Nestle – Bottled Life (Das dreckige Geschäft mit dem Wasser)

Das beste Marketing der Welt: Nestlé macht aus Leitungswasser ein Lifestyleprodukt.

Der Dokumentarfilm „Bottled Life“ zeigt, wie der Konzern agiert, wenn man ihn lässt.

Filmemacher Gehringer ist für „Bottled Life“ um die Welt gereist, als Reporter ist
er immer wieder selbst im Bild zu sehen. Er besucht ein Flüchtlingscamp in Äthiopien,
in dem Nestlé sich angeblich in der Wasserversorgung engagiert. Zumindest wird das
auf der Homepage des Unternehmens so kommuniziert.

Vor Ort stellt Gehringer fest, dass das Engagement schon seit einigen Jahren beendet ist.
In einem Dorf in Pakistan trifft er auf Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser
haben. Währenddessen fördert Nestlé dort Wasser aus einem Tiefbrunnen und verkauft es als
„Nestlé Pure Life“ zu einem Preis, den sich ein großer Teil der Dorfbewohner nicht leisten kann.

Seit Jahren sinkt der Grundwasserspiegel des Dorfes, der Zugang zu sauberem Wasser wird immer
schwieriger. Wegen der Pumpaktivitäten von Nestlé? „Unseren Kindern zeigen wir das dreckige
Wasser nicht“, sagt eine Dorfbewohnerin im Film, „sie würden es dann nicht trinken“.

Gehringer möchte die örtliche Nestlé-Fabrik besuchen – und zuckt resignierend
mit den Schultern, als man ihm das Werkstor vor der Nase zuschlägt.

Nestlé Pure Life ist eine riesige Erfolgsgeschichte. Die Marke existiert seit elf Jahren:

In Plastikflaschen abgefülltes Grundwasser, das künstlich mit Mineralien angereichert wird.
Besonderen Absatz findet es in Ländern, wo die Wasserversorgung schlecht ist: als Produkt
für mittlere und obere Einkommensschichten. Der Film suggeriert: Hier wird das Grundwasser
abgepumpt und so das Grundrecht auf sauberes Trinkwasser verletzt, um Profit zu machen.

Der Preis von einer Flasche Pure Life übersteigt das Tageseinkommen vieler Menschen in Pakistan.

Da Nestlé sich Interviews verweigerte, zeigt der Film nur verpixelte PR-Videos des Unternehmens.

Der Zugang zum Wasser sei entscheidend für die Zukunft des Konzerns – und für die Zukunft
der Menschheit, erklärt Verwaltungsratschef Peter Brabeck-Letmathe in solchen Videos.

Sich selbst inszeniert er als globalen Kämpfer für die Wasserversorgung …

Im Dienst der Wirtschaftsmafia – Ein Geheimagent packt aus

Ein Insider-Bericht über den Ausbau der Wirtschaft auf Kosten der Dritten Welt:
John Perkins war ein „Economic Hit Man“, ein Wirtschaftskiller.

Überteuerte Projekte für Entwicklungsländer: Perkins Aufgabe war es, Entwicklungsländer
zu besuchen und den Machthabern überdimensionierte, überteuerte Großprojekte zu verkaufen,
die sie in wirtschaftliche Abhängigkeit von den USA brachten.

Zwölf Jahre lang hat Perkins seine Seele verkauft — bis er ausstieg.
Weitere zwei Jahrzehnte später hatte er den Mut, auszupacken.