Sarrazin: Deutschland Euro Exit

Sarrazin: Deutschland soll Euro-Ausstieg nicht länger ausschließen. Aktiencrash wäre weniger schlimm: „Ob die Aktienmärkte dann um 20 Prozent oder um 50 Prozent fallen, ist vergleichsweise sekundär, das ist nach zwei, drei Jahren überwunden.“

 

Der frühere SPD-Spitzenpolitiker und Bestsellerautor Thilo Sarrazin fordert die Bundesregierung auf, nicht länger auszuschließen, dass Deutschland die Euro-Zone verlassen könnte. „Wenn man nicht für sich einen Punkt festlegt, an dem man nicht mehr mitmacht, verliert man jede Verhandlungsmacht“, sagte Sarrazin der Zeitung „Die Welt“ (22. Mai). „Ich kenne das aus meinem Beamtenleben“, so Sarrazin weiter. „Ich habe Hunderte von Verhandlungen mit Unternehmen geführt, die in Not geraten waren und Bürgschaften haben wollten. Man muss bereit sein, irgendwann zu sagen: Jetzt ist Schluss.“

 

Gegenüber Griechenland sollte sich die Bundesregierung unnachgiebig verhalten, so Sarrazin: „Wenn ich Bundeskanzler wäre, würde ich die Sache cool aussitzen; ich würde mich öffentlich mit Meinungsäußerungen zurückhalten und intern in der Sache knallhart bleiben.“

 

Mögliche Verwerfungen an den Märkten nach einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone hält Sarrazin für das kleinere Übel: „Ob die Aktienmärkte dann um 20 Prozent oder um 50 Prozent fallen, ist vergleichsweise sekundär, das ist nach zwei, drei Jahren überwunden. Im Vergleich dazu sind die Kosten einer grundsätzlich falschen Politik – mit einer Transferunion und einer EZB, die dauerhaft eine Inflation von drei, vier, fünf Prozent zulässt – für Deutschland viel höher.“ – Bei einem Euro-Exit Deutschlands kämen insbesondere die Banken in Schwierigkeiten. Möglicherweise müssten dann Deutsche Bank und Commerzbank vorübergehend total verstaatlicht und rekapitalisiert werden.

 

Sarrazin hatte vor zwei Jahren mit seinem umstrittenen Buch „Deutschland schafft sich ab“ eine Debatte über die Integration von Ausländern in Deutschland entfacht. Am Dienstag dieser Woche erscheint ein Buch, in dem sich der promovierte Volkswirt mit der Europäischen Währungsunion beschäftigt: „Europa braucht den Euro nicht. Wie uns politisches Wunschdenken in die Krise geführt hat.“

 

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Banken brauchen 0,5 Bio.

Fitch: Systemrelevante Banken brauchen über  eine halbe Billion Dollar. Die Geldhäuser könnten daher gezwungen sein, ihre Gebühren zu erhöhen und ihre Dividendenauszahlung an Investoren zurückzufahren.

 

 

Die 29 weltweit größten Kreditinstitute könnten laut der Rating-Agentur Fitch wegen der Anforderungen für systemrelevante Banken 556 Milliarden Dollar zusätzliches Kapital benötigen. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters.

 

Die Geldhäuser könnten daher gezwungen sein, ihre Gebühren zu erhöhen und ihre Dividendenauszahlung an Investoren zurückzufahren, teilte Fitch am Donnerstag mit. Zu den betroffenen Banken gehört die Deutsche Bank, Commerzbank. Kapitalerhöhungen sind derzeit schwierig, weil die Bankenkurse ohnehin schon am Boden sind.

Die Euro-Krise spitze sich auch am Donnerstag weiter zu. Der Euro fiel wieder unter 1,27. Die Verluste bei Deutscher Bank und Commerzbank hielten sich jedoch in Grenzen.

 

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Fitch sieht schwarz für Euro

Die Rating-Agentur Fitch veröffentlichte heute ein Zukunfts-Szenario für den Euro: Die Gefahren für eine „ungünstige Entwicklung“ würden zunehmen. Ein Austritt einzelner Euro-Länder könnte das Wirtschaftssystem kollabieren lassen.

Die US-Rating-Agentur Fitch zeichnete heute in einer veröffentlichten Studie ein Zukunftsszenario für den Euro. Die Rating-Experten gehen davon aus, dass sich die Eurozone zunächst durch die Krise durchlavieren könnte, allerdings drohten auch ernsthafte Gefahren.

Während Fitch einen totalen Euro-Bruch als eher wenig wahrscheinlich ansieht, könnte der Austritt einzelner Länder durchaus realistisch sein. Sollte dies geschehen, würde der Rest der Euro-Länder sofort heruntergestuft, erklärte Fitch. Außerdem berge ein solcher Schritt eine große Gefahr für das Weltwirtschaftssystem und die europäischen Banken speziell. Im DAX waren heute Deutsche Bank und Commerzbank wieder mal die größten Verlierer.

Sehr wahrscheinlich sei ein Euro-Austritt Griechenlands. Mit und ohne Austritt einzelner Euro-Länder drohten in Zukunft aber trotzdem weitere Herabstufungen. Fitch fordert deshalb zusätzliche Maßnahmen um den Euro zu retten. Dazu zählt auch, dass die Eurozonen-Länder ihre wirtschaftliche Souveränität abzugeben hätten.

Unterm Strich glauben die Fitch-Analysten, dass es zwar eine hohe Wahrscheinlichkeit gibt, dass der Euro überlebt. Die Risiken für einen Bruch der Eurozone würden allerdings zunehmen und auch ein Zerfall des Euros kann nicht mehr ausgeschlossen werden.

 

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