesem Umfang entstanden, das exportiert werden musste, um die Defizite des Auslands zu finanzieren. Noch genauer: Die Defizite der anderen Länder wurden von den Banken hier und dort finanziert und die Erlöse kamen den deutschen Unternehmen zu gute, die freilich wieder über ihre eigenen Bankeinlagen und sonstige Sparformen eine reibungslose Finanzierung der Exportdefizite der anderen Länder erleichterten.

Wer wie die Frankfurter Rundschau meint, dass sich “die deutsche Wirtschaft zum Jahreswechsel vor einem starken Aufschwung [sieht]“, der hat entweder vor lauter Horrormeldungen aus anderen Teilen Europas den Maßstab verloren, was unter einem starken Aufschwung eigentlich zu verstehen ist, oder er hilft kräftig mit beim berühmten Pfeifen im Walde.

 

 

http://www.flassbeck-economics.de/konsumkater-in-deutschland-und-das-ganz-ohne-den-von-der-presse-erfundenen-konsumrausch-vorher/

Diktatur des Kapitals

Im „demokratischen Sozialismus“ herrschte eine kleine Machtelite, das Zentralkomitee. Und im „demokratischen Kapitalismus“ herrscht ebenfalls eine kleine Machtelite, die Betreiber der Zentralbank. Das Kapital herrscht mit Hilfe seiner angeschlossenen Organe, den Banken und Staaten, über die im Zuständigkeitsbereich der jeweiligen Staaten ansässigen Völker.

 

von Rico Albrecht

Aktuell erleben wir überall in Europa Demonstrationen für „mehr Demokratie“. Allein diese Forderung wirft allerdings bereits zwei Fragen auf:

  • Erstens: Wie ist Demokratie eigentlich genau definiert? Bevor wir immer mehr davon fordern, sollten wir zuerst einmal genauestens festlegen, was dieser Begriff eigentlich exakt bedeutet. Wenn das Ergebnis einer sogenannten Demokratie immer weniger Freiheit, dafür aber immer mehr Steuern, Abgaben, Zinsen, Rettungsschirme und diktatorische Institutionen wie z.B. ein ESM sind, dann sollten wir uns gründlich überlegen, ob wir wirklich immer mehr davon haben wollen!
  • Zweitens: Wenn das Volk mehr Demokratie fordert, dann stellt sich ganz besonders die Frage: An wen richtet das Volk eigentlich diese Forderung? Laut Grundgesetz Artikel 20 Absatz 2 geht doch bereits alle Staatsgewalt vom Volke aus. Wenn das Volk mehr Demokratie fordert, dann müsste es diese Forderung eigentlich nur an sich selbst richten, anstatt auf der Straße „die da oben“ um irgendetwas zu bitten.

Aus diesen beiden Fragen ergibt sich die direkte Schlussfolgerung, dass das Volk die Demokratie, die es sich wünscht, zuerst einmal selbst exakt definieren und dann vor allem selbst errichten muss, und zwar ohne die „Mächtigen“ zu fragen, denen allein das Volk die Macht verleihen, aber auch entziehen kann, allerdings leider nicht durch Wahlen.

Als „Demokratie“ haben sich bereits viele Regimes selbst bezeichnet. So war es zum Beispiel auch in der sogenannten „Deutschen Demokratische Republik“. Heute wissen wir in allen Teilen Deutschlands, dass das Volk in der damaligen DDR nicht das Sagen hatte. Der „demokratische Sozialismus“ dort war etwas völlig anderes als das, was man sich allgemein unter einer Demokratie vorstellt.

Aber sieht es mit dem Volkswillen im „demokratischen Kapitalismus“ wirklich viel besser aus? Unter Demokratie verstehen die meisten Menschen heute eine Herrschaft des Volkes. Dies hat zwar nichts mit einer echten Demokratie nach altgriechischem Vorbild (in der es weder Wahlen noch Steuern gab) zu tun, doch wollen wir trotzdem einmal die landläufige Definition von Demokratie mit dem vergleichen, was wir heute haben:

Es soll also einerseits Demokratie in Form einer Herrschaft des Volkes geben. Andererseits haben wir aber Kapitalismus, also eine Herrschaft des Kapitals. Wer hat nun eigentlich das Sagen? Das Volk oder das Kapital? Kann es einen demokratischen Kapitalismus oder eine kapitalistische Demokratie überhaupt geben? Oder stehen Demokratie und Kapitalismus nicht viel eher in einem klaren Widerspruch?

Im Kapitalismus ordnen sich alle Staaten einer international aktiven Finanzmacht unter. Diese leiht den Staaten Geld und legt die Konditionen dafür fest. Kapitalistische Staaten haben kein eigenes Geld, das sie in Form einer Währung in Umlauf bringen können, ansonsten wären sie nicht allesamt verschuldet. Sie leihen es sich von Institutionen, die über verschiedene Zwischenstufen außerhalb jeglicher staatlichen Kontrolle stehen. Die Folge ist, dass kaum jemand weiß, bei wem eigentlich all die Staaten verschuldet sind, und wer die Zinsen hierfür kassiert. Die Finanzminister, die gegen die jeweiligen Völker eingesetzt werden, wissen es zwar, aber sie verweigern hierzu jegliche Auskunft.

Für die „Dienstleistung“ der Geldherstellung kassieren diejenigen, denen man dieses Privileg verliehen hat, permanent Zinsen, welche von den werktätigen Menschen unter anderem in Form von Steuern entrichtet werden müssen. Und wenn es hierbei einmal klemmt, wird ein ESM gegründet, der sich von den Steuerzahlern ohne Widerrede holen kann, was er will, der mit dem erbeuteten Geld tun kann, was ihm beliebt, und der dafür bei keinerlei demokratisch legitimierten Kraft Rechenschaft ablegen muss.

Im „demokratischen Sozialismus“ herrschte eine kleine Machtelite, das Zentralkomitee. Und im „demokratischen Kapitalismus“ herrscht ebenfalls eine kleine Machtelite, die Betreiber der Zentralbank. Das Kapital herrscht mit Hilfe seiner angeschlossenen Organe, den Banken und Staaten, über die im Zuständigkeitsbereich der jeweiligen Staaten ansässigen Völker.

Der Banken- und Staatsapparat ist so aufgebaut, dass die Zentralbanken, die ihre Gewinne theoretisch in den Staatshaushalt abführen würden, kaum Gewinne machen. Sie verleihen  das von ihnen hergestellte Kreditgeld zu minimalen Zinsen an private Geschäftsbanken, die es dann zu wesentlich höheren Zinsen an Staaten weiterverleihen. Die betreffenden Beträge können dabei noch zusätzlich gehebelt werden auf Basis des Mindestreservesatzes, der in der Euro-Zone seit Januar 2012 bei nur noch 1% liegt.

So generieren die Geschäftsbanken als „Zwischenhändler“ und „Multiplier“ sichere Gewinne auf Kosten der Steuerzahler. Diese Leistungsträger der Gesellschaft sorgen dann durch ihren Zinsdienst nicht nur dafür, dass die Gewinne der Banken erwirtschaftet werden, sondern tragen hierbei sogar noch selbst das Risiko! Falls es einmal irgendwo klemmt, kann man die Steuerzahler mit Hilfe der Staatsgewalt (bei der sie auch noch selbst die Arbeit verrichten) dazu zwingen, jedes beliebige Rettungspaket zu finanzieren. Als zusätzliches Faustpfand dienen dabei ihre Sparvermögen, die sie sich selbst durch ihre eigenen Steuerzahlungen garantieren müssen. All das ermöglicht den Initiatoren dieses Systems ein gigantisches bedingungsloses Grundeinkommen, weshalb es leider keines für alle Anderen gibt.

Nun wäre es in einer tatsächlichen Volksherrschaft ein Leichtes, ein eigenes Geldsystem des Volkes zu errichten, anstatt immer mehr Rettungsmilliarden aufzubringen, die mathematisch hochrechenbar niemals genügen und jedes Mal größer werden müssen. Eine öffentliche Zentralbank mit Geldschöpfungsmonopol könnte die Staaten direkt finanzieren, was in einem System des fließenden Geldes sogar ohne Inflation möglich ist.

So würde es wohl am ehesten dem Willen des Volkes entsprechen. Aber wird jemals eine Mehrheit diese komplexen Zusammenhänge verstehen, angesichts der medialen Berieselung, durch die sich das Volk (gesteuert vom Kapital) permanent selbst in die Irre führt?

Da sich im Kapitalismus das Kapital systembedingt immer stärker bei den Wenigen konzentriert, die auf Basis von Zins und Zinseszins immer mehr dazubekommen, konzentriert sich dort auch immer mehr Macht, die über Geld, Medien und Politikdarsteller ausgeübt wird.

Wir müssen davon ausgehen, dass sich die Inhaber der großen Kapitalsammelbecken rational verhalten, ansonsten hätten sie ihre Stellung nicht erreicht. Dies bedeutet, dass sie die Möglichkeiten nutzen, die ihnen innerhalb der bestehenden Rahmenbedingungen von uns geboten werden. Rational ist es hierbei zunächst einmal, den Zustand (latein „Status“, wovon sich „Staat“ ableitet) zu erhalten, indem man entsprechend in Medienkonzerne und Politiker investiert, die dieses System weiterhin aufrechterhalten.

Um diese Rahmenbedingungen grundsätzlich zu ändern, nützt es nichts, irgendwelche Forderungen an irgendwelche Politiker zu richten oder neue Parteien zu gründen. Partei (latein: pars, englisch: part) kommt von Teil. Parteien sind die Verkörperung des uralten Herrschaftsprinzips: „Teile und Herrsche!“ Durch politische Parteien kann man das Volk teilen, sodass man es besser beherrschen kann. Da nützt es nichts, noch weitere Parteien zu gründen, um das geteilte Volk noch weiter zu zerteilen…

Das bestehende System ist leider von innen heraus nicht reformierbar, denn wer als Politikdarsteller mit einer Partei an die „Macht“ kommen will, also die dritthöchste Position in der Hierarchie unter dem Kapital und seinen Medienkonzernen anstrebt, der muss sich stets beim Kapital und bei den Medien die nötigen Mittel in Form von positiver Meinungsmache erbetteln.

Neue Rahmenbedingungen sind allerdings dennoch durchsetzbar, allerdings muss man hierfür die ausgetretenen Denkpfade verlassen und kreativ werden. Im Plan B der Wissensmanufaktur gehen Andreas Popp und ich näher darauf ein, wie eine tatsächliche Neuordnung aussehen könnte und wie wir dahin kommen. Die hierfür notwendigen Auslöser und Methoden habe ich in meinem Aufsatz Steuerboykott näher beschrieben.

Appelle an Politikdarsteller können aufgrund der systembedingten Machtverhältnisse leider nichts bewirken, denn ihre Karriere hängt von den Geldgebern und Meinungsmachern ab.

Auch auf das sogenannte Bundesverfassungsgericht sollte man nicht hoffen. Glasklar sind ESM und Fiskalpakt grundgesetzwidrig, wie Gregor Gysi vor kurzem in einer nur 20-minütigen Rede zweifelsfrei feststellte und leicht nachvollziehbar erklärte. Warum Verfassungsrichter dennoch so lange für die Bearbeitung entsprechender Klagen brauchen, liegt daran, dass die politischen Entscheidungen, die sie zu treffen haben, bereits feststehen. Allerdings ist es in diesem Fall besonders schwierig, sich eine Begründung aus den Fingern zu saugen, die irgendwie plausibel und gesetzeskonform aussieht.

Auch Demonstrationen, mit denen man sich an die Machthaber wendet, um irgendetwas zu fordern, helfen unter diesen Umständen selbstverständlich nicht. Anders ist dies, wenn man sich bei Demonstrationen an die Menschen selbst wendet, um diese dazu zu bewegen, dem bestehenden System ihre persönliche Energie zu entziehen. Solche Demonstrationen helfen dabei, noch mehr Menschen für die Errichtung neuer Rahmenbedingungen zu mobilisieren, was für mich ein Grund war, mich bei einer dieser Veranstaltungen zu Wort zu melden, was dann ausführlicher wurde, als gedacht…

Video siehe: www.wissensmanufaktur.net

Man nennt ihn Rote Tonne alias Rotunde

Wer in die Chefetagen der heruntergekommenen Konzilskirche aufsteigen will, braucht möglichst wenig Religion und einen sehr guten Magen.

(kreuz.net) Reinhard Kardinal Marx ist ein Gehaltsempfänger des Bayrischen Freistaates der Klasse B 10.
Damit erhält er über 10.000 Euro im Monat, zusätzlich üppige Zulagen – etwa eine luxuriöse Dienstwohnung.
Der altliberale Kardinal betätigt sich als Erzbischof von München-Freising, leidenschaftlicher Gourmet,  Tänzer und Talk-Show-Sprücheklopfer.
Hier wird abgespeckt
Doch jetzt muß er sparen – natürlich nicht  bei sich, Gott bewahre, sondern im Betrieb.
Routiniert wie ein TV-Moderator preist er sein „Konzept 2020“ an.
Von 747 Pfarreien bleiben nur noch 47. Der Rest fusioniert zu Großeinheiten mit bis zu 16.000 Kunden.  Sie werden von hochflexiblen Service-Priestern gemanagt.
Ungefährliche Themen
Der Kardinal steht auf  kostspielige Limousinen, Zigarren und neuerdings auf eine 10-Millionen teure Villa im Zentrum Roms mit  dem Decknamen „bescheidenes Gästehaus“.
Kardinal Marx – alias Rote Tonne alias Rotunde – schwadroniert  gerne über „Das Kapital“ oder eine Ökonomie für Menschen.
Das sind ungefährliche Themen.
Warum die  Konzilskirche versinkt
Das Evangelium verbreitet er dagegen mit homöopathischer Verdünnung. Er will  schließlich nicht das Schicksal seines Herrn und Meisters erleiden.
Dabei klammert er sich fest an seine  Amtsinsignien – zum Beispiel an den eigens aus massivem Silber gefertigten Bischofsstab.
Dort ist der  auf stürmischer See wandelnde Christus mit einem ungläubigen und deshalb vor ihm versinkenden Gefolgsmann  abgebildet.

http://www.kreuz.net/article.14968.html