DIW warnt vor AfD

Alternative für Deutschland im Bundestag? Die etablierten Parteien bekommen es langsam mit der Angst zu tun. Das DIW warnt nun mit einer völlig absurden Begründung: „Dies würde von der wichtigeren Diskussion darüber ablenken, wie die europäische Krise endlich beendet werden kann.“

 

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) warnt vor einem Erfolg der eurokritischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) in der Bundestagswahl am Sonntag. „Ein Einzug der AfD in den Bundestag könnte wieder zu einer intensiveren Debatte über den Austritt Deutschlands oder von Krisenländern aus dem Euro führen“, sagte Marcel Fratzscher, Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin, der F.A.Z.
„Dies würde von der wichtigeren Diskussion darüber ablenken, wie die europäische Krise endlich beendet werden kann.“ Die AfD würde aber „vermutlich wenig an den Maßnahmen der neuen Bundesregierung ändern, um die Nachhaltigkeit des Euro und die Schuldentragfähigkeit zu gewährleisten“.

Der Europa-Analyst der Deutschen Bank, Nicolaus Heinen, geht davon aus, dass die AfD den Sprung über die 5-Prozent-Hürde in den Bundestag schafft. „Das Mobilisierungspotential der AfD schätze ich als hoch ein, vor allem über Familien, Freundes- und Bekanntenkreise“, sagte Heinen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z./Samstagsausgabe).

Falls die Eurokritiker in den Bundestag einzögen, hätte dies „große tektonische Verschiebungen“ in der Parteienlandschaft zur Folge. Dann sei eine große Koalition unausweichlich, doch CDU und FDP würden von der neuen bürgerlichen Konkurrenz stark unter Druck gesetzt. „Die FDP würde nach einem AfD-Einzug vor einem massiven Richtungsstreit über die Europapolitik stehen“, sagte Heinen der F.A.Z.

„Wenn die AfD einen erheblichen Wahlerfolg hätte, dann könnte dies auch internationale Investoren angesichts der nächsten Euro-Entscheidungen beunruhigen, wenn sie erkennen, dass es im Euro-Kernland nun auch eine nennenswerte politische Kraft von Eurogegnern gäbe.“

Stefan Kooths vom Prognosezentrum des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel schätzt die Wahrscheinlichkeit für einen AfD-Einzug auf „50 zu 50“. Wenn die Partei mit mehreren Wirtschaftsprofessoren ins Parlament komme, würde das „die Debatte im Bundestag über die Zukunft des Euroraums auf ein fachlich anderes Niveau heben“, meint Kooths in der F.A.Z.

„Es würde dann überhaupt erst eine grundsätzliche Debatte über den bisherigen Rettungskurs ermöglicht, der die überwältigende Mehrheit im Bundestag bislang aus dem Weg gegangen ist.“ In der Krise habe die Bundesregierung mit immer neuen Rettungspaketen bislang vor allem Zeit gekauft.

 

ZDF-Wahlprognose-Skandal: Angeblich Software-Fehler

Unterdessen äußerte sich das ZDF zu einer graphisch drastisch manipulierten Wahlprognose, bei der die Balkendiagramme nicht zu den Prozentzahlen passten: „Unsere Grafiksoftware hatte leider einen Fehler“, sagte ZDF-Moderator Theo Koll dem SPIEGEL. In Prognosegrafik tauchte die AfD mit einem Balken auf, der über 6% entspricht. Als Zahl angezeigt wurden aber nur 4 %.

„Es würde mich nicht wundern, wenn der Balken unsere tatsächlichen Umfrageergebnisse abbildet“, sagt AfD-Parteichef Bernd Lucke. Er wirft die Frage auf, ob der Sender nicht versehentlich die Rohdaten aller Parteien in den Balken abgebildet haben könnte – kombiniert mit den anschließend korrigierten oder gemittelten Zahlen.

Hier gehts zur korrigierten Grafik des ZDF-Lügenbarometers

 

 

http://www.mmnews.de/index.php/politik/14992-diw-warnt-vor-afd

Bürger: Abgezockt und enteignet

Trotz Steuer-Rekordeinnahmen formiert sich die Enteignungsfront weiter: Mit ihrem „Armutsbericht“ bereitet Arbeitsministerin Ursula von der Leyen den Boden für Enteignungsaktionen gegen die Mittelschicht. Die „Reichen“ sind nur populistische Zielscheibe.

 

von Hans Heckel

Vor dem Hintergrund der fast gleichzeitig veröffentlichten Studie des Bundes der Steuerzahler (BdSt) zum Ausmaß der Verschwendung öffentlicher Gelder  musste der Vorstoß von Ursula von der Leyen (CDU) wie Hohn klingen. Eine der Schlussfolgerungen der Arbeitsministerin aus ihrem „Armuts- und Reichtumsbericht“ lautet: Der Staat hat zu wenig Geld, wohlhabende Privatleute haben dagegen zu viel. Daher müsse nach Wegen gesucht werden, wie das Geld der Privaten für öffentliche Aufgaben besser „herangezogen“ werden könne.

In seinem 40. Schwarzbuch listet der BdSt mehr als 100 Fälle hanebüchener Verschwendung von Steuergeld durch den Staat auf. Mit dabei sind bundesweit bekannte Skandale wie der um den Berliner Flughafen, die Hamburger Elbphilharmonie oder den Nürburgring.

Ebenfalls kam dieser Tage heraus, dass im August der erwartete Rekord an Steuereinnahmen abermals übertroffen wurde, die öffentliche Hand aber trotzdem noch immer nicht ohne neue Schulden auskommt. Die Staatsquote beträgt in Deutschland 47 Prozent. Heißt: Fast jeder zweite Euro, der in der Bundesrepublik erwirtschaftet wird, geht an öffentliche Hände. 1960 waren es bloß 33 Prozent. In der Schweiz liegt der Satz noch heute in diesem Bereich.

All das passt kaum in von der Leyens Schreckensgemälde von einem darbenden Staat, dem die reichen Privatleute das nötige Geld verweigern. Vielmehr atmet der Bericht den Odem blanken Sozialneids. Der sozialneidische Unterton in Ursula von der Leyens „Armuts- und Reichtumsbericht“ fiel aufmerksamen Beobachtern sofort auf. Der Bericht reihte sich nahtlos an den Vorschlag des linksgerichteten „Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung“ (DIW) vom Sommer dieses Jahres. Das DIW hatte gefordert, Vermögen ab einem Betrag von 250000 Euro pro Person mit einer Zwangsabgabe zu belegen, die als „Anleihe“ getarnt werden solle.

Von der Leyen beklagt in dem Bericht, dass 53 Prozent des deutschen Privatvermögens in den Händen von bloß zehn Prozent der Haushalte lägen. Die untere Hälfte verfüge gerade einmal über ein Prozent des Vermögens.

Über die dazwischen liegende Mittelschicht verliert der Bericht kein Wort. Auch nicht über die Verteilung der Steuerlast: So tragen die oberen 25 Prozent der Einkommensempfänger knapp 77 Prozent des Einkommensteuer-Aufkommens, die unteren 25 Prozent nur 0,2 Prozent, die untere Hälfte 5,5 Prozent. Danach ist eine starke Sonderbelastung der Besserverdiener längst Realität.

Zudem gebraucht der Bericht einen Vermögensbegriff, der in der Realität in die Irre führt. So werden Immobilien-, Geld oder Aktieneigentum als Vermögen gerechnet, nicht aber gesetzliche Rentenansprüche. Ein Selbstständiger, der nicht in die gesetzliche Rentenkasse einzahlt, muss privat an Altersversorgung ansparen, was ein Angestellter über seine gesetzliche Rentenversicherung erwirbt. So entsteht beim Selbstständigen „Vermögen“, während dem Angestellten Anwartschaften entstehen, die nicht zu seinem Privatvermögen hinzugerechnet werden. Über das zur Altersversorgung zurückgelegte „Vermögen“ kann der Selbstständige aber kaum frei verfügen, will er als Senior nicht zum Sozialfall werden. Würde für gesetzliche Rentenanwartschaften ein Kapitalstock errechnet, wie er für private Betriebs- oder Riesterrenten ausgewiesen wird, so ergäbe sich eine weit ausgewogenere Verteilung des „Reichtums“, als der Leyen-Bericht es unterstellt.

Die eigentliche Stoßrichtung des „Armuts- und Reichtumsberichts“ zielt darauf, Stimmung zu machen für eine Teilenteignung privaten Besitzes zugunsten des Staates. Dabei ist den Verantwortlichen bewusst, dass sie mit der „Heranziehung“ wirklich großer Vermögen kaum weit kommen würden. Ein Großteil jener Vermögen nämlich ist entweder Firmenvermögen, dessen „Heranziehung“ schwere volkswirtschaftliche Schäden nach sich zöge und vor allem die „armen“ Beschäftigten träfe. Oder es es handelt sich um hochmobile Vermögenswerte wie große Aktienpakete, die schnell außer Landes zu bringen wären. Diese Erfahrung macht gerade das sozialistische Frankreich. Dort verlassen Gutbetuchte nach den klassenkämpferischen Ansagen der Regierung von François Hollande gerade in Scharen das Land. Mit ihrem Vermögen tragen sie auch ihre Kauf- und Steuerkraft davon, die nun in Frankreich fehlen – zum Schaden aller. Das Debakel hätte der Präsident voraussehen können: Schon sein Parteigenosse und Vorgänger Fran­çois Mitterand versuchte Anfang der 1980er Jahre, die ganz großen Privatvermögen abzuräumen. Das Ergebnis war ein nationales Desaster. Mitterands Weggefährte Jacques Attali gab damals resigniert zu, dass die „Reichen“ leider die mobilste Bevölkerungsgruppe von allen seien.

Es ist kaum anzunehmen, dass Ursula von der Leyen oder Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), dessen Haus die Enteignungsphantasien des DIW öffentlich als „interessant“ bezeichnete (die PAZ berichtete), die französischen Fehler wiederholen wollen. Daher ist davon auszugehen, dass die „Reichen“ lediglich als Zielscheibe ausgegeben werden, um den Boden zu bereiten für etwas weit Einträglicheres: Die höhere Belastung der Mittelschicht, der es kaum möglich ist, sich und ihr Geld über die Grenze in Sicherheit zu bringen.

Jener Mittelschicht droht noch eine zusätzliche Gefahr. Anders als die Oberschicht, die ihr Vermögen weitgehend in Sachwerten (wie etwa Aktien oder Gold) aufbewahrt und Geld nur zu Transaktionszwecken benutzt, ist Geld für die Mittelschicht (neben dem Eigenheim) auch das Hauptaufbewahrungsmittel fürs Ersparte. Doch mittels Zinsen, die durch staatliche Manipulation unter das Inflationsniveau gedrückt wurden, geht die Mittelschicht einer schleichenden Enteignung entgegen. Nutznießer sind unter anderem der Staat und große Finanzinstitute, die auf diesem Wege ihre Schulden auf Kosten der Mittelschicht entwerten.

www.preussische-allgemeine.de

So werden Sie enteignet

Was zunächst als absurde Idee vom DIW verbreitet wurde, könnte schon bald Wirklichkeit werden: Angeblich prüft das Finanzministerium bereits Zwangsanleihe und Vermögensabgabe. Die Reichenenteignungspropaganda ist derweil in vollem Gange und wird entsprechend von der Presse orchestriert. SPD, Grüne und Linke sind ohnehin dafür, CDU und FDP werden folgen.

 

SZ vom Wochenende:

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat von den Wohlhabenden in Deutschland mehr „sozialen Patriotismus“ gefordert. Er schloss sich damit der Forderung eines breiten Bündnisses aus Gewerkschaften, Sozialverbänden und Aktionsgruppen an, das am Freitag eine Kampagne für eine neue Lastenteilung in Deutschland vorgestellt hatte. Gabriel: „Streichung von Subventionen im Steuerrecht, Erhöhung der Kapital-, Vermögens- und Erbschaftsbesteuerung und auch ein höherer Spitzensteuersatz sind notwendig“.

Noch drastischer äußerte sich der Vorsitzende der Linkspartei, Bernd Riexinger. Er forderte, der „überflüssige Reichtum in den Händen weniger“ müsse „abgepumpt und in die Realwirtschaft umgeleitet werden“. Um das auch in Europa durchsetzen zu können, solle die Europäische Zentralbank (EZB) nur noch Anleihen solcher Länder kaufen, die eine Steuer auf Millionenvermögen einführten, sagte er der SZ.

von Peter Ziemann

Die nächste Runde im demokratischen Spießruten-Laufen der Enteignung der letzten noch Netto-Vermögen besitzenden Bürger ist eingeläutet. SPIEGEL ONLINE titelte Reichensteuer und Co. – Angriff der Umverteiler. Und der Nachrichten-Sender N-TV spricht von einer Ehrlichen Debatte über Reichensteuer – Die Zeit ist reif für Umverteilung.

So viel tendenzielle Kraftaussagen bereits in dem Titel. Da pflügt wohl nun nach den DIW-Vorschlägen von vor wenigen Wochen die Reichenenteignungs-Propaganda in Presse, Funk und Fernsehen der Politik den Acker.

Es wird also Ernst mit den Zwangsanleihen, Vermögensabgaben und sonstigen marxistischen Methoden der Enteignung.

 

Und was da für Argumente angeführt werden: Eine Reichensteuer könnte dem Land aus dem Schuldenschlamassel helfen – dabei ist der Grund dieses Schlamassels doch die Politik selbst, welche die Mehrheit der Netto-Steuerempfänger im Lande durch immer neue Belastungen für die Leistungsträger und Staats-Schulden demokratisch bestechen möchte.

 

Und das sowieso schon gescheiterte Sozialstaatsmodell möchten die Umverteiler noch eine Weile aufrechterhalten können, in dem sie eine ehrliche Debatte über Kosten der Krise und eines funktionierenden Sozialstaates fordern.

Der einzige, der in der Systempresse diese wirklich ehrliche Debatte führt, ist Henryk M. Broder in WELT Online unter dem Titel Nordeuropa arbeitet – und muss für den Süden zahlen. Er spricht bereits in der vollendeten Gegenwart vom Untergang des Wohlfahrtsstaates: Man könnte zum Beispiel darüber nachdenken, woran der Wohlfahrtstaat zugrunde gegangen ist. Wie wäre es damit: An dem Versuch, ihn in einen Einwanderungsstaat zu überführen, also Wohlfahrt und Wohlstand für alle zu garantieren, unabhängig von Herkunft, Leistung und Mentalität.

 

Sehr zutreffend folgert Broder auch, warum diese Sozialstaats-Mentalität, bei welcher der Migrant nur minimal gefordert aber maximal gefördert wird, in Europa so stark verbreitet ist: … weil die hauptamtlichen Helfer Teil eines Apparats sind, der seine Existenz rechtfertigen muss, weil also die Helfer auf die Hilfeempfänger ebenso angewiesen sind wie diese auf jene. (In ihren besten Tagen beschäftigte die Berliner Treberhilfe 300 Mitarbeiter, um 3000 Obdachlose zu betreuen, das heißt, jeder Helfer hatte zehn „Kunden“, denen er seinen Job verdankte.)

Sozialverbände, Kirchen, Gewerkschaften und Politiker gehören schon längst nicht mehr zu der Gruppe, welche die eigentliche Wirtschaftskraft Deutschlands erbringt. Nein, diese Vertreter des sozial-politisch industriellen Komplexes laben sich wie die Made im Speck an dem Sozialstaats-Modell.

Getreu dem Motto: Wo es viele Hilfe-Empfänger gibt, da braucht es auch Viele, welche die Hilfe verwalten, kontrollieren und sanktionieren. Und da jeder Schädling den Körper seines Wirts schwächt, infiziert dieses unkontrolliert wuchernde Geschwür immer größere noch gesunde Teile unserer Gesellschaft.

 

Der Überlebens-Wille dieses sozialen Krebsgeschwürs ist so groß, dass man dafür sogar die bislang mit dem Modell der Demokratie in Einklang befindlichen Elemente der Freiheit und des Eigentumschutzes  opfern möchte. Oder wie soll man sonst die folgende Passage in dem SPIEGEL-Bericht interpretieren: In einer Umfrage sprachen sich jüngst 77 Prozent der Deutschen für eine Vermögensteuer aus – quer durch alle politischen Lager.

Klar – die Mehrheit der Besitzlosen spricht sich immer gerne dafür aus, die Minderheit berauben zu können. Dieses durchsichtige Verhalten von Politik und der sie tragenden Elemente führt aber zu einer zunehmenden Entfremdung – oder man könnte es sogar als Hass bezeichnen – gegen das real praktizierte demokratische Regime.

 

Die Demokratie ist jetzt an einer Weggabelung angekommen, wo es entweder direkt in Richtung eines grün-ökologisch, marxistischen Gefängnisplaneten geht. Oder wo der Freiheitswille derjenigen Bürger überwiegt, die sich auf Grund ihrer Leistungsfähigkeit und ihrem Leistungswillen überhaupt noch persönlich die Freiheit leisten können, das demokratische Regime zu beseitigen.

Wenn die Leistungsträger und Vermögenden so zu bekennenden Anti-Demokraten werden, dann wird der Systemwechsel nach Zusammenbruch des derzeitigen Sozialstaats-Systems automatisch zu einem nicht-demokratischen Nachfolgesystem führen.

 

Denn während die Sozialstaats-Abhängigen praktisch keinen Beitrag zur Wiederaufrichtung der Nation beitragen können – sie werden in ihrer Hilflosigkeit wohl erst einmal plündernd und brandschatzend um ihr Überleben kämpfen. Da sie ihre Selbstständigkeit und ihre organisatorischen Fähigkeiten aber schon längst verloren haben, werden sie den Kampf selbst gegen eine kleine organisierte Minderheit letztendlich entweder mit ihrem Leben oder mit der totalen Unterwerfung bezahlen müssen. So werden also die bislang Geschundenen wohl aus eigener Kraft und Überlebens-Willen sowohl die innere Sicherheit als auch die Wirtschaft wieder in Gang bringen.

Dieses Modell wird aber ohne den heutigen Typus des Politikers oder Sozial-Funktionärs auskommen. Die Politik sollte sich daher genau überlegen, mit welchem selbst zerstörerischen Feuer sie in der derzeitigen Reichen-Debatte spielt.

 

Denn auch der Untergang des Euros erfolgt derzeit in Zeitlupe, wie Henryk M. Broder richtig bemerkte: Da steuert ein Boot auf einen Wasserfall zu, die Besatzung weiß, welche Gefahr ihr droht, unternimmt aber nichts, weil die Kommandostruktur an Bord unklar ist. Ein Offizier möchte gerne wenden, so lange das noch möglich ist, ein anderer wäre dafür, das Boot auf eine Sandbank zu setzen. Schließlich aber setzt sich der Kapitän durch. Er sagt, es gebe zu dem eingeschlagenen Kurs „keine Alternative“. Wie die Sache ausgeht, kann man sich denken.

Der Kapitän steht synonym für unsere heutigen eurohörigen und vom Sozialstaats-Modell abhängigen Eliten. Gut für diejenigen, die das Boot rechtzeitig verlassen haben oder jetzt die Zeichen der Zeit verstehen.

www.bullionaer.de

Zwangsanleihe trifft Millionen, nicht Millionäre

Brüderle: Zwangsanleihe trifft Millionen und nicht Millionäre. „Man kann den Leistungsträgern so viel wegnehmen, wie man will. Es wird nicht reichen. Zur Bekämpfung der Schuldenkrise hilft nur eine solide Haushaltspolitik“.

 

FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle hat die Forderung von DGB-Chef Michael Sommer nach einer Zwangsanleihe abgelehnt: „Ich bin gespannt, wie der DGB einem Facharbeiter erklären will, dass seine Einfamilienhaus oder die Eigentumswohnung mit einer Zwangsanleihe belegt wird“, sagte Brüderle dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe).
Eine Zwangsanleihe treffe Millionen und nicht Millionäre. „Man kann den Leistungsträgern so viel wegnehmen, wie man will. Es wird nicht reichen. Zur Bekämpfung der Schuldenkrise hilft nur eine solide Haushaltspolitik“, sagte der FDP-Politiker.
Das linksliberale Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hatte das Instrument einer Zwangsanleihe für Reiche zur Lösung von Schuldenproblemen bereits früher ins Gespräch gebracht. Nach einem Berechnungsmodell des DIW könnte die Abgabe ab einem individuellen Vermögen von 250 000 Euro (Ehepaa! re 500 000 Euro) gelten.

Beim Untergang zusehen

Manch einer mag ja gehofft haben, das Franz Müntefering schon tot sei. Aber dem ist leider nicht so. Fröhlich kräht er aus dem unverdienten Ruhestand, dass die Erhöhung des Rentenalters auf 67, die ja eigentlich nichts anderes als eine Rentensenkung ist, genau richtig gewesen sei. Allerdings relativiert er das Ganze jedoch ein wenig, indem er davon spricht, dass die Leute auch Arbeit finden müssen, wenn sie denn arbeiten müssen. Diese neue Erkenntnis verdanken wir wohl seiner Angst vor dem Tode mit der wir uns seinen Wünschen gemäß mehr beschäftigen sollen.

Seltsam. Wenn sie älter werden und schon langsam anfangen nach Schüppe zu riechen, dann kommt die Angst vor einem möglichen rächenden Gott, der sie für all das was in ihrem Leben den anderen Menschen angetan haben, bestrafen könnte. Aber der gute Franz muss keine Angst haben. Es gibt keinen Gott, es wird ihn niemand bestrafen, aber seine Angst tut den Menschen denen er das Leben und die Sozialdemokratie zerstört hat, richtig gut. Er soll sich ruhig fürchten und quälen. So bekommt er wenigstens eine kleine Strafe.

Noch nicht ganz so weit mit seinem Denken ist leider der BDI- und IBM-Deutschland-Chef Hans-Olaf Henkel der heute als Vertreter der INSM für die unmenschlichste Form des Neolberalismus und des Raubtierkapitalismus steht. Er regt sich darüber auf, dass der DIW eine Zwangsanleihe für die Reichen vorgeschlagen hat und macht dabei gleich dankenswerterweise klar, wie es um die Freiheit von Forschung und Wissenschaft in diesem Land bestellt ist:

Das DIW wird wieder ein wissenschaftliches Institut zur Unterstützung marxistischer Umverteilungsfantasien, zum Stichwortgeber für sozialistische Ideologen. .. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Wirtschaftsforschungsinstitut wegen erwiesener Inkompetenz die Leibniz-Gesellschaft verlassen muss.

Henkel war ja mal Präsident der Leibniz-Gemeinschaft und er droht dem DIW jetzt ganz offen damit, das wegen eines Vorschlages der ausnahmsweise mal die Reichen in diesem Land belasten würde, das DIW von den Forschungsgeldern abgeschnitten werden soll. Das bedeutet im Klartext. Jede Forschung deren Ergebnis nicht den Wünschen des Großkapitals und den INSM Hintermännern entspricht darf nicht stattfinden. Dann braucht Deutschland aber gar keine Forschung mehr und eine Auflösung der Forschungsgesellschaften und ein sofortiges Ende aller Mittel für diese Zensurbehörden ist die einzig logische Schlußfolgerung. Henkel hat ganz klar offengelegt, dass die Leibnitz Gesellschaft nur existiert um Forschung in die gewünschte Richtung zu betreiben, also völlig nutzlos ist.

Herrn Henkel und seine finsteren Auftraggeber vom Großkapital interessiert natürlich nicht, dass die OECD die wachsende Ungleichheit bei deutschen Einkommen kritisiert und der von ihm so gelobte Herr Zimmermann bereits sozialen Unruhen in der EU warnt. Eine Warnung die im Gegensatz zu dem was sonst aus der Zimmermann Ecke kommt sehr berechtigt ist. Der Zeitpunkt an dem Wut in Hass und in offenen Aufruhr umschlägt ist auch in Deutschland nicht mehr weit und die Frage ist dann wie schnell die Kannegiesser, Henkel, Müntefering und Co. dann laufen können. Übrigens ein Szenario das niemandem etwas nützen wird.

Aber bis dahin geht es fröhlich weiter. Zwar sind die Milliarden die Anleger zum Zwecke der Steuerersparnis in Schiffsanleihen gesteckt haben wohl endgültig verloren da viele Schiffe nicht einmal mehr das Geld einbringen, dass ihr Betrieb kostet, aber dafür gibt es ein neues Spiel. Man kann jetzt Flugzeugpfandbrief sicher in Flugzeuge investieren. Bitte nicht lachen. Dahinter steht die hochseriöse Nord/LB und vermutlich wird Herr Mehdorn von Air Berlin die Wartungsintervalle festlegen. Sicherer geht es dann wohl kaum.

Besser könnte man sein Geld nur anlegen wenn man es in Münzen umtauscht und auf den Westberliner Fernsehturm steigt und die Münzen fallen lässt. Dann kann man sie wenigstens noch schön klimpern hören. Auch die Banken und die Bankster dar man nicht vergessen. The Intelligence beschreibt in einem Artikel “Banking: Das schmutzigste Geschäft aller Zeiten” sehr schön was von diesen Typen und ihren Geschäften zu halten ist. Nämlich nichts.

Die FTD macht sich Sorgen um die armen Beteiligungsgesellschaften deren Geschäft wegen der Eurokrise doch gar so schlecht läuft. Das ist übrigens gut für die Arbeitnehmer. Denn wenn die Geschäfte der Beteiligungsgesellschaften gut laufen, dann werden Leute entlassen und Löhne gekürzt, die Firmen zerschlagen um den ganzen Kram schnell mit viel Gewinn weiterverhökern zu können. Am Ende sind die Arbeitsplätze weg, aber die Freunde von Friede Springe rund der FTD haben ihren Gewinn gemacht.

Man sieht das jetzt gerade wieder an Karstadt bei denen die Sondertarife zum 1.September dieses Jahres auslaufen was für die Mitarbeiter rund 8 Prozent mehr Lohn bedeutet, auf den sie bisher aus Angst vor Arbeitsplatzverlust verzichtet hatten. Weil Karstadt aber noch genauso schlecht aufgestellt ist wie vor dieser Phase, werden jetzt von den 25.000 Mitarbeitern zunächst 2.000 Mitarbeiter entlassen. Das sind 8 Prozent. Oh Wunder. Die Karstadt Mitarbeiter die nun endlich ihren tariflichen Lohn bekommen, bezahlen den über Mehrarbeit die sie anstelle der entlassenen Kollegen leisten müssen und Karstadt oder besser dessen Eigentümer hat ein Nullsummenspiel. Ein Schuft wer Arges dabei denkt.

Das Großkapital hat es wirklich schwer. Während alle normalen Anleger bei einem Bankencrash ihr Geld verlieren wurden diese Herrschaften natürlich besser gestellt und bekamen vorrangige Anleihen die praktisch ohne jedes Risiko waren. Das will die EZB nun ändern und möchte z.B. in Spanien das Großkapital an den Verlusten beteiligen. Ein wütender Aufschrei ist die Folge.

Aber heiß Gläubiger nicht eigentlich das jemand daran glaubt das er sein Geld wieder bekommt und wenn nicht eben daran glauben muss. Wie kann es sein, dass es für das Großkapital keinerlei Risiko geben soll in einer Welt die voller Risiken steckt. Niemand weiß heute ob er morgen noch Arbeit und Wohnung hat. Nur die Superreichen brauchen sich keine Sorgen zu machen. Das ist die Welt wie sie Herr Henkel und sein Kumpan Kannegiesser und das ganze neoliberale Pack wollen. Es ist aber keine Welt in der Menschen leben könnten.

Wie eine Umfrage ergeben hat, schwindet der Glaube an den Kapitalismus weltweit und niemand weiß ab wann der schwindende Glaube in reine Wut und schließlich in Hass umschlägt. Überall hört man immer vom Vertrauen dass die Märkte brauchen, aber niemand redet darüber dass die Menschen vertrauen müssen. Die Märkte sind nichts anderes als Casinos in denen die Übersättigten ihre Gaumen mit Pfauenfedern kitzeln um sich übergeben zu können. damit das große Fressen weitergehen kann.

Es ist wie beim Untergang Roms. Die Dekadenz zeigt sich überall. Da passt es doch sehr schön, dass Herr Rösler von der FDP die Regeln für Waffenexporte lockern will die einmal von einem friedlichen Deutschland bewusst repressiv angelegt wurden und schon längst viel zu weit aufgeweicht sind. Der Export von Tod ist eben auch Export und bringt gute Gewinne, auch wenn die Menschen in Käuferländern verhungern. Panzer nach Griechenland und Saudi Arabien. Aber gleichzeitig verlangen das Griechenland spart und den arabischen Frühling loben, während die Saudis mit den Panzern in Bahrein die herrschende Diktatur an der Macht halten. Verlogen wie es eben nur die FDP sein kann.

Aber auch da ist der Tod nahe. Die verkommene FDP hat im ersten Halbjahr 2012 4,7 Prozent ihrer Mitglieder verloren, obowohl in diese Zeit die Wahlerfolge in Schleswig-Holstein und NRW fielen, die einige Neueintritte brachten. Der Prozess beschleunigt sich übrigens und so fällt einem doch sofort der alte Mauerwitz mit Erich Honnecker ein

Honecker kommt von einem Amtsbesuch aus Bonn spätabends zurück nach Ostberlin. Die ganze Stadt ist ruin erleuchtet, doch auf den Straßen ist kein Mensch zu sehen. Sämtliche Ministerien sind erleuchtet, aber wie ausgestorben. Er lässt sich von seinem Chauffeur durch die Stadt fahren – keine Menschenseele. Schließlich kommt er an die Berliner Mauer, lässt sich ein Stück entlangfahren und findet endlich ein riesiges Loch darin. Daneben ein handgeschriebener Zettel: “Erich, du bist der Letzte, wenn Du rausgehst, mach’ das Licht aus.”

So ist der Tag schon absehbar an dem Philipp einen solchen Zettel in der Parteizentrale der FDP findet. Das ist dann übrigens ein guter Tag für die Menschen in Deutschland.

 

 

 

http://duckhome.de/tb/archives/10221-Beim-Untergang-Roms-zusehen.html