Thyssen Krupp – 200 Jahre Rüstung und Exporte aus Deutschland

Thyssen Krupp – ist “ein Unternehmen, das durch Rüstungsprodukte und durch Missachtung von Menschenrechten und Umweltstandards glänzt”, sagt Markus Dufner, Geschäftsführer des “Dachverbands der Kritischen Aktionäre”. (1)

ThyssenKrupp Duisburg

Thyssen Krupp  – 200 Jahre Stahl- und Rüstung (Werk Duisburg)

Im Fall des umstrittenen Stahlwerks TKCSA , das ThyssenKrupp gemeinsam mit dem Minderheitspartner Vale in Rio de Janeiro betreibt, wird internationale Kritik laut. Seit 2008 bereits läuft eine Kampagne von “KoBra” (Kooperation Brasilien) gegen das Stahlwerk, um für die Rechte der Fischer und Anwohner zu kämpfen. (2)

Vor 200 Jahren, anno 1812 wurde Alfred Krupp in Essen geboren. Er war einer der bedeutendsten deutschen Industriellen, der die Gussstahlfabrik  seines Vaters Friedrich Krupp (1811 gegründet) unter anderem durch Radreifen für Eisenbahnen und später Rüstungsgüter zum größten europäischen Industrieunternehmen seiner Zeit ausbaute, das heute Bestandteil der ThyssenKrupp AG ist. (3)

Die ARD zeigte zum Thema den Beitrag “Markt oder Moral – Deutsche Unternehmen auf dem Prüfstand” von Christian Jentzsch.

2012, also 200Jahre nach seiner Grüdnung betreibt der deutsche Konzern unter anderem ein riesiges Stahlwerk in Brasilien. In unmittelbarer Nähe des Unternehmens klagen die Anwohner über massive Atemwegserkrankungen, die rund 8000 Fischerfamilien beschweren sich über die Verseuchung des Meeres. Das Werk stößt alleine so viele CO2-Gase aus, dass die Gesamtemission im benachbarten Rio de Janeiro dadurch um 75 Prozent gesteigert wird, sagen die Umweltexperten. Der bisherige Minderheitspartner, der Rohstoffkonzern Vale sei laut einem Medienbericht bereit, das hochdefizitäre neue Stahlwerk von ThyssenKrupp in Brasilien zu übernehmen.  Der Stahl-Markt im gesamten amerikanischen Wirtschaftsraum von Nord bis Süd ist in Schwierigkeiten. Die schwache Konjunktur macht dem größten deutschen Stahlkonzern ThyssenKrupp nun auch in seinem europäischen Stahlgeschäft schwer zu schaffen. Zudem sind die massiven Probleme nicht nur in den Stahlwerken in Brasilien sondern auch in den USA weiter ungelöst. (4)

In Deutschland werden die meisten Panzerfahrzeuge für die Bundeswehr in den Panzerfabriken der Rheinmetall AG, ThyssenKrupp und Krauss-Maffei Wegmann gebaut. Die ThyssenKrupp AG ist dazu Deutschlands größtes Rüstungsunternehmen.
Das Unternehmen war mehrfach an Kartellen beteiligt. “Gegen fünf große Hersteller von Aufzügen, unter anderem ThyssenKrupp Elevator, verhängte die EU-Kommission 2007 eine Strafe in Höhe von 992 Millionen Euro. Die Unternehmen hatten Preisabsprachen getroffen und damit gegen das Kartellrecht verstoßen. ThyssenKrupp Elevator musste 479,7 Millionen Euro, Otis 225 Millionen, Kone 142 Millionen, Schindler 143,7 Millionen und eine Mitsubishi-Tochter 1,8 Millionen Euro bezahlen. Dies war die bis dahin höchste Strafe, die die EU-Kommission verhängte (Liftkartell). Anfang Juli 2012 verhängte das Bundeskartellamt gegen ThyssenKrupp wegen der Beteiligung am Kartell „Schienenfreunde“ ein Bußgeld von 103 Millionen Euro.”  (5)

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https://politropolis.wordpress.com/2012/08/31/thyssen-krupp-200-jahre-rustung-und-exporte-aus-deutschland/